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AMD stellt drei neue Server-Prozessoren vor Kostengünstiger und fähiger als die Konkurrenz-Chips sollen sie sein: Opteron 3200

| Redakteur: Ulrike Ostler

Nachdem offenbar Anfang dieses Monats einige Händler schon wenige im Verkauf hatten, stellte AMD gestern die Serie „Opteron 3200“ offiziell vor. Die CPUs sollen sich insbesondere für Web- und Daten-Server eignen, ein bis zu 38 Prozent besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten und bis zu 19 Prozent weniger Strom pro Kern benötigen als vergleichbare Server-Prozessoren anderer Anbieter.

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Abbildung eines 64-bit-Opteron-Prozessors von AMD mit sechs Kernen. (Bild: AMD)
Abbildung eines 64-bit-Opteron-Prozessors von AMD mit sechs Kernen. (Bild: AMD)

Opteron-Prozessoren der Serie 3200 laufen auf auf einer einzigen Fassung des AM3+-Boards wie „MSI MS-S0231“. Damit sind sie eng verwandt mit den „FX“-Prozessoren. So können sie wie diese ihre Single-Thread-Rechenleistung per Turbo Core steigern. Vier und acht Threads sind möglich.

Darüber hinaus bietet die Plattform L3-Cache-Bestückung von bis zu 8 Megabyte und der Speicher-Support von bis zu DDR3-1866. AMD empfiehlt – in Verbindung mit dem 2009 eingeführten Chipsatz „SR5600“ – den Einsatz in billigen Web-Servern.

Der Hersteller positioniert den Chip als Konkurrenzprodukt zum Intel-Prozessor „Xeon E3-1200“. Wie dieser ist die AMD-CPU ein Verwandter eines Desktop-Pozessors – die Intel-Verwandtschaft besteht mit „i7-2000“, Sandy Bridge. Das AMD-Produkt wurde unter dem Codenamen „Zürich“ entwickelt. Grundlage ist die Architektur „Bulldozer“.

Drei Hitzestufen

Es wird drei verschiedene Ausprägungen geben: „Opteron 3250“, „3260“ und „3280“, die TDP-Klassen (TDP = Thermal Design Power) zugeordnet werden, die es jedoch im Desktop-Bereich nicht gibt: 45 und 65 Watt.

Die Opteron 3200-Serie soll sich insbesondere für Web- und Daten-Server eignen. (Bild: AMD)
Die Opteron 3200-Serie soll sich insbesondere für Web- und Daten-Server eignen. (Bild: AMD)

Die Modelle Opteron 3250 und 3260 setzen mit einer TDP von 45 Watt auf zwei Module mit vier Integer-Kerne und in der Basis mit 2,5 oder 2,7 Gigahertz takten. Der jeweilige Turbo-Modus erlaubt dann, die Maximalfrequenz um 1 Gihahertz zu steigern.

Das Modell Opteron 3280 hingegen, mit einer TDP von 65 Watt, basiert vermutlich auf vier Modulen und acht Integer-Kernen für acht Threads. Der Basistakt liegt dort bei 2,4 Gigahertz. Im Turbo-Gang sollen es laut AMD 3,5 Gigahertz sein.

Die Konkurrenzfähigkeit der Opteron-Spezifika

Rund 20 Prozent Marktanteil strebt AMD mit den neuen Prozessoren an. Doch ersten Einschätzungen zufolge, können sie die Performance von Xeon E3-1200 nicht übertrumpfen. Doch an anderer Stelle kann AMD punkten: So sei die Plattform aus CPU und Mainboard preiswerter. Der Einstiegspries für die 3200er Opteron-Modelle beträgt 99 Dollar. Ob der Preisvorteil allerdings beim Endkunden durchschlägt, darf bezweifelt werden. So bleibt das eher ein Argument für OEMs: Dell, HP, IBM, Acer.

Ein weiteres AMD-Argument ist die Energie-Effizienz: Opteron 3280 mit einem Octo-Core für 65 Watt TDP braucht 8,1 Watt pro Kern. Intel allerdings benötigt mit dem Dual-Core „Xeon E3-1220L“ (20 Watt TDP) und dem Quad-Core „E3-1260L“ (45 Watt) 10 beziehungsweise 11,25 Watt pro Kern.

In derselben Klasse liegen AMD Opteron 3250 und 3260 mit je 45 Watt und vier Kernen.

Die Fassung ist das Problem

Vorder- und Rückseite der Serie 3200 des Opteron-Prozessors von AMD (Bild: AMD)
Vorder- und Rückseite der Serie 3200 des Opteron-Prozessors von AMD (Bild: AMD)
Zu bedenken ist aber, dass nur wenige Hersteller Server-Boards mit AM3+ einsetzten und damit auf Server-Funktionen wie IPMI, Fernwartung (Baseboard Management Controller/BMC), PCIe-Grafikchip, mehreren Onboard-Netzwerkchips und Unterstützung für ECC-Speicher samt Fehlerprotokoll im BIOS verzichten. „MSI MS-S0231“ aber ist nach vorläufigen Erkenntnissen in Europa nicht zu bekommen.

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