Mehr Transparenz im Einsatz von Haushaltsmitteln

KfW plant Blockchain-Pilotprojekt in Afrika

| Redakteur: Ulrike Ostler

Di KfW Entwicklungsbank hat zusammen mit dem KfW Digital Office die Software „TruBudget“ entwickelt die jetzt in einem Pilotprojekt zur Anwendung kommt.
Di KfW Entwicklungsbank hat zusammen mit dem KfW Digital Office die Software „TruBudget“ entwickelt die jetzt in einem Pilotprojekt zur Anwendung kommt. (Bild: ©Elnur Amikishiyev/ stock.adobe.com)

Die KfW testet im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) den Einsatz von Blockchain-Technologie. Diese soll es ermöglichen, sämtliche Arbeits- und Genehmigungsschritte im Rahmen der Beschaffung, der Vertragsgestaltung, der Ausschreibungen und Auszahlungsprozesse bei der Durchführung eines Projekts zuverlässig abzubilden.

Um die Verwendung öffentlicher Mittel transparent und nachvollziehbar zu gestalten, hat die KfW Entwicklungsbank zusammen mit dem KfW Digital Office die Software „Trubudget“ (Trusted Budget Expenditure Regime) entwickelt. Alle beteiligten Parteien können auf dieser Plattform zusammenarbeiten und verfolgen, wer welche Änderungen vornimmt.

Dank der Blockchain-Technologie sollen die Vorgänge nicht nur transparenter nachvollziehbar sein, sondern könnten vor allem nicht nachträglich oder unbefugt manipuliert werden. Das minimiert die Risiken einer Mittelfehlverwendung auf Seiten der Institutionen, an die ausgezahlt wird.

Technik und Transparenz für die Armutsbekämpfung

Norbert Kloppenburg, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe, erläutert die Ziele: „Mängel im Management öffentlicher Finanzen gehören zu den größten Hemmnissen für wirtschaftliche Entwicklung und gefährden regelmäßig auch die Wirksamkeit der finanziellen Zusammenarbeit. Mit Trubudget hat die KfW eine innovative digitale Anwendung entwickelt, von deren Nutzen auch andere Entwicklungsbanken profitieren könnten. Mit dieser Software ist Deutschland weltweit Vorreiter bei der Anwendung digitaler Lösungen in der Armutsbekämpfung.“

In Entwicklungsländern besteht das Risiko, dass öffentliche Mittel fehlgeleitet werden anstatt dem Gemeinwohl, etwa in Krankenhäusern und Schulen, zu dienen. Internationale Geber reagieren auf diese Risiken und die schwachen Umsetzungskapazitäten in den Partnerländern, indem parallele Strukturen aufgesetzt werden.

Die damit verbundenen Transaktionskosten sind jedoch für beide Seiten hoch. Mit der Umgehung der Systeme der Partnerinstitutionen des jeweiligen Entwicklungs- oder Schwellenlandes erschweren die Geber zudem ihre eigentliche Aufgabe, nämlich die Partnerländer in die Lage zu versetzen, Projekte eigenständig zu planen und umzusetzen.

In einer Pilotphase, die durch das BMZ in Höhe von 1 Million Euro finanziert wird, soll der existierende Prototyp der Software zunächst bei laufenden Investitionsprojekten getestet und weiterentwickelt werden. Die KfW ist bereits mit mehreren afrikanischen Ländern für eine Pilotphase im Gespräch.

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