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Lünendonk-Studie IT-Sourcing-Beratung boomt

| Autor: Heidemarie Schuster

Anbieter von IT-Sourcing-Beratung berichten in der Lünendonk-Studie „Der Markt für IT-Sourcing-Beratung in Deutschland“ von steigenden Projektanfragen sowie einer hohen Auslastung.

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Kunden wollen laut der Lünendonk-Studie künftig mehr IT-Leistungen an externe Partner vergeben.
Kunden wollen laut der Lünendonk-Studie künftig mehr IT-Leistungen an externe Partner vergeben.
(Bild: Pixabay)

Für die Mehrheit der bei einer Lünendonk-Studie teilnehmenden IT-Sourcing-Beratungen war 2015 ein erfolgreiches Geschäftsjahr, obwohl es an Fachkräften fehlt, um der hohen Nachfrage nach Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung von Sourcing-Strategien rund um die digitale Transformation gerecht zu werden. Insgesamt gaben 78,3 Prozent der Befragten an, ihre Umsätze im Jahr 2015 gesteigert zu haben. Damit haben sie ihre Umsatzprognosen aus dem letzten Jahr in etwa bestätigt.

Weitere positive Entwicklung erwartet

Der Grund für die hohe Nachfrage nach IT-Sourcing-Beratung liegt vor allem in der Anpassung der traditionellen IT-Strukturen an die Anforderungen digitaler Geschäftsmodelle. Für CIOs und Business-Verantwortliche sind viele Themen rund um die digitale Transformation Neuland, so Lünendonk. Deshalb würden sie auf die Erfahrung von IT-Sourcing-Beratern zurückgreifen.

Entsprechend positiv schätzen die befragten IT-Sourcing-Beratungen die Entwicklung ihres Marktsegments ein. Für 2017 rechnen sie mit einem Anstieg der Nachfrage um durchschnittlich 6,9 Prozent für den Markt. Hinsichtlich ihres eigenen Umsatzes sind sie allerdings deutlich optimistischer und erwarten ein durchschnittliches Umsatzplus von 10,5 Prozent.

Investitionen in externe IT-Sourcing-Beratungen

Die positiven Aussagen zur Geschäftsentwicklung werden durch die Analyse der geplanten Kundeninvestitionen für 2017 bestätigt. So planen 58,3 Prozent der untersuchten Kundenunternehmen Ausgabensteigerungen für externe IT-Sourcing-Beratung. Themen für die Zusammenarbeit sind vor allem „IT Security“, „Big Data“, „Cloud“ und „Mobile Enterprise“. Das prognostizierte Wachstum soll laut den befragten Beratungen sehr stark aus der „Entwicklung digitaler Strategien für Fachbereiche“ kommen.

„In der Zusammenarbeit mit Fachbereichen liegt ein sehr großes Potenzial, da die IT-Budgets der Fachbereiche stetig steigen und sie zunehmend für Teile der IT-Anwendungsentwicklung und für den Aufbau und die Steuerung von Plattformen für den Betrieb von digitalen Lösungen verantwortlich sind“, so Mario Zillmann, Partner bei Lünendonk und Studienautor. „Bei diesen Themen müssen auch immer Sourcing-Fragestellungen behandelt werden, wie zum Beispiel Provider-Suche, Ausschreibung, SLA-Definition oder überhaupt die Erstellung einer Sourcing-Strategie für komplexe Digitalisierungsvorhaben.“

Aktuell kommen bereits rund 25 Prozent der Projektanfragen der untersuchten IT-Sourcing-Beratungen aus den Fachbereichen, so die Marktforscher von Lünendonk.

Die Sourcing-Agenda

Möglicherweise als Reaktion auf den digitalen Wandel planen die untersuchten Kundenunternehmen, künftig mehr IT-Leistungen an externe Partner zu vergeben, so Lünendonk. Der Anteil der bezogenen Fremdleistung wird sich laut den Planungen der befragten IT-Entscheider von 29,7 Prozent (2016) auf 35,7 Prozent (2017) erhöhen.

Insbesondere die analysierten mittelständischen Unternehmen mit weniger als einer Milliarde Euro Umsatz haben vor, deutlich mehr IT-Leistungen extern auszuschreiben. Der Anteil der IT-Eigenleistung soll von 76,2 Prozent (2016) auf 67,5 Prozent (2017) zurückgehen.

Ferner wird es eine Verschiebung von IT-Leistungen von Onshore zu Nearshore geben, so Lünendonk. So wollen 26 Prozent der analysierten Unternehmen ihre lokal in Deutschland erbrachten IT-Leistungen reduzieren. 23 Prozent der Unternehmen werden in den kommenden zwei Jahren in größerem Umfang dagegen Nearshore-Standorte nutzen. Gleichzeitig planen jedoch auch 16 Prozent, IT-Leistungen aus Nearshore-Regionen abzuziehen und lokale IT-Ressourcen wieder aufzubauen. Die Gründe für Insourcing sind häufig Security- und Datenschutzanforderungen sowie Qualitätsoptimierungen.

„Die Sourcing-Strategien der CIOs und der Fachbereiche sowie der Druck der Unternehmen, erfolgreiche digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln, führen zu einer Anpassung der Sourcing-Strategien, vor allem in Bezug auf veränderte Service-Level-Agreements, das IT-Service-Management und die Anpassung von Lieferantenverträgen. Diese Entwicklung wird die Nachfrage nach IT-Sourcing-Beratern beeinflussen“, ist sich Zillmann sicher.

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