Suchen

ITK-Markt wächst um 1,6 Prozent in Deutschland IT ist weiterhin Wachstumstreiber

Redakteur: Heidemarie Schuster

Der Umsatz mit Produkten und Diensten der Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik wird in diesem Jahr voraussichtlich auf 153,4 Milliarden Euro wachsen.

Firmen zum Thema

Das Geschäft mit IT-Hardware hat sich laut dem Bitkom überraschend stark entwickelt.
Das Geschäft mit IT-Hardware hat sich laut dem Bitkom überraschend stark entwickelt.
(Bild: © Julien Eichinger - Fotolia)

Der Bitkom sieht im deutschen IT-Markt einen Aufwärtstrend. Die Grundlage dafür sind aktuelle Prognosen des European Information Technology Observatory (EITO). Der Bitkom bekräftigt damit seine Vorhersagen vom Frühjahr, weist aber auf deutliche Verschiebungen im Gesamtmarkt in den vergangenen sechs Monaten hin.

So sei der Abwärtstrend des PC-Marktes gestoppt, während sich gleichzeitig das Wachstum bei Smartphones und Tablets verlangsamt habe. „Wenn wir von einem Wachstum des ITK-Marktes von 1,6 Prozent im laufenden Jahr sprechen, dann ist das ein Durchschnittswert. Wir sehen, wie schon in den Vorjahren, erhebliche Unterschiede zwischen den Segmenten“, sagt Bitkom-Präsident Dieter Kempf. So kann das Geschäft mit IT-Hardware und Software um jeweils fast 6 Prozent zulegen, während die Umsätze bei Unterhaltungselektronik, TK-Diensten und TK-Endgeräten leicht rückläufig sind.

Informationstechnologie

Die Informationstechnologie (IT) bleibt die wichtigste Säule des Wachstums und legt der Prognose zufolge in diesem Jahr um 4,3 Prozent auf 77,8 Milliarden Euro zu. Die Umsätze mit Software steigen demnach um 5,6 Prozent auf 19,1 Milliarden Euro. Bei IT-Dienstleistungen fällt das Plus mit 2,7 Prozent auf 36,3 Milliarden Euro etwas geringer aus. „Hier macht sich vor allem im Projektgeschäft die allgemeine Konjunkturabschwächung bemerkbar. Wenn es nicht mehr ganz so gut läuft, werden IT-Projekte oft erstmal aufgeschoben“, so Kempf. Überraschend stark entwickelt sich das Geschäft mit IT-Hardware. Die Umsätze steigen laut dem Bitkom um 5,8 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro. Dabei seinen nicht mehr Tablets die Umsatztreiber, sondern die klassischen PCs. Bei Desktop-PCs wird das Plus voraussichtlich 12,2 Prozent (2,6 Milliarden Euro Gesamtumsatz), bei den Notebooks ist der Anstieg mit 11,2 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro ähnlich hoch. Das Geschäft mit Tablets legt weiter zu. Der Umsatz steigt um 3,3 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro, so der Bitkom.

Unterhaltungselektronik

Erneut schwächer entwickelt sich die Unterhaltungselektronik. Hier werden die Umsätze voraussichtlich nur noch um 1,5 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro zurückgehen nach einem Minus von 14,8 Prozent im Vorjahr. „Neben einer Stabilisierung des TV-Geschäfts dank technologischer Innovationen wie Ultra-HD sowie dem positiven Impuls durch die Fußballweltmeisterschaft leistet auch der kräftige Umsatzanstieg um fast 25 Prozent bei Spielkonsolen dazu einen Beitrag“, erklärt Kempf.

Die Prognosen zur TK-Branche und der Entwicklung der Arbeitsplätze in der ITK-Branche, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

Telekommunikation

In der Telekommunikation geht der Bitkom in diesem Jahr erneut von einem leichten Umsatzrückgang um 0,9 Prozent auf 65 Milliarden Euro aus. Positiv würde sich das Geschäft TK-Infrastruktur entwickeln, das um 3,8 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro zulegen kann. In diesen Zahlen würden sich auch die hohen Investitionen der Netzbetreiber beim Breitbandausbau widerspiegeln. Bei den Telekommunikationsdiensten zeige sich weiter eine sehr uneinheitliche Entwicklung. Während das Geschäft mit mobilen Datendiensten um 6,3 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro wachsen würde, gehe der Umsatz mit mobilen Gesprächen um 8,0 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro zurück.

Das Geschäft mit Sprachdiensten im Festnetz reduziere sich um 7,5 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro. Schwächer entwickle sich auch der Umsatz mit TK-Endgeräten, der in den vergangenen Jahren vom Smartphone-Boom getragen würde. Unterm Strich stehe hier ein Minus von 1,0 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro.

Mit Smartphones werde erneut hohe Umsätze von 8,3 Milliarden Euro erzielen, das wäre ein Plus von 1,7 Prozent – vor zwei Jahren betrug das Wachstum allerdings noch fast 39 Prozent. „Hohe zweistellige Wachstumsraten sind auf keinem Markt dauerhaft zu halten – noch dazu wenn dieser bereits so groß ist wie der Smartphone-Markt. Inzwischen wird in Deutschland für Smartphones fast genauso viel Geld ausgegeben wie für Desktop-PCs, Notebooks und Tablets zusammen“, so Kempf.

Arbeitsplätze in der ITK-Branche

Bei der Beschäftigung rechnet der Bitkom mit einem Anstieg um 10.000 Arbeitsplätze und einem neuen Rekord von 953.000 Erwerbstätigen in der ITK-Branche zum Jahresende. Das Beschäftigungswachstum werde vor allem von den IT-Anbietern getragen. Sie werden in Deutschland zum Jahresende voraussichtlich 743.000 Menschen beschäftigen. Das entspräche in diesem Segment einem Anstieg um 16.000 Stellen in nur einem Jahr.

Weiter leicht rückläufig ist die Beschäftigung bei Herstellern von Unterhaltungselektronik, die noch rund 9.000 Mitarbeiter in Deutschland zählen. Bei den Telekommunikationsunternehmen ist mit einem geringen Rückgang auf 202.000 Beschäftigte zu rechnen. „Insgesamt haben die ITK-Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren rund 100.000 neue Arbeitsplätze geschaffen“, sagte Kempf. „Eine insgesamt stabile Konjunktur vorausgesetzt, wird sich das Jobwachstum in den kommenden Jahren fortsetzen.“

(ID:43036325)