Besorgnis und gestresste CIOs

IT-Infrastruktur bremst CIOs aus, zeigt die Umfrage

| Autor / Redakteur: Rein de Jong* / Ulrike Ostler

Bremse statt Turbo - die herkömmliche, Netzwerk-, Storage- Compute-IT verhindert mit ihren festen Strukturen ein Fortkommen der Unternehmen.
Bremse statt Turbo - die herkömmliche, Netzwerk-, Storage- Compute-IT verhindert mit ihren festen Strukturen ein Fortkommen der Unternehmen. (Bild: Bjoern Wylezich/ Fotolia.com)

Ist Cloud Computing in Unternehmen angekommen? Vor welchen Herausforderungen stehen CIOs weltweit? Der Netzwerkspezialist Brocade hat mit Unterstützung der unabhängigen Marktforschungsagentur Vanson Bourne eine weltweite Befragung unter 200 CIOs aus sechs Ländern durchgeführt.

Das Ergebnis fällt auf den ersten Blick eindeutig positiv aus: Die Wolke ist im Großteil der befragten Unternehmen inzwischen fester Bestandteil des Geschäftsbetriebs, rund 90 Prozent nutzen die Technologie.

Der zweite Blick offenbart die Risiken, die sie mit sich bringt: Über ein Drittel der CIOs gab an, dass die Nutzung von Cloud-Technologien ohne IT-Beteiligung in ihrem Unternehmen zwar verboten, aber dennoch an der Tagesordnung ist. Mehr als 80 Prozent sind sogar überzeugt, dass die Beschaffung von Cloud-Diensten ohne IT-Beteiligung in den nächsten Jahren noch zunehmen wird.

Die eigenmächtige Cloud-Nutzung durch Mitarbeiter ist in der Regel untersagt, zu groß ist die Gefahr von Datenlecks und Datenschutzverstößen. Auch eine beeinträchtigte Performance der unternehmenseigenen Infrastruktur und Unstimmigkeiten zwischen IT-Abteilung und Cloud-Anbieter sorgen für Unsicherheit.

Legacy und Furcht um den Arbeitsplatz

So offenbart die Brocade-Studie vor allem eines: Besorgnis und gestresste CIOs. Vielerorts hemmen Legacy-Infrastrukturen den Geschäftsbetrieb. Ganze 75 Prozent der Befragten sagen, dass ihr aktuelles Netzwerk das Erfüllen von Unternehmenszielen behindert oder sogar erheblich beeinträchtigt. Da verwundert es nicht, dass ein Fünftel der deutschen Befragten angesichts dieser Entwicklung sogar um die Sicherheit seines Arbeitsplatzes fürchtet.

Insgesamt sind deutsche Führungskräfte hier aber etwas entspannter oder selbstbewusster als ihre internationalen Kollegen. Denn vor allem russische und US-amerikanische CIOs machen sich weitaus mehr Gedanken um ihre berufliche Zukunft.

CIO als Berater für Trends – aber auch als „Feuerlöscher“ im IT-Notfall

Cloud Computing ist mittlerweile Standard, aber einer mit Schönheitsflecken. Die Studienergebnisse zu diesem Thema sind nur ein Beispiel dafür, dass sich IT-Abteilungen weltweit neuen Bedingungen anpassen müssen.

Die Schnittstelle zur Unternehmensführung

Als Schnittstelle zu Vorstand und Führungskräften nehmen CIOs dabei eine Schlüsselrolle ein. Sie sollen Trends erkennen, Risiken minimieren und gleichzeitig kompetent beraten – ein Anspruch, der die Verantwortlichen nicht selten ausbremst: Laut Studie sind CIOs zu sehr mit der reinen Aufrechterhaltung des Betriebs beschäftigt, mehr als 50 Prozent der Befragten verbringen über die Hälfte ihrer Zeit hauptsächlich mit reaktiven Maßnahmen, in Deutschland sind es sogar rund 70 Prozent.

Doch damit hören die Sorgen nicht auf. Angesichts der Globalisierung sind nicht nur Großkonzerne, sondern mittlerweile auch der Mittelstand einem höheren Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Um unter diesen Rahmenbedingungen das geschäftliche Wachstum zu ermöglichen beziehungsweise zu fördern, ist die Bereitstellung neuer Dienstleistungen sowie verbesserte Analyse-/Data-Mining-Prozesse auf der Agenda der meisten CIOs weit vorne.

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