Krypto-Okonomie

Interdisziplinäres WU-Forscherteam widmet sich Blockchain und Kryptowährungen

| Redakteur: Ulrike Ostler

Das Hörsaalzentrum der Wirtschaftuniversität Wien.
Das Hörsaalzentrum der Wirtschaftuniversität Wien. (Bild: © WU Wien)

Die Wirtschaftsuniversität Wien (WU) hat ein interdisziplinäres Forschungsinstitut für Krypto-Ökonomie eingerichtet. Das Institut, das seit Januar aktiv ist, soll eine Reaktion auf den wissenschaftlichen Bedarf sein, der sich aus der Aktualität und Vielschichtigkeit von Blockchain-Verfahren, von Kryptowährungen bis smart contracts ergibt. In diesem werden 21 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WU an dem Forschungsinstitut für Krypto-Ökonomie tätig sein.

Krypto-Okonomie bezieht sich hierbei auf die spieltheoretischen Anreizmechanismen, die ein verteiltes Netzwerk von Akteuren und Akteurinnen ohne klassische Intermediäre oder staatliche Verwaltungsinstitutionen steuern. Blockchain und ähnliche Technologien bieten hierbei spannende Anwendungsfelder für viele Branchen, mit denen sich alle Fachbereiche der WU in der einen oder anderen Form beschäftigen werden. Tatsächlich haben Bitcoin, Ethereum und andere Kryptowährungen sowie ihre zugrunde liegende Technologie der Blockchain und Smart Contracts haben in den vergangenen Jahren bereits eine Welle von technischen Innovationen ausgelöst.

Für die systematische Erforschung von Blockchain, deren Anwendungsfelder sowie krypto-ökonomischen Anreizmechanismen ist daher ein ganzheitlicher und interdisziplinärer Ansatz notwendig. Um den Potentialen der Blockchain-Technologie gerecht zu werden, wird das Forschungsinstitut die technischen Aspekte gemeinsam mit ökonomischen, sozialen und rechtlichen Aspekten erforschen. In einer Kombination von Grundlagenforschung und angewandter Forschung soll auch die Brücke zu anderen emergenten Technologien wie Künstliche Intelligenz und Internet der Dinge betrachtet werden.

Direktorin und wissenschaftlicher Leiter

Die wissenschaftliche Leitung übernimmt der WU-Professor Alfred Taudes, als Direktorin wird Dr. Shermin Voshmgir fungieren. Voshmgir hatte zuvor bereits in Berlin den „Blockchain Hub“ gegründet - eine Institution, die weltweit und interdisziplinär die Entwicklung der Blockchain-Technologie vorantreibt, kommuniziert und diskutiert. Zudem unterrichtet sie seit 2016 als externe Lektorin das Thema Blockchain am Institut für Informationswirtschaft der WU. Sie an der WU promoviert und auch eine Zeit lang als Universitätsassistentin gearbeitet.

Die Etablierung eines Forschungsschwerpunktes zu Krypto-Ökonomie an der WU wurde vergangenes Jahr dank finanzieller Unterstützung des damaligen Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft ermöglicht. Es stehen insgesamt 500.000 Euro bereit. Das Forschungsinstitut ist damit Teil der Umsetzung der Agenda Blockchain Austria.

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