Xeon E3 1500 v5 vereinfacht die visuelle Cloud

Intel verheiratet CPU und GPU

| Redakteur: Ulrike Ostler

Auf der Computermesse "Computex", die vom 31. bis zum 4. Juni in Taipei stattfindet, stellt Intel unter anderem die Prozessorfamilie Xeon E3 1500 V3 vor, die mit GPU-Funktionen ausgestattet ist.
Auf der Computermesse "Computex", die vom 31. bis zum 4. Juni in Taipei stattfindet, stellt Intel unter anderem die Prozessorfamilie Xeon E3 1500 V3 vor, die mit GPU-Funktionen ausgestattet ist. (Bild: Intel)

Auf der Computex 2016 in Taipeh hat Intel unter anderem die Server-Prozessorfamilie „Xeon E3-1500 v5“ vorgestellt. Die Technik soll mit verbesserter CPU-Performance und der Grafikleistung durch „Intel Iris Pro“ punkten. Ziel ist es, die Darstellung multimedialer Inhalte für Service Provider deutlich zu vereinfachen.

Rund 80 Prozent des gesamten Internet-Traffic gehen zu Lasten von Videos. Deshalb steht ganz oben auf der Agenda von Cloud und Kommunikationsservice Providern Videos möglichst schnell und effektiv zuzustellen. Damit aber brauchen Netze und Clouds bessere Möglichkeiten Multimediadaten zu verarbeiten, zum Beispiel im Transcoding von Video-Dateien, um möglichst wenig der verfügbaren Bandbreite zu belegen und gleichzeitig das Erlebnis für Nutzer zu verbessern.

Bisher allerdings haben die Cloud-Service-Provider quasi traditionell Jedermann-Prozessoren im Gebrauch, also solche, die für fast jede Anwendung taugen. Jetzt allerdings, so Intel, suche die Branche nach optimierter Technik, solcher, die zugleich Grafik-Prozessoren integriert.

Die Unternehmen der Telekommunikationsbranche indes haben bis jetzt dedizierte und wenig flexible Hardware genutzt, DSPs, ASICs und FPGA, um Videos auszuliefern. Diese Anwender wiederum suchen nach Technik, die sich in Ergänzung zu Grafik-Prozessoren umfassender verwenden lassen.

Grundlage für die "visuelle Cloud"

Diese beiden Gruppen will Intel nun mit den Prozessoren Xeon E3-1500 v5 adressieren. Der Hersteller verspricht kostengünstige, sichere Alternativen für die remote Verteilung von grafikintensiven Anwendungen. Die Technik soll die CPU-Leistung der Xeon-Familien mit der GPU-Technik Iris von Intel verheiraten, als Alternative zu dem Gebrauch von PCIe-Karten. Als typische Anwendungen nennt Intel Live-Broadcasting und Video-Konferenzen.

Die Problem der großen Menge an Video- und Grafik-Daten verschärft sich zudem rapide. Derzeit ist noch hauptsächlich HD (1080p) im Einsatz. UHD oder 4K-Video aber verbreitet sich merklich, etwa durch 3D-Darstellungen und Virtuelle Realität.

Intel baut nun Unterstützung für 4K-Videos durch hardwaregstützte Transcoding mithilfe des High Efficiency Video Codec (HEVC) auf dem Xeon E3 v5 ein. Das soll dazu beitragen, dass das Format im Fernseher, auf dem Laptop und dem Smartphone gesehen werden kann. Die Produktfamilie kann zwei echtzeit-Streams, 4 K beziehungsweise 30 Frames pro Sekunde (FPS) und bis zu 18 AVC-Streams - 1080 p und 30 FPS in HEVC transcodieren – und zwar in derselben Auflösung.

Ein Prozessor, aber unterschiedliche Sendeformate

Außerdem ist es möglich die Performance von CAD-Anwendungen in virtualisierten Umgebungen bis zu 26 Prozent zu steigern.

Zudem soll es möglich sein, mehr Video-Streams pro Watt auf jeden einzelnen Server oder jede einzelne Appliance zu packen, was die Energiebilanz im Rechenzentrum deutlich anheben könnte.

Die Prozessor-Familie Xeon E3 2500 V5 besteht aus fünf verschieden Typen, die die unterschiedlichen Nutzengruppen zufrieden stellen sollen. Zwei davon sind speziell für Cloud-Service Provider, die damit ihre Rechenzentren optimieren können sollen.
Die Prozessor-Familie Xeon E3 2500 V5 besteht aus fünf verschieden Typen, die die unterschiedlichen Nutzengruppen zufrieden stellen sollen. Zwei davon sind speziell für Cloud-Service Provider, die damit ihre Rechenzentren optimieren können sollen. (Bild: Intel)

Intel feiert die Technik als Durchbruch für die „visuelle cloud“. Service-Provider könnten nun beispielsweise ein Konzert filmen, das Video in verschiedene Formate (4K, 1080 p und 720 p) umsetzen und weltweit als Video-Streams bereitstellen.

Für Entwickler von Video-Transcoding-Software liefert Intel das Kit „Media Server Studio“. Sie können zwischen verschiedenen Alternativen wählen:

Intel Graphics Virtualization Technology –d (Intel GVT -d) – für höchste Performance-Ansprüche

  • Intel Graphics Virtualization Technology –g (Intel GVT -g) mit Collaboration-Features
  • Intel Graphics Virtualization Technology –s (Intel GVT -s) zur Unterstützung einer großen Anzahl an so genannten Knowledge Worker
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