Neues vom DataCenter 2020: Rechenzentren brauchen mehr Management

Intel und T-Systems finden Wege zur Energie-Effizienz

20.10.2011 | Autor / Redakteur: Michael Hermann / Ulrike Ostler

DataCenter 2020 ist einer Projekt, beziehungsweise ein Test-Rechenzentrum in München von Intel und T-Systems. Bild: T-Systems
DataCenter 2020 ist einer Projekt, beziehungsweise ein Test-Rechenzentrum in München von Intel und T-Systems. Bild: T-Systems

Intel und T-Systems haben den PUE-Wert ihres gemeinsamen Forschungsrechenzentrums vor allem durch bauliche Maßnahmen auf 1,3 gedrückt und damit erhebliche Effizienzfortschritte gegenüber gängigen Rechenzentren erzielt. Weitere Verbesserungspotenziale sehen die Forscher unter anderem in der IT-Ausstattung und einem umfassenden, ganzheitlichen Rechenzentrums-Management.

Das Rechenzentrum der Zukunft ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Baustelle. Durch relativ einfache Umbaumaßnahmen und den Einsatz intelligenter Geräte lässt sich seine Energieeffizienz bereits deutlich steigern.

So sank im von Intel und T-Systems in München betriebenen DataCenter 2020 der PUE-Ausgangswert von 1,8 auf 1,3. Die Kooperationspartner hatten für ihre Versuchsreihen ein gängiges Rechenzentrum in einem Testlabor simuliert, das sie mit rund 180 Servern in Racks bestückten.

Schon durch die Auswahl der richtigen Lüfter der Umluftkühlgeräte ließ sich ein erhebliches Effizienzvolumen erschließen. Bis zu 90 Prozent des Stromverbrauchs zur Klimatisierung der Server-Räume helfen „intelligente“ Geräte mit elektronischer Drehzahl-Regelung einzusparen.

Kalte Luft und doppelter Boden

Als weitere vorbeugende Maßnahme gegen Energieverschwendung sorgten die Ingenieuren für eine strikte Trennung von Kalt- und Warmluft: Türen am Anfang und Ende der Rack-Reihe und eine überdachter Kaltgang zwischen den Server-Reihen verhindern Vermischungen. Weiterhin wurden Leckagen im Doppelboden beseitigt und Leerräume in den Racks mithilfe von Blindplatten geschlossen. So kann sich weder ein Wärmenest bilden noch Luft ausströmen.

Schließlich fanden die Forscher auch bei der Temperierung der Server-Räume noch erhebliches Einsparvolumen. Gemäß den Empfehlungen der ASHRAE (American Society of Heating, Refrigerating and Air-Conditioning Engineers) erhöhten sie die heute übliche Einblastemperatur der Server von 22 bis 23 Grad auf 27 Grad.

Dies bedeutet pro Grad Temperaturerhöhung rund vier Prozent weniger Klimatisierungskosten. In einem weiteren Schritt verdoppelten die Ingenieure die IT-Last von rund fünf Kilowatt pro Rack. Dabei wird eine höhere Energie-Effizienz durch den besseren Ausnutzungsgrad erzielt. „Durch die Verbindung aller Maßnahmen konnten wir bereits nach einem knappen Jahr den angepeilten PUE-Wert von 1,3 erreichen“, bilanziert Rainer Weidmann, Projektleiter und IT-Architekt von T-Systems im DataCenter 2020.

weiter mit: Effizienz und Zuverlässigkeit bei höherer Energiedichte

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