OpenStack Summit 2015: Clear Linux

Intel kündigt eigene Linux-Distribution für die Cloud an

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Ulrike Ostler

Intel stellt mit Clear Linux eigenes, abgespecktes Linux für den Cloud-Einsatz vor
Intel stellt mit Clear Linux eigenes, abgespecktes Linux für den Cloud-Einsatz vor (Bild: Intel)

Mit dem auf dem OpenStack Summit in Vancouver vorgestellten „Clear Linux“ reiht sich nach Red Hat („RHEL 7 Atomic Host“), Canonical („Unbuntu Snappy“) und VMware („Project Photon“) nun auch Intel in die Reihe der Software-Hersteller mit einer eigenen abgespeckten Linux-Distribution für die Cloud ein.

Hintergrund und Motivation von Clear Linux – nicht zu verwechseln mit „ClearOS“ - sei aber laut Intel-Manager Imad Sousoum, der Clear Linux auf dem zweiten Tag des OpenStack-Summit vorstellte, nicht das Etablieren einer weiteren Linux-Allzweck-Distribution im Markt, sondern eine hoch spezialisierte Lösung ohne grafische Oberfläche.

Allerdings ist auch dies nicht ungewöhnlich und zielt auf den gleichen Einsatzbereich wie zum Beispiel „CoreOS“ oder der von Microsoft für das kommende Jahr angekündigte „Nano Server“. Nach Angaben von Intel setzt Clear Linux einen Intel Core Prozessor der 4 Generation oder einen „Intel Xeon E5 v3“ voraus.

Ausprobieren

Der Quellcode steht auf der Projektseite zum Herunterladen zur Verfügung, einschließlich eines virtuellen KVM-Images. Weitere Einzelheiten, um Clear Linux in einer virtualisierten Umgebung zu nutzen, finden sich in der (noch unvollständigen)Dokumentation.

Features und Merkmale von Clear Linux

Neben einem speziell für geringen Stromverbrauch und hohe Geschwindigkeit optimierten Kernel, gehören Container-Virtualisierung, ein atomares Verfahren zum Einspielen von Updates von Softwarepaketen, die permanente Verfügbarkeit von Debug-Informationen und das Merkmal „zustandsloses Betriebssystem“ zu den zentralen Eigenschaften von Clear Linux. Intel hat nach Aussage von Imad Sousoum das Clear-Container-Format mit besonderem Fokus auf den Faktor Sicherheit entwickelt.

Tipp: Einzelheiten zu Clear-Containern hat Intel in einem Artikel auf lwn.net veröffentlicht. Die neue Technologie nutzt darüber hinaus das VT-x-Feature von Intel-Prozessoren Gebrauch.

Stateless OS

Mit der Eigenschaft zustandsloses (stateless ) Betriebssystem vereinfacht Clear Linux auch die Verwaltung. Stateless Betriebssystemkonzepte sind eigentlich seit mehr als einem Jahrzehnt bekannt. Dabei wurden verschiedene Definitionen und Implementierungen umgesetzt, von Embedded/Router-Locked-Down-Maschinen, über schreibgeschützte Dateisystemen, bei denen Änderungen ohnehin nicht gestattet sind, bis zu gemischte Modellen. Dazu gehören die Image-basierten Produkte alla Docker, welche im Prinzip immer noch auf traditionellen Linux/Unix/Posix-ähnlichen Distributionen basieren, aber on top eine „Umbasierung“ der Konfiguration erlauben.

Ein alternativer Ansatz zu den Mix-Modellen besteht darin, für die API gestattet Konfigurationsänderungen aussetzen - wie es CoreOS, Android oder ChromeOS tun. Bei diesen Systemen sind einige Konfigurationsänderungen auf Systemebene erlaubt, allerdings nur über die UI und eine native API-basierte Mittelschicht. Auch der Ansatz, das State-Management sozusagen „von außen“ mit Hilfe von Tools wie „Puppet“, „Chef“, „Ansible“ oder ähnliche aufzusetzen, sei laut Sousoum bei Clear Linux überflüssig.

Atomare Update und Delta-Patches

Auch die Eigenschaft, das System nicht stückweise mithilfe klassischer Software-Pakete zu aktualisieren, sondern ausschließlich über sogenannte Bundles, die von einzelnen Paketen abstrahieren werden und jeweils bestimmte Funktionalität zur Verfügung stellen, dient dem selben Zweck, wobei auf der anderen Seite Delta-Updates dafür sorgen sollen, Security-Patches mit wenigen KB-Umfang in ein laufendes System einzuspielen.

Das Clear-Linux-Team um den bekannten Kernel-Entwickler Arjan van de Ven arbeitet nach Aussage von Sousoum zudem an einem Werkzeug namens „Remixer". Dies soll Clear-Linux-Admins erlauben, Updates für die eigenen Bedürfnisse zuzuschneiden.

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