Wo bleibt das Geld in der IT?

Inhouse-IT contra Cloud-Services – die Argumente

| Autor / Redakteur: Jochen Michels / Ulrike Ostler

Auf der Kostenseite im Rechenzentrum

Weitere Kostenpositionen, die im eigenen RZ anfallen, in der Cloud aber nicht, wären:

Hardware

  • Marktbeobachtung, Auswahl und Beschaffung,
  • bÜberwachung, Fehlerbehebung, Austausch,
  • Load Balance, Laststeuerung und mehr

Software

  • Marktbeobachtung, Auswahl, Beschaffung,
  • Test, Inbetriebnahme,
  • Support, Update, Upgrade, Maintenance

Klima

  • Geräte, Wartung,
  • Messung, Steuerung, Optimierung
  • Luft- und Energieführung, Baumaßnahmen

Energieversorgung

  • USV, Verteilung, Steuerung,
  • Messen, Abrechnung usw.

Gebäude

  • Miete oder AFA,
  • Sicherheit, Zugang,
  • Reinigung, Klima, Versorgungen, Entsorgung

Anbindungen

  • Datenleitungen,
  • Straßen, Verkehrswege,
  • Energie,
  • Wasser,
  • Abwasser,
  • Müll

Personal für Betrieb, Management, Gebäudesicherheit, Zugangsüberwachung

  • Bruttojahreskosten,
  • Schulungen,
  • Reisen,
  • Incentives,
  • Nebenkosten

Diese Kosten sind selten genau erfasst, da die Betriebsabrechnung im Rechenzentrum oft noch unterentwickelt ist. Der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) des Rechenzentrums ist oft nicht einmal bekannt. Selbst wenn das ganze Unternehmen mit SAP arbeitet, findet man nicht selten, dass der große Budgetbereich „Rechenzentrum“ nicht weiter untergliedert ist.

In diesen Fällen muss also zunächst eine professionelle Kostenrechnung her, wie sie in jedem Produktionsbetrieb selbstverständlich ist. Meistens zeigt sich dann schnell, dass die eigenen Kosten eher noch höher sind, als im Budget veranschlagt.

Da dies nicht immer im kurzfristigen Interesse der IT-Leitung ist, trifft man schon einmal auf Zurückhaltung bei dieser Frage. Weitschauende CIOs oder IT-Chefs stellen sich jedoch gerne dieser Aufgabe, weil sie ihnen Verantwortungs-Reife für höhere Aufgaben bescheinigt.

Die Gegenrechnung

Stellt man dann die entsprechenden Cloud-Gebühren dagegen, die man zahlen müsste, um die eigenen Kapazitäten von einem Provider zu beziehen, machen diese höchstens die Hälfte aus, oft nicht einmal 30 Prozent. So ist der Schluss unausweichlich, dass der weit überwiegende Teil des Rechenzentrums-Budgets nicht fürs Rechnen und Speichern aufgewendet wird, sondern anderen Zwecken dient.

Wenn dabei der Schutz der Betriebsgeheimnisse angeführt wird, kann das durchaus im Sinne der Unternehmensleitung sein, auch wenn es ihr heute oft nicht bewusst ist. Selten kann dies aber zur Begründung für die gesamten Mehraufwand herhalten.

Das mögen zwar im Einzelfall auch einmal persönliche und emotionale Gründe sein, die vielleicht zum Ändern liebgewordener Verhaltensweisen führen müssten. Zum Beispiel mag der IT-Chef ahnen, dass die Anzahl seiner Untergebenen reduziert werden könnte. Oder seine Vorgesetzten könnten den Verdacht schöpfen, dass er in der Vergangenheit nicht optimal gewirtschaftet habe. Hier hilft aber nicht ein Zurückziehen auf die Vergangenheit, sondern das mutige Ergreifen der neuen Chancen, die in der Cloud von Woche zu Woche größer werden.

Der Autor:

Der Beitrag von Jochen Michels, Inhaber der Unternehmensberatung fuer DV, Neuss, ist auch im Kompendium Optimierung im Rechenzentrum erschienen, das kostenfrei als PDF zum Download bereitsteht.

Was meinen Sie zu diesem Thema?
Von: Paul G. Huppertz (via Xing) Während die IT-System Management-Abteilung ihr...  lesen
posted am 17.09.2014 um 17:56 von Unregistriert

Gefällt mir, wie Sie das aufbereitet haben !! Jochen MIchels, Neuss  lesen
posted am 08.09.2014 um 09:08 von Unregistriert


Mitdiskutieren
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 42929110 / Services)