Wo bleibt das Geld in der IT?

Inhouse-IT contra Cloud-Services – die Argumente

| Autor / Redakteur: Jochen Michels / Ulrike Ostler

Wie viel Sicherheit ist tatsächlich notwendig?

Es lohnt, den diffusen Sicherheitsbedarf genauer zu durchleuchten. Er umfasst meistens drei Gebiete: Datensicherheit, Datenschutz und Geheimschutz.

Die Datensicherheit ist für den mittleren und auch größeren Rechenzentrumsbetrieb heute kein Argument mehr gegen die Cloud, denn an die Sicherheitsmaßnahmen der genannten Groß-Anbieter kommt wohl kein Unternehmens-RZ heran. Zwar werden größere Ausfälle meist schon in der Tagespresse kommuniziert, kommen aber vergleichsweise selten vor.

Wenn man das betroffene Datenvolumen vergleicht, so trifft wohl jedes kleinere eigene Rechenzentrum ein ähnlicher Vorfall mindestens im gleichen Verhältnis – auch wenn es nicht öffentlich wird. Ausgenommen mögen extrem gesicherte Rechenzentren einiger DAX-Unternehmen (Banken, Pharma) sein, die sich ähnlichen Aufwand leisten (müssen).

Beim Datenschutz – also den Personendaten nach BDSG – ist ohnehin die gesetzliche Vorgabe so, dass kein Anbieter in Deutschland einen Vertrag schließen könnte, ohne sämtliche Bestimmungen dieses Gesetzes genauestens zu erfüllen.

So bleibt vom Sicherheitsthema vor allem der Schutz von Betriebsgeheimnissen, speziellen Unternehmensdaten, die die Wettbewerbsfähigkeit – insbesondere beim Mittelstand – sehr oft entscheidend mitbestimmen. Dass man bei diesen Daten dem Verlagern in die Cloud Bedenken entgegenhält soll hier nicht in Frage gestellt werden. Dies muss aber nicht bedeuten, deswegen auf den Nutzen der Cloud-Infrastruktur komplett zu verzichten.

Lange Leitungen

Welche anderen Kosten könnten im eigenen Rechenzentrum sonst noch anfallen, die den massiven Unterschied zu den Cloud-Angeboten ausmachen (könnten)? Gern angeführt wird die Datenverbindung der Hauptverwaltung zum Cloud-Anbieter. In der Tat ist diese ja nun ganz anders als bisher: Statt Leitungen zum RZ im Kellergeschoss oder benachbarten Gebäude muss man bei einer Cloud-Lösung für schnelle Verbindungen zum nächsten Eingangspunkt des Providers sorgen.

Das können wenige oder auch viele Kilometer sein. In Frankfurt oder München sieht es anders aus als in Lüneburg oder Bamberg. Immerhin kann man heute selbst über viele Kilometer oft sehr günstige Schnellverbindungen mieten. Sie machen nur einen Bruchteil der eingesparten Kosten aus und sind daher kein Roadblocker gegen die Cloud-Infrastruktur. Selbstredend sollte man die Verbindungen mindestens doppelt auslegen, denn gegen Bagger, Stromausfälle oder andere Einflüsse gibt es keine absolute Sicherheit.

Denkt man weiter, so eröffnet aber diese „Fernanbindung“ zum Cloud Provider auf der anderen Seite einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Wenn das Unternehmen nicht nur aus der Hauptverwaltung besteht, sondern viele Außenstellen im Inland und sogar im Ausland führt. Denn im Zweifel verfügt der Cloud-Anbieter über so gute Internet-Zu- und Abgänge, dass die Versorgung der Außenstellen deutlich günstiger wird, als die bisherige Lösung, etwa bisher mit eigenen Miet- oder Lease-Leitungen.

Rechnet man beide Netzpositionen gegeneinander, so können sich durchaus beachtliche Vorteile für die Cloud ergeben. Eine Rechtfertigung für den Weiterbetrieb im eigenen Haus ist daraus dann jedenfalls nicht abzuleiten.

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Von: Paul G. Huppertz (via Xing) Während die IT-System Management-Abteilung ihr...  lesen
posted am 17.09.2014 um 17:56 von Unregistriert

Gefällt mir, wie Sie das aufbereitet haben !! Jochen MIchels, Neuss  lesen
posted am 08.09.2014 um 09:08 von Unregistriert


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