Vom Design bis zum konfigurierten Computer und kompletten RZ

Einzigartig in Europa: Das Fujitsu-Werk in Augsburg

| Autor / Redakteur: Jannis Moutafis / Ulrike Ostler

Zur Produktion in Augsburg gehören bei Fujutsu auch umfangreiche Tests, zum Beispiel auf elektromagnetische Verträglichkeit. Um Störungen ausschließen zu können, braucht es eine Absorberhalle; hier ein Bild aus einer Lichtshow in diesem Raum.
Zur Produktion in Augsburg gehören bei Fujutsu auch umfangreiche Tests, zum Beispiel auf elektromagnetische Verträglichkeit. Um Störungen ausschließen zu können, braucht es eine Absorberhalle; hier ein Bild aus einer Lichtshow in diesem Raum. (Bild: Fujitsu)

Das Werk von Fujitsu in Augsburg ist das letzte seiner Art in Deutschland. Hier wird noch richtig Computerhardware nicht nur entwickelt, sondern auch nach dem Stand der Technik produziert – zu Kosten, die mit den Fertigungsstätten in China mithalten können.

Die gut 1.500 Mitarbeiter des Augsburger Werks mit insgesamt 77.000 Quadratmetern produzieren in drei Schichten bis zu 21.000 Endgeräte täglich, vom PC-Mainboard bis zu komplexen Servern. Hinzu kommen Baugruppen für Auftragskunden wie Siemens und dem Hersteller von Produktionsmaschinen Kuka.

Bei letzteren sind die Anforderungen bezüglich Ausfallsicherheit besonders hoch. Die neue Leiterin des Werks, Vera Schneevoigt (siehe: Bildergalerie Abbildung 1), will den Bereich Auftragsproduktion in den nächsten Jahren noch stärker ausbauen. Dabei gehe der Trend in Richtung „mehr Wertschöpfung“ im Werk, zumal Hardware immer mehr zu einem Commodity-Produkt werde.

So produziere das Werk, das 1985 geplant und seither mehrfach umgebaut wurde, zwar weniger Stückzahlen als noch vor Jahren, doch „werthaltigere“ Produkte. Das sind bis zu 12.000 Client Computing Devices, 950 Server/Storage Systeme, 50 Racks und 8.000 Systemboards pro Tag.

Der Zusatzwert, sagt Schneevoigt, komme insbesondere von dem Zusatzaufwand, den das Customizing verursache. Die Rechner werden auf Kundenwunsch gebaut und konfiguriert. Und das sei selbst noch bei einer Losgröße von einem Stück möglich, so die Chefin.

Die Logistik

Die Logistik-Abteilung des Werks muss nicht nur eine Unmenge verschiedener Bauteile für die Produktion verwalten, sondern auch insgesamt 2.500 wöchentlichen Konfigurationen und Modifikationen, in denen die verschiedenen Endgeräte ausgeliefert werden können.

Vom Auftragseingang für den Bau eines Geräts bis zu seiner Auslieferung vergehen im Schnitt sechs Arbeitstage. Zwei davon nimmt die Fertigungsplanung für sich in Anspruch. Die Herstellung selbst dauert von der Bestückung bis zum fertig geprüften Gerät im Schnitt knappe zwei Stunden.

Ein Server-Mainboard kann bis zu 18 Lagen haben; hier im Bild: eine Bestückungsmaschine. Das Umrüsten der Maschinen erfolgt im laufenden Betrieb und dauert in der Regeln eine kanppe Viertelstunde.
Ein Server-Mainboard kann bis zu 18 Lagen haben; hier im Bild: eine Bestückungsmaschine. Das Umrüsten der Maschinen erfolgt im laufenden Betrieb und dauert in der Regeln eine kanppe Viertelstunde. (Bild: Ulrike Ostler)

Neben der Produktion beherbergt das Werk eine große Entwicklungsabteilung, die einerseits selbst in Eigenregie sehr viele Geräte und Softwaremodule entwickelt, andererseits mit den Laboren des Mutterkonzerns in Japan zusammenarbeitet - von dort kommen etwa die Platinen oder auch die Innovation Handvenen-Scanner - und die Arbeit angegliederter Entwicklungszentren in anderen europäischen Ländern koordiniert.

Hardware und Software

Die Kunst dabei ist es, eine möglichst standardisierte Basis für Mainboards und Gehäuse herzustellen, die sich für PCs und Server variieren lässt. Rund 160 Projekte beaufsichtigt die F&E-Leitung pro Jahr in Augsburg. Davon handelt es sich bei der Hälfte um reine Softwareprojekte, „alles oberhalb des BIOS“, Tendenz steigend. Dazu gehört etwa die komplette Neuentwicklung des Betriebssystems für den Großrechner „BS2000“, das noch vor Ende dieses Jahres herauskommen soll.

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Geräte wie PCs und Notebook werden hier in ihrer Ganzheit entworfen, von der Leiterplatte bis zum Gehäusedesign. Zudem werden sie nach allen Zulassungsrichtlinien, Umweltgesichtspunkten und nach elektromagnetischer Verträglichkeit getestet.

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Die Kläranlage (Bild 17) finde ich höchst bemerkenswert :-)  lesen
posted am 18.07.2014 um 11:07 von Unregistriert


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