Das Open-Source-Projekt hinter Red Hat Enterprise Virtualization

In 7 Schritten mit oVirt zur ersten VM

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Ulrike Ostler

Schritt 1 bis 7

Der folgende Workshop setzt voraus, dass dem Admin zwei Linux-PCs mit Fedora 19 und korrekt eingerichtetem Netzwerk samt funktionierendem DNS zur Verfügung stehen. Eines soll als Node dienen und muss über eine CPU mit VT-Extension verfügen. Fedora stellt zwar oVirt-Pakete in den regulären Paketquellen zur Verfügung. Administratoren sollten aber besser die aktuelleren Pakete aus dem offiziellen „oVirt-Repo“ verwenden.

So lässt sich mit oVirt kostenlos ein professionelles Enterprise-Virtualisierungs-Management-System bauen:

Schritt 1: Mit dem Kommando

yum localinstall http://resources.ovirt.org/releases/ovirt-release.noarch.rpm

fügen Administratoren automatisch das Paketdepot

Ergänzendes zum Thema
 
Das Fazit des Autors:

etc/yum.repod.d/ovirt.repo

zu den bestehenden Paketquellen hinzu.

Schritt 2: Jetzt ist „nur“ auf dem Manager-Host das Paket „ovirt-engine“

mit:

yum install ovirt-engine

zu installieren. Mit „engine-setup“ starten Admins danach einen CLI-basierten Konfigurations-Assistenten, mit dem sie den Fedora-Host mit wenigen Schritten in einen oVirt-Management-Host verwandeln.

Schritt 3: Das Skript passt zum Beispiel die Netzwerkkonfiguration auf dem Host an die Erfordernisse von oVirt an, wozu die DNS-Auflösung in „beide Richtungen“ funktionieren muss. Außerdem konfiguriert es die bei Fedora per Default aktive „iptables“-Firewall so, dass Host und Node miteinander kommunizieren können, richtet die als Speicher-Backend für das Management-System erforderliche „PostgresQL“-Datenbank samt DB-Admin-Passwort ein, konfiguriert und erzeugt die benötigten SSL-Server-Zertifikate und richtet den Apache-Web-Server ein. Ferner erstellt es auf Wunsch eine ISO-Domain als NFS-Freigabe, wozu auf dem Management-System mindestens 16 GB freier Speicherplatz verfügbar sein muss, und zeigt abschließend eine Zusammenfassung aller getätigten Eingaben an.

Schritt 4: Nach Abschluss des Assistenten steht die Portal-Seite des Management-Hosts unter

https://<FQDN des Manager-Host>/ovirt-engine

zur Verfügung. Hier melden Sie sich zunächst als Administrator an. Die Portalseite steht später aber auch normalen Nutzern zur Verwaltung und Verwendung Ihrer VMs zur Verfügung. Ein Rollensystem erlaubt es dem Admin, hierzu abgestufte Rechte oder Delegationen einzurichten.

Schritt 5: Die oberste Verwaltungseinheit in einem oVirt-Setup ist ein „Data Center“. Eines mit dem Namen „Default“ existiert bereits. Das enthält eine Reihe von Speichern, Netzwerken, Templates und Clustern, sowie ein erstes logisches Netzwerk „ovirtmgmt“, das Sie vorerst gleichzeitig als Speicher- und VM-Traffic verwenden können.

Das „Aufsetzen“ des Node erfolgt direkt aus dem Web-Interface, indem die Administratoren im Knoten „Hosts“ im gewünschten Cluster auf „Neu“ klicken, wobei der entsprechende Rechner via SSH erreichbar und dessen Namen via DNS auflösbar sein muss. Sie tragen im Dialog „Neuer Host“ ihren Namen ein und wählen bei der Authentifizierung „SSH mit Public-Keys“.

Um sich den richtigen Fingerprint vom Node zu holen, müssen sie die „Erweiterten Parameter“ aufklappen. Mit einem Klick auf „OK“ wird das Node-System vollautomatisch eingerichtet, einschließlich der Konfiguration von Netzwerk und Firewall sowie der Installation von VDSM, libirt und mehr. Das Web-Interface zeigt die einzelnen Schritte in der Spalte „Status“ des betreffenden Hosts an.

Schritt 6: Anschließend bestücken Sie Ihre ISODomain mit dem Kommando

engine-iso-uploader upload --i<Name der ISO-Domäne> <Name der

ISO-Datei.iso>

Zum Verbinden wählen die Admins im Knoten „Speicher“ die Funktion „Neue Domäne“ und tragen den Host bei „Verwende Host“ ein.

Schritt 7: Ist das erledigt, können sie im Knoten „System/Data-Centers/Clusters/Default/VMs“ mit „Neu“ ihre erste virtuelle Maschine anlegen. Das kann – etwa bei der Desktop-Virtualisierung (VDI) – vorlagenbasiert erfolgen oder man wählt bei „Betriebssystem“ das gewünschte Betriebssystem, blendet mit der Schaltfläche unten links die „Fortgeschrittene Optionen“ ein und konfiguriert das System nach eigenen Wünschen. Nach einem Klick auf „OK“, ist das System über das SPICE-Browser-Plug-In zugreifbar.

Der Autor und das Original

Thomas Drlling schreibt und bloggt für DataCenter-Insider sowie für „Erfolgreich virtualisieren“ aus dem Verlag für die Deutsche Wirtschaft. Dieser Text erschien in der Mai-Ausgabe des Abo-Magazins.

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