Was ist eine Applikation?

Im Dienst der User

| Autor / Redakteur: Otto Geißler / Ulrike Ostler

Der Autor Otto Geißler klärt die Frage: Was ist eine Applikation?
Der Autor Otto Geißler klärt die Frage: Was ist eine Applikation? (Bild: © djama - stock.adobe.com)

Eine Applikation ist ein Programm, das zur Lösung von Aufgaben bzw. Benutzerproblemen verwendet wird. Wogegen ein Betriebssystem für den Betrieb des Rechners und die Zurverfügungstellung von Diensten im Einsatz steht.

Im deutschen Sprachraum wurde aus der englischen Bezeichnung application der deutsche IT-Fachbegriff Applikation, der oft mit App abgekürzt wird. Als im Jahre 2008 der „iOS App Store“ auf den Markt kam, werden Apps häufig auch mit mobilen Apps – also als Anwendungssoftware für Mobilgeräte wie zum Beispiel Smartphones und Tablets - synonym verwendet.

Mittlerweile bezeichnet Microsoft ab dem Betriebssystem „Windows 8“ die Desktop-Anwendungssoftware ebenfalls als Apps. Denn Windows 8 kann sowohl auf Desktop-PCs als auch auf Tablets zum Einsatz kommen. Selbst Systemadministratoren bezeichnen die Tools, mit denen sie täglich arbeiten, als Applikationen beziehungsweise Anwendungen.

Standard oder spezifische Applikation?

Während eine Systemsoftware (im Wesentlichen das Betriebssystem) die Basis für Applikationen bildet, stehen diese als Überbegriff für alle Programme, die der User für seine Arbeit nutzen kann. Das heißt: Applikationen werden vielfach zur Unterstützung der Administration von Unternehmen und Organisationen eingesetzt.

Applikationen sind häufig Standardsoftwarepakete. Es werden aber auch branchen- und tätigkeitsspezifischen Applikationen als Individualsoftware angeboten, die auf spezifische Bedürfnisse zugeschnitten sind und von Software- oder Systemhäusern entwickelt werden. Zur anwendungsunabhängigen Standardsoftware gehören Applikationen wie Textverarbeitung, Adressverwaltung, Tabellenkalkulation, Datenbanken und Grafikproramme.

Zur anwendungsbezogenen Standardsoftware zählen zum Beispiel Applikationen für die Buchhaltung, das Lagerwesen, die allgemeine Verwaltung, aber auch Architektur- oder Management-Programme. Zur branchenabhängigen Standardsoftware zählen zum Beispiel Applikationen für Steuerberater, Bauplaner, Möbeldesigner, Archäologen oder betriebliche Prozesssteuerungen.

Zu den Applikationen als Individualsoftware gehören zum Beispiel Lösungen zur Druckoptimierung, Werbeplanung, CNC-Steuerung oder für Data Mining und Data Warehouse. Applikationen können somit Standardsoftware oder auch häufig eine für spezielle Branchenlösungen zugeschnittene Individualsoftware sein. Im strategischen und wirtschaftlichen Bereich spricht man von Business-Applikationen. Dazu gehören zum Beispiel Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP) oder Portal-Software.

Bewertung von Applikationen

Einer der größten Vorzüge der Standard- und Anwendungssoftware – verglichen mit individuell programmierten Applikationen - ist der günstige Preis. Die Kosten können sich nochmals deutlich verringern, wenn die Applikation in eine bereits existierende Standard- und Anwendungslösung integriert werden kann.

Branchenlösungen werden in der Regel für große Nutzergruppen entwickelt, die sehr ähnliche Anforderungen und Ausstattungsmerkmale aufweisen. Die entstehenden Kosten fallen durch die hohe Zahl der Nutzer entsprechend günstig aus.

Ein großer Nachteil von Standardpakten ist, dass sie nicht gänzlich integrierbar sein können und daher immer angepasst werden müssen. Dieser Aufwand kann die anfängliche Ersparnis gegenüber einer Individualsoftware wieder kompensieren.

Dienste im Einsatz

Applikationen können entweder lokal auf einem Rechner bzw. Server laufen oder auf einem mobilen Endgerät installiert sein. Auf den Server kann wiederum von einem Rechner oder mobilen Gerät als Client-Server- bzw. Webanwendung zugegriffen werden. Mobile Applikationen bzw. Apps werden speziell für mobile Geräte optimiert. Wobei diese auch auf den üblichen Desktop-Rechnern zum Einsatz kommen können.

Die kostenpflichtigen als auch kostenlosen mobilen Apps können über einen App-Store aus dem Netz auf as End-Device geladen und auf dem Endgerät installiert werden, wogegen mobile Web-Apps nur über den Webbrowser des Geräts abgerufen werden. Web-Applikationen charakterisieren eine besondere Form von Anwendungssoftware. Sie werden von einem Desktop oder mobilen Gerät über einen Web-Browser aufgerufen und laufen dann in einem Browser ab. Im Vergleich zu Desktop-Anwendungen benötigen Web-Applikationen kein eigenes Betriebssystem, bisweilen jedoch gewisse Laufzeitumgebungen.

Applikationen in der Automatisation

Ein weiterer Einsatzbereich für Applikationen ist die industrielle Produktion. Die Applikationen sorgen dafür, dass die zahlreichen Maschinen und Roboter einwandfrei und ohne Unterbrechung laufen. Die Automatisierungstechnik ist heute mit ihren vielfältigen Möglichkeiten ohne die Unterstützung von maßgeschneiderten Applikationen nicht mehr denkbar.

Das bedeutet, je größer der Grad der Automatisierung, umso niedriger ist der Faktor Mensch bei der Steuerung und umso wichtiger sind die Applikationen im industriellen Prozess. Für eine effiziente Entwicklung steht der Einsatz von praktischen Tools. Diese werden zukunftsorientiert in der SPS-Software integriert, um wertvolle Zeit und Kosten zu sparen.

* Otto Geißler ist freier Autor und lebt in Augsburg.

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