Kleinere Unternehmen werden Ablösung von Windows Server 2003 möglichst vertagen.

IDC: Big Data und Cloud treiben den Server-Markt

| Autor / Redakteur: Ariane Rüdiger / Ulrike Ostler

Eindringlich warnte Professor Andreas Gadatsch (links im Bild mit Tim Cole) davor, die unumgänglichen Windows-Server-Migrationen so lange zu verschieben, bis wichtige Unternehmensfunktionen in Gefahr sind.
Eindringlich warnte Professor Andreas Gadatsch (links im Bild mit Tim Cole) davor, die unumgänglichen Windows-Server-Migrationen so lange zu verschieben, bis wichtige Unternehmensfunktionen in Gefahr sind. (Bild: Ariane Rüdiger)

Am 14. Juni dieses Jahres stellt Microsoft die Unterstützung für den Betriebssystem-Veteranen Windows Server 2003 ein. Was bedeutet das angesichts mehrerer Millionen noch laufender Win-2003-Server für den Server-Markt? Das Thema diskutierte in München eine hochkarätige Expertenrunde, moderiert vom deutsch-amerikanischen Internet-Publizisten, Kolumnisten und Autor Tim Cole.

Big Data und Cloud heißen die wichtigsten Treiber des Server-Marktes für die nächsten vier bis fünf Jahre, prognostiziert IDC. Weil diese Technologien endgültig aus den Startlöchern kommen, würden nach dem Tief 2013 bis 2018 wieder mehr x86-Server verkauft. Die Zahl der in Westeuropa verkauften x86-Einheiten soll sich allerdings zwischen 2014 und 2018 von 1,6 auf 1,8 Millionen Stück vergrößern.

Hohe Server-Umsätze bei sinkenden Preisen

Das lässt allerdings auf einen weiteren Preisverfall schließen. Denn das Umsatzwachstum bleibt laut IDC flach: Die Umsätze mit Server-Hardware in Westeuropa erreichen im Jahr 2015 ein Volumen von 8,3 Milliarden Dollar – um anschließend bis 2018 per Saldo nicht mehr dazu zu gewinnen. Im Jahresdurchschnitt legt der Markt umsatzbezogen um 1,8 Prozent zu, bei Stückzahlen sind es immerhin 2.2 Prozent.

Das Mehr an Server-Einheiten fällt in die Jahre ab 2014. Bis 2018 gehen immer mehr x86-Ssysteme in das Cloud-Segment. Auch Rechner für Big-Data-Anwendungen verzeichnen einen Anstieg. Wichtigstes Motiv zum Kauf sind nicht mehr Kosteneinsparungen, sondern mehr Service und die Optimierung von Geschäftsprozessen. „Dafür braucht man neue Hard- und Software, weil die alte einfach nicht mehr zeitgemäß ist“, begründet Eckhardt Fischer, Research Analyst, IDC EMEA Enterprise Server Group.

Big Data löst Cloud als treibende Kraft ab

IDC legte auch Zahlen vor, die belegen sollen, wie stark Big Data den Server-Markt treibt: Danach liegt die Wachstumsrate der verkauften Big-Data-Server in Westeuropa von 2011 bis 2018 umsatzbezogen bei 24,6 Prozent, in Deutschland sogar bei 24,8 Prozent. Bis 2018 sollen die Umsätze mit Rechnern für Big-Data-Szenarien sich in Westeuropa auf 6,8 Milliarden Dollar, in Deutschland auf 1,4 Millarden Dollar belaufen. Im Cloud-Bereich ist die Zeit des steilsten Wachstums bereits vorüber: Der westeuropäische Markt soll zwischen 2011 und 2018 jährlich im Schnitt 13,2 Prozent zulegen, der deutsche um 10,7 Prozent.

Betrachtet man das gesamte Zahlenwerk, ergibt es, dass IDC davon ausgeht, ältere Server-Typen würden durch neuere abgelöst, die speziell auf Cloud und Big Data zugeschnitten sind. Als Killer-Applikationen, die Anwender zum Einsatz der derzeit anteilig stark zulegenden integrierten Plattformen bewegen, gilt vor allem die Verarbeitung von Kerngeschäftsdaten (ERP, CRM, OLTP). Hier sehen über alle Firmen-Größenklassen 80 Prozent der Anwender laut IDC den Grund, in neue Rechnerhardware zu investieren.

Unter dem Vorbehalt von Daumenregeln

Freilich steht das Ganze unter dem Vorbehalt, dass nicht die Makroökonomie den Wachstumsträumen einen Strich durch die Rechnung macht. Die Umsatzstatistik des Server-Marktes verhält sich nämlich laut IDC grob analog dem BIP (Bruttoinlandsprodukt). Wächst es, wird auch in neue Server-Hardware investiert.

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