Suchen

Chinesischer Hersteller zahlt 2,3 Milliarden Dollar IBM tritt x86-Server-Geschäft an Lenovo ab

| Redakteur: Michael Hase

Der IT-Konzern IBM trennt sich von seiner x86-Server-Sparte. Käufer ist der chinesische Hersteller Lenovo, der bereits 2005 das PC-Geschäft von Big Blue übernommen hat. Der Preis für die Transaktion beträgt 2,3 Milliarden Dollar.

Firmen zum Thema

Im Server-Segment konzentriert sich IBM künftig auf strategische Innovationen bei Power-Systemen und Mainframes.
Im Server-Segment konzentriert sich IBM künftig auf strategische Innovationen bei Power-Systemen und Mainframes.
(Bild: IBM)

Die Gerüchte über Verhandlungen der beiden IT-Riesen tauchten immer mal wieder auf. Jetzt ist es konkret: Lenovo und IBM haben eine endgültige Vereinbarung darüber getroffen, dass der chinesische Konzern das x86-Server-Geschäft des amerikanischen Mitbewerbers zum Preis von 2,3 Milliarden Dollar übernimmt.

Zur x86-Sparte von IBM gehören System-x-Server, Bladecenter, Blade-Server, Software, Blade-Networking-Technologie und das Wartungsgeschäft. Der Systems & Technology Group von IBM verbleiben damit die System-z-Mainframes, Power-Server, Storage-Systeme sowie die Appliances Pure Application und Pure Data.

Die aktuelle Vereinbarung folgt auf eine langjährige Geschäftsbeziehung der beiden Unternehmen, die 2005 begann, als IBM die PC-Sparte mit den Notebooks der Thinkpad-Linie an Lenovo verkaufte. Seitdem haben beide Hersteller auf mehreren Ebenen zusammengearbeitet. Unter anderem vergab IBM im Jahr 2008 die Lizenz zur Produktion von x86-Servern mit ein und zwei Sockeln an den chinesischen Techologiepartner.

Strategische Allianz

Für die Zukunft planen beide IT-Konzerne eine strategische Allianz, die eine weltweite OEM- und Reseller-Vereinbarung über die Vermarktung von IBM-Produkten durch Lenovo einschließt. Zu diesen Produkten zählen unter anderem Einstiegs- und Midrange-Speichersysteme, die Smart-Cloud-Entry-Angebote und das System-Software-Portfolio mit dem Systems Director.

Nach Abschluss des Geschäfts zeichnet Lenovo für Services und Wartung rund um die x86-Systeme verantwortlich. IBM wird Kunden aber noch für einen längeren Zeitraum Maintenance-Services im Auftrag des chinesischen Partners anbieten.

Im Zuge des Geschäfts werden voraussichtlich rund 7.500 IBM-Mitarbeiter weltweit, von denen etliche an den Hauptstandorten Raleigh, Shanghai, Shenzhen und Taipei beschäftigt sind, zu Lenovo wechseln.

PC-Geschäft als Benchmark

„Mit der richtigen Strategie, großartiger Umsetzung, kontinuierlichen Innovationen und der klaren Verpflichtung gegenüber der x86-Industrie sind wir zuversichtlich, dass wir dieses Geschäft langfristig genauso erfolgreich entwickeln können, wie wir das mit unserem PC-Geschäft weltweit getan haben“, gibt sich Yang Yuanqing, CEO von Lenovo, euphorisch.

„Diese Veräußerung erlaubt es IBM, sich auf System- und Software-Innovationen zu konzentrieren, durch die neuartige Mehrwerte in strategischen Geschäftsbereichen wie Cognitive Computing, Big Data und Cloud entstehen“, kommentiert Steve Mills, Group Executive IBM Software and Systems, den Deal.

Stimmen aus dem deutschen IBM-Unternehmen sind deutlicher. „IBM trennt sich strategisch dann von Geschäften, wenn sie zunehmend zu Commodity werden - das ist bei x86-Servern zunehmend der Fall.“

(ID:42499739)