Die 13. Generation an System-z-Großrechnern

IBM richtet Mainframe auf mobile Transaktionen und Apps aus

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Ulrike Ostler

IBM-Großrechner „System z“ bekommt mehr Power und mehr Aufgaben.
IBM-Großrechner „System z“ bekommt mehr Power und mehr Aufgaben. (Bild: IBM)

Mit der „z13“ verpasst IBM seiner Großrechnerfamilie „System z“ ein gründliches Facelifting. Bei gleichem Formfaktor soll die z13 bis zu 40 Prozent mehr IOPS-Leistung liefern und täglich bis 2,5 Millionen Transaktionen verarbeiten können. Zielmärkte sind Mobilfunk-Provider, Analytiknutzer und App-Entwickler. Die z13-Modelle sollen im März erhältlich werden.

Gegenüber ihrem Vorgänger „z12 EC“ (Enterprise Class) trumpft die z13 EC mit 40 Rechenkernen mehr auf, so dass sie nun über 141 Cores verfügt. Auch der Hauptspeicher kann sich sehen lassen: Mit 10 Terybyte ist er nach Angaben von IBM-Manager Andreas Thomasch „dreimal so groß wie der der z12“.

Damit sollen entsprechende Analytik-Anwendungen in der Lage sein, vorhandene Transaktionsdaten quasi in Echtzeit auszuwerten. Die Hauptlast sieht IBM dabei vor allem in komplexen mobilen Transaktionen, deren Anzahl bereits bei durchschnittlich 37 pro Nutzer und Tag liege, sich aber rasch vervielfachen dürfte, so Thomasch, etwa im Online-Banking oder Payment-Systemen.

„Durch den Einsatz neuester Technologien wie Flash Memory oder so genannter FPGA-Akzeleratoren bietet die z13 alle Voraussetzungen, um eine Erhöhung des Datendurchsatzes zu ermöglichen“, sagt Wolfgang Maier, Leiter der Hardware-Entwicklung im deutschen IBM Forschungs- und Entwicklungszentrum. „Des Weiteren ist sie durch eine neue, in den Prozessor integrierte PCI-Einheit (Peripheral Component Interconnect), vergrößerte Caches sowie bis zu 10 Terabyte DRAM optimal auf die extrem speicherintensiven Anforderungen neuester Anwendungen vorbereitet.“

Die Überarbeitung

Im Wesentlichen handele es sich bei der z13 um ein komplett überarbeitetes System, mit Verbesserungen bei der CPU-Leistung, der Speicherkapazität und der I/O-Bandbreite auf mehreren Ebenen, äußert sich der Analyst Richard Fichari von der Forrester Group. „Bestehende Mainframe-Nutzer dürfen sich auf Steigerungen bei allen Verarbeitungsmetriken freuen.“

Die Generation z13 bringt selbst bereits eine Reihe zusammen mit Apple entwickelter Mobil-Apps mit. Der amerikanische IT-Berater Mike Kahn sieht Finanzinstitute und Krankenkassen ebenso als künftige Anbieter in diesem Markt.

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Im Rahmen der Ankündigung enthüllt IBM auch eine Vorschau auf neue z/OS-Software, die erweiterte Analyse- und Datenserver-Funktionen liefert. Dieses Version des Betriebssystems erweitert die Fähigkeit des z13, Analysen in-Memory und über mobile Transaktionen performant und kostengünstig zu verarbeiten und hilft Geschäftskunden, Mainframe-Unternehmensanwendungen auf den Mobile-Nutzer auszuweiten.
Im Rahmen der Ankündigung enthüllt IBM auch eine Vorschau auf neue z/OS-Software, die erweiterte Analyse- und Datenserver-Funktionen liefert. Dieses Version des Betriebssystems erweitert die Fähigkeit des z13, Analysen in-Memory und über mobile Transaktionen performant und kostengünstig zu verarbeiten und hilft Geschäftskunden, Mainframe-Unternehmensanwendungen auf den Mobile-Nutzer auszuweiten. (Bild: IBM)

Herausforderung Mobility

Durch den zunehmenden Einsatz der mobiler Devices und Anwendungen erzeugen Verbraucher zunehmend exponentiell steigende Mengen an Mobile-Transaktionen. Jede dieser Transaktionen erzeugt eine Kaskade an Ereignissen zwischen Compute-Systemen (siehe: Studie im Download-Link).

Diese sind beispielsweise Vergleiche zu vorherigen Käufen, Datenverschlüsselung und -entschlüsselung, Bank-zu-Bank-Abgleiche und Loyalty-Discount-Angebote. Der so genannte „Starburst-Effekt“ besagt, dass jede einzelne Transaktion wiederum zwischen vier und 100 zusätzliche Systeminteraktionen auslösen kann. In der Konsequenz entstehen auch neue Sicherheitslücken an jedem Interaktionspunkt. Tatsächlich betrachten 71 Prozent der von IBM befragten CIOs und IT-Manager Sicherheit als die wichtigste Herausforderung bei mobilen Geschäftstätigkeiten.

Die Kunden sollen selbst jede Menge neue Apps entwickeln, sei es für Mobile, Cloud oder Linux. „Für die Entwickler mobiler Apps“, so Fichera, „die sich wie etwa Finanzinstitute stark auf Datenquellen auf dem Mainframe verlassen, könnte die z13 sowie ihre Software eine interessante Plattformalternative bieten.“ Die Alternative ist die zunehmend verbreitete x86-Linux-Plattform.

Inhalt des Artikels:

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