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Der will nicht nur spielen IBM Forschungsprojekt Watson geht in den Praxiseinsatz

| Autor / Redakteur: Ivo Körner / Ulrike Ostler

Bekannt geworden ist „Watson“ mit seinem Sieg gegen zwei „Jeopardy“-Champions in der gleichnamigen US-Fernsehsendung. Heute, ein gutes Jahr nach dem Auftritt in der Show, hat die Watson-Technologie das Spielstadium hinter sich gelassen und die Arbeit aufgenommen – in der Forschung, aber auch in der Wirtschaft.

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„Watson“ ist ein selbstlernendes Computersystem aus der IBM Forschung.
„Watson“ ist ein selbstlernendes Computersystem aus der IBM Forschung.

Watson, benannt nach dem IBM-Gründer, ist ein selbstlernendes Computersystem aus der IBM Forschung. Es wurde speziell dafür entwickelt, Fragen so zu verstehen und zu beantworten, wie Menschen das normalerweise tun: in natürlicher Sprache.

Seine ersten Schritte in Richtung Praxis macht Watson jetzt im Gesundheitssektor und in der Finanzbranche. Der lernende Supercomputer kann überall dort zum Einsatz kommen, wo es darum geht, große Mengen an Information schnell zu verarbeiten und selbständig Schlüsse aus vorhandenen Daten zu ziehen.

Watson im weißen Kittel

Wie das konkret funktionieren kann, zeigt das Beispiel des Versicherers Wellpoint in den USA. Das Unternehmen arbeitet gemeinsam mit IBM an Anwendungen, die Ärzten helfen sollen, korrekte Diagnosen zu stellen und passende Therapien auszuwählen.

afür greift das System auf Informationen aus medizinischen Datenbanken, Schriften und Publikationen zu und wird mit Patientendaten, Symptomen und Befunden gefüttert. Da Watson Sprache verarbeitet und versteht, kann das System die Informationen innerhalb weniger Sekunden durchsuchen und Fragen der Ärzte beantworten.

So wird es beispielsweise Listen mit wahrscheinlichen Diagnosen und Empfehlungen zur Behandlung bereitstellen. Nach einer mehrmonatigen „Lernphase“ für Watson wird dieses System derzeit in einem Testlauf erprobt.

Watson macht Karriere als Bankberater

Im Erprobungsstadium ist auch der Einsatz von Watson für die Finanzbranche: Hier prüft unter anderem die Citigroup eine Anwendung des Watson-Systems, um Kundenbedürfnisse zu analysieren und große Mengen an minutenaktuellen Finanz-, Wirtschafts-, Produkt- und Kundendaten zu verarbeiten.

Watson kann hier helfen, Entscheidungen schneller und präziser zu treffen und die Kunden der Bank gezielter und besser zu bedienen. Das System könnte während der Interaktion mit den Kunden mögliche Angebote und Dienstleistungen identifizieren, Risiken evaluieren und Alternativen erkunden, die am besten zu dem jeweiligen Kunden passen.

Mit dieser Anwendung im Privatkundengeschäft will die Citigroup unter anderem sicherstellen, dass sie Kredite verantwortungsvoll vergibt, immer im besten Interesse der Kunden handelt und den Kunden Dienstleistungen anbietet, die auf ihren zunehmend digitalen und mobilen Lebensstil ausgelegt sind.

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