Gartner-Report über den PC-Markt Hybride Clients auf der Überholspur

Redakteur: Moritz Müller

Das Marktforschungsinstitut Gartner hat sich mit der Gerätekategorie der Hybride auseinandergesetzt und prophezeit dieser eine rosige Zukunft sowohl im Consumer- als auch im Business-Markt.

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Der Marktanteil von Hybrid-Geräten kennt nur eine Richtung: Nach Oben.
Der Marktanteil von Hybrid-Geräten kennt nur eine Richtung: Nach Oben.
(Bild: © Petr Ciz - Fotolia)

Mit der Vorstellung der ersten Tablets hielt man diese noch für ein Nischenprodukt für Spezialisten. Spätestens aber seit der Einführung des „Apple iPad“ war diese Gerätekategorie im Consumer- und später auch im Business-Markt nicht mehr wegzudenken. Im PC-Markt sorgten Tablets dagegen für eine Zäsur: Dem (Fast-)Aussterben der Netbooks und der Einführung der neuen Gerätegattung der Hybrid- oder 2-in-1-Geräte.

Markt wächst und wächst

Zunächst sei gesagt, dass es Hybrid-Geräte in mehreren Formen gibt. Bei so genannten Detachable-PCs kann man Tablet und Tastatur voneinander trennen. Hier befindet sich die Technik im Tablet während die Tastatur oft nur zusätzliche Akkuleistung und Anschlüsse bereitstellt.

Bei Convertibles kann – abhängig von Hersteller und Serie – durch Dreh-, Schwenk- oder Schiebemechanismen der Touchscreen auf die Base-Unit aufgelegt werden wodurch man ein Tablet erhält. Die Technik befindet sich hier traditionell unter der Tastatur.

12 Prozent des PC-Markts

Laut Gartner sollen im Jahr 2015 weltweit um die 21,5 Millionen Hybrid-Geräte verkauft werden, was einen Anteil von 12 Prozent am globalen PC-Markt beträgt. Damit sind die Mischlinge die Gerätekategorie, die am schnellsten wächst: Satte 77 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

„Die Kombination der Mobilität, Produktivität und Flexibilität eines Tablets mit einer Tastatur in einem Gerät ist sehr attraktiv für Besitzer von Notebooks und Tablets“, erklärt Tracy Tsai, Research Director bei Gartner. „Traditionelle PC-Hersteller erweitern ihre Produktpalette, um mit Apple und Android basierten Tablet-Produkten konkurrieren zu können.“

Seit 2012 sei die Verkaufszahl von Hybriden stetig gewachsen: 2014 wurden 12,6 Millionen der Geräte an den Mann gebracht, während es 2019, so Gartner, 58 Millionen sein sollen.

Unterschiede im Consumer- und Business-Markt

Die Hauptzielgruppe der Hersteller von Hybriden sind private Notebook- und Tablet-Nutzer. Bei einer Umfrage Gartners aus dem dritten Quartal 2014, an der 21.000 zufällig ausgewählten Personen aus fünf Ländern (USA, China, Brasilien, Indien und Deutschland) teilnahmen, gaben 11 Prozent der Tablet-Nutzer, 10 Prozent der Desktop- und 8 Prozent der Notebook-Nutzer an, in den nächsten zwei Jahren ihr Gerät durch einen Hybriden ersetzen zu wollen.

Firmenkunden tun sich dagegen schwer, hybride Produkte in ihren Unternehmen einzuführen. Dies liegt vor allem daran, dass die PC-Umgebung hauptsächlich Windows 7-basiert ist und die entsprechenden Programme nicht für Touchscreens ausgelegt sind.

Das wird sich jedoch ändern, wenn Firmen starten, auf „Windows 10“ zu migrieren, so die Analysten von Gartner weiter, da dieses auf Hybriden eine bessere Nutzererfahrung liefern würde. Des Weiteren biete Windows 10 die Möglichkeit von Universalen Windows Apps, die – einmal geschrieben – auf jedem Windows 10 Gerät laufen werden, also auf PCs, Notebooks, Tablets und Smartphones.

Firmen müssen sich jetzt schon auf das Support-Ende von „Windows 7“ in 2020 vorbereiten. Dies sei ein guter Zeitpunkt, um sich mit Produkten jenseits des typischen Notebook-Konzepts zu beschäftigen.

Marktanteile: Asus vor Lenovo

Asus war einer der ersten Firmen, die hybride Produkte in ihrem Portfolio aufnahmen und mit einem Anteil von 41 Prozent und 3.1 Millionen Geräten im Jahr 2014 auch die Nummer eins im entsprechenden Markt. Um seinen Marktanteil halten und weiter auszubauen zu können, muss Asus, so Gartner, Geräte unter 13 Zoll anbieten und die Käuferschicht, an die sie sich mit ihren Preisen richten, erweitern. Hybride machten bei Asus 15 Prozent von PC-Lieferungen aus; der höchste Anteil bei allen untersuchten Firmen.

Lenovo sicherte sich mit 1,9 Millionen verkauften Hybriden den zweiten Platz. Mit Fokus auf den Consumer-Markt konnten die Chinesen ihre Marktposition in Nordamerika von 6 Prozent in 2013 auf 31 Prozent in 2014 und in Westeuropa von 16,5 auf 27 Prozent steigern.

Dritter im Bunde, mit 800.000 verkauften Einheiten, ist HP. Die Firma setzte vor allem auf eine Erweiterung ihrer Produktpalette und einem Preisangebot, das von 199 Dollar bis 1.999 US-Dollar fast jedes potenzielles Interesse abdeckt.

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