Möglichkeiten und Grenzen des Hybrid Cloud Computing Hybrid Cloud: Das Beste aus zwei Welten

Autor / Redakteur: Peter Knapp / Ulrike Ostler

Cloud Computing ist mittlerweile nicht nur fest in der Wirtschaft etabliert, sondern es kristallisieren sich zunehmend neue Anwendungsbereiche heraus. Es ermöglicht, IT-Ressourcen über mehrere Anwendungen und Benutzergruppen zu teilen. Mit der Hybrid Cloud tritt aber eine deutliche Erweiterung der Möglichkeiten und Anwendungsbereiche auf, die die Zukunft mitbestimmen werden.

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Die Grenzen zwischen einem Cloud-Rechenzentrum und der eigenen IT verschwimmen.
Die Grenzen zwischen einem Cloud-Rechenzentrum und der eigenen IT verschwimmen.
(Bild: Nugroho R/ Fotolia.com)

In den nächsten Jahren werden wir sehen, dass IT-Abteilungen Vorteile von privaten und öffentlichen Cloud-Umgebungen vermischen und somit verstärkt auf Hybrid Clouds setzen. Dies macht so genannte Cloud Silos überflüssig, in denen bestimmte Anwendungsbereiche ausschließlich in die Public Cloud verschoben, und mit der Private Cloud verknüpft werden.

So ergibt sich eine Hybrid Cloud aus Kernanwendungen, die in einer Private Cloud angesiedelt sind, sowie aus Anwendungen und Funktionen aus der Public Cloud. Damit können Unternehmen den idealen Nutzen aus beiden Cloud-Modellen ziehen. Aus der Datensicherheit der Private Cloud und der Skalierbarkeit der Public Cloud ergibt sich eine Komposition aus beiden Vorteilen. Aus dieser Vermischung resultieren jedoch auch einige Stolperfallen, die beachtet und umschifft werden müssen.

Warum sollte man die Hybrid Cloud nutzen?

Unternehmen sehen sowohl die Vorteile als auch Nachteile des Cloud Computing. Eine ganz klare Sorge gilt dabei dem Faktor Sicherheit, einem Mangel an Integrationsfähigkeit mit Management-Tools sowie der Klärung von Datenzugriffen und Compliance-Fragen. Viele Cloud-Computing-Anbieter haben die genannten Probleme bereits erkannt und arbeiten an Lösungsansätzen.

Sie tun dies beispielsweise mit verbundenen Werkzeugen, die Sicherheit, Systemmanagement und Daten verwalten, als ob sie Teil einer Private Cloud wären, obwohl sie in der Public Cloud angesiedelt sind. Dieser Lösungsansatz stellt zudem sicher, dass alle Daten oder Anwendungen, die in der Public Cloud liegen, kongruent bleiben.

Die größte Herausforderung für alle Unternehmen liegt somit in der Integration der Private Cloud in die ausgewählte Public Cloud. Diese erfordert eine gut geplante Vorbereitung, damit die Unternehmen den besten Nutzen aus der somit konsolidierten Hybrid Cloud ziehen können.

Handhabung der Hybrid Cloud

Hybrid Clouds erhöhen die Komplexität des Systems, da die Steuerung der Datenverarbeitung insgesamt komplexer wird. Daraus ergeben sich Fragen, wie mit den verschiedenen Werkzeugen wie APIs (application programming interfaces) und Management-Frameworks umzugehen ist.

Die APIs bezeichnen die Schnittstellen für Anwendungsprogrammierungen, die Softwaresysteme zur Anbindung an andere Programme zur Verfügung stellen. Kunden bevorzugen vertraute und vorhandene Technologien, Tools und Benutzeroberflächen, die Hybrid-Cloud-Szenarien nahtlos und sicher handhaben können.

Im Laufe der letzten Jahre haben alle führenden Management-Tool-Anbieter ihre Werkzeuge angepasst, um die Cloud als eine zusätzliche Deployment-Plattform abbilden zu können. Die Managementanwendungen zeigen der Cloud dabei alle On-Premise-Bereitstellungen und sorgen für die Transparenz über Operations Teams. So erhält der Kunde die Werkzeuge und das notwendige Wissen, das er braucht um diese anzuwenden.

Das Rechenzentrum als Datenumschlagplatz

Das Rechenzentrum bildet das Rückgrat des Cloud Computing durch die Verfügbarkeit einer Vielzahl von Carriern, Internet Service Providern, Content Distribution Networks sowie Internet-Knoten. Dadurch erhält der Nutzer eine Vielzahl von Optionen beim Datenaustausch und kann darauf bauen, dass seine Applikationen mit geringer Latenz bereitgestellt werden.

Die Cloud Service Provider wiederum profitieren von Business Ökosystemen in denen Daten direkt im Rechenzentrum zwischen den Anbietern unterschiedlicher Wertschöpfungsstufen ausgetauscht werden können. Durch die Dezentralisierung der IT ist vor allem die Güte des Datenumschlagplatzes Rechenzentrum ein erfolgskritisches Element für das gesamte Cloud-Modell.

Nutzen der Hybrid Cloud

Richtig konfiguriert bietet die Hybrid Cloud viele Vorteile: die Fähigkeit, eine Anwendung fast unbegrenzt zu skalieren, die Möglichkeit die spezifischen Arten von Cloud Computing durchzuführen sowie die Verarbeitung großer Datenmengen oder Anwendungstests. Damit ermöglicht dieses Cloud-Modell wesentlich mehr Flexibilität als beispielsweise die Private Cloud.

Der wichtigste Nutzen von Hybrid Clouds liegt in der Kostenreduzierung und einem besseren fiskalen Management der IT, was sich besonders durch die Flexibilität, die durch die Hybridisierung erzeugt wird, auszeichnet. Der Vorteil entsteht dabei zum einen durch reduzierte Investitionen in neue Hardware und Software sowie den Wegfall von Betriebskosten für eigene Rechenzentren, Stromversorgung und Kühlung.

Zum anderen lassen sich die Ressourcen besser ausnutzen, wodurch die Kosten für den Betrieb der IT gesenkt werden. Zudem die richtige Skalierung, um höhere Kosteneffizienz zu erzielen und einen schnelleren Zugang zu neuen Anwendungen beispielsweise durch Software-as-a-Service zu ermöglichen und neue Lösungen schneller ein- und umzusetzen. All diese Vorteile bietet das Cloud Computing insgesamt, aber für die Hybrid Cloud gilt zusätzlich die Vereinigung sowohl für die Datensicherheit der Private Cloud als auch für die Skalierbarkeit der Public Cloud.

Ökonomische Details der Cloud

Wirtschaftlich gesehen benötigt die Etablierung einer Cloud-InfrastrukturCAPEX (Capital Expenditure), sprich: Investitionen in Betriebsmittel wie Hardware, Software, Dienstleistungen, Anwendungen, Lizenzen, Prozesse, Netzwerkkonnektivität. Dies umfasst alle benötigten Planungs-und Investitionssicherheiten. Dabei spielt die Zeit eine entscheidende Rolle, weil sie für die umsichtige Planung wichtig ist und weil der Zeitfaktor die Suche einer perfekten Lösung beeinträchtigen kann.

Um eine perfekte Lösung zu finden, dauert es oft zu lange, aber umgekehrt kostet es bei einer falschen Lösung eine beträchtliche Summe, da diese korrigiert werden muss. Der Zeitfaktor spielt im umgekehrten Sinne auch eine wichtige Rolle bei der Konnektivität, die Standorte mit guter Konnektivität und besonders niedrigen Latenzen benötigt, um eine nahtlose und zuverlässige Integration von Anwendungen und Services zu garantieren.

Die Bereitstellung von Cloud Services erfordert zudem einen Serviceorientierten Architekturansatz. Bei heterogenen Systemen bietet eine Plattform die Möglichkeit zur Orchestrierung und zum Monitoring. Beides ist für die interne und externe Cloud-Umgebung unerlässlich. Mit dieser Zukunftsperspektive werden aus IT-Führungskräften Vermittler. Die Herausforderung besteht also darin, das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Cloud-basierten Diensten, der internen IT und Serviceanfragen mit der am besten geeigneten Dienstleistung zu verbinden.

Möglichkeiten und Grenzen der Hybrid Cloud

Peter Knapp ist seit 2002 Geschäftsführer der Interxion Deutschland GmbH. Er hatte zuvor unter anderem die Position Domain Partner Central Europe und Benelux bei Cambridge Technology Partners inne. Er leitete bei Oracle die Bereiche Data Warehousing und Business Intelligence sowie Consulting. Knapp war außerdem Verantwortlicher für das Nordeuropageschäft bei KANA.Knapp ist Diplom-Kaufmann (Universität Frankfurt). Er ist Mitglied im Aufsichtsrat der Frankfurter Volksbank eG sowie in mehreren Beiräten im Raum Frankfurt. Knapp sitzt im Ausschuss Informationswirtschaft der IHK Frankfurt sowie im DIHK-Ausschuss Telekommunikation und neue Dienste und ist Gründer und Vorstandsvorsitzender des Vereins Digital Hub FrankfurtRheinMain e.V.
Peter Knapp ist seit 2002 Geschäftsführer der Interxion Deutschland GmbH. Er hatte zuvor unter anderem die Position Domain Partner Central Europe und Benelux bei Cambridge Technology Partners inne. Er leitete bei Oracle die Bereiche Data Warehousing und Business Intelligence sowie Consulting. Knapp war außerdem Verantwortlicher für das Nordeuropageschäft bei KANA.Knapp ist Diplom-Kaufmann (Universität Frankfurt). Er ist Mitglied im Aufsichtsrat der Frankfurter Volksbank eG sowie in mehreren Beiräten im Raum Frankfurt. Knapp sitzt im Ausschuss Informationswirtschaft der IHK Frankfurt sowie im DIHK-Ausschuss Telekommunikation und neue Dienste und ist Gründer und Vorstandsvorsitzender des Vereins Digital Hub FrankfurtRheinMain e.V.
(Bild: Interxion)
Die Cloud bietet Systemintegratoren (SI) eine große Chance von der servicegetriebenen Infrastruktur auf ihre eigene zu wechseln und somit die Attraktivität für den Kunden zu steigern. Da die Kunden den Weg von CAPEX zu OPEX (Operational expenditure) über ihre IT-Budgets suchen, nutzen SIs die Cloud-Umgebungen, um ihre Beziehungen mit bestehenden Kunden zu verbessern und neue Märkte zu erschließen.

Denn die nachhaltige Transformation von Geschäftsmodellen erfordert einen kühnen Ansatz. Unternehmen wie Apple, Amazon und Netflix wandeln ihre Geschäftsmodelle seit einem Jahrzehnt regelmäßig. Seitdem passen sich Plattenläden, Buchhandlungen und Videotheken, die den Trend erkannt haben, konstant an.

Cloud Computing gibt den SIs jetzt die gleiche Gelegenheit, ihr Geschäftsmodell zu verändern und ihr Geschäft anzupassen. Während andere ihre IT-Infrastruktur ausbauen, können Sls ihr Potenzial durch die vorhandenen Erfahrungen aus der Integration von unterschiedlichen Systemen schöpfen und liefern damit ein anpassungsfähiges Cloud-Modell, mit dem Unternehmen nahtlos in der Cloud wachsen können. Insbesondere mit Hybrid Cloud-Modellen hält man sich trotz begrenzter Investitionen alle Wachstumsmöglichkeiten offen

Der Autor:

Peter Knapp ist Geschäftsführer der Interxion Deutschland GmbH.

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