Hyperkonvergenz auf engstem Raum

HPE packt Simplivity auf HPC-Plattform Apollo

| Autor / Redakteur: Stefan Weber* / Ulrike Ostler

„HPE Simplivity 2600“ ist die Variante des Hyperkonvergenzsystems auf dem Hochleistungsrechner „Apollo“ von Hewlett-Packard Enterprise.
„HPE Simplivity 2600“ ist die Variante des Hyperkonvergenzsystems auf dem Hochleistungsrechner „Apollo“ von Hewlett-Packard Enterprise. (Bild: HPE)

An kleinen Firmenstandorten oder beim Edge Computing muss viel IT-Leistung auf engstem Raum untergebracht werden. Für solche Anforderungen hat HPE jetzt die hyperkonvergente Plattform „Simplivity 2600“ auf den Markt gebracht. Um Platz zu sparen, wurde dabei die PCI-Beschleuniger-Karte durch einen Software-Beschleuniger ersetzt.

Sowohl der deutsche Mittelstand als auch globale Konzerne setzen auf hyperkonvergente Infrastrukturen – laut IDC ist der Umsatz mit diesen Systemen im Jahr 2017 weltweit um 9,4 Prozent gestiegen. Der Grund für dieses Wachstum liegt auf der Hand: Firmen erreichen mit hyperkonvergenten Systemen eine Flexibilität, Skalierbarkeit und Einfachheit, die mit einer Public Cloud vergleichbar ist – und sie haben gleichzeitig die Vorteile einer lokal betriebenen Infrastruktur, etwa im Hinblick auf Latenz oder Compliance.

Hewlett Packard Enterprise (HPE) ist mit Simplivity in diesem Marktsegment vertreten. Damit können Nutzer zum Beispiel nach Bedarf Knoten hinzufügen oder ersetzen, ohne die Architektur zu wechseln oder Rekonfigurationen vorzunehmen.

Da die Daten in Echtzeit dedupliziert und in Pools komprimiert zur Verfügung gestellt werden, ist zudem der Speicherbedarf gering. Die Kapazitätseinsparung beträgt im Vergleich zu herkömmlichen Infrastrukturen bis zu 90 Prozent.

Integration in Virtualisierungs-Tools: kein Problem

Die Benutzeroberfläche ist mit den beim Kunden eingesetzten Management-Werkzeugen, etwa „vCenter“ oder „System Center“, integriert. So können Virtuelle Maschinen über eine einzige Konsole gesichert, wiederhergestellt, verlagert oder auch geklont werden. Eine zentrale Verwaltung einer Vielzahl von VMs ist ebenfalls möglich.

Datensicherung ist neben dem einfachen und effizienten Management die wichtigste Eigenschaft hyperkonvergenter Lösungen. Sicherungsrichtlinien werden zentral definiert und ausgerollt, VMs können damit schneller gesichert und wiederhergestellt werden.

Eine VM mit einem Terabyte Kapazität kann in durchschnittlich weniger als einer Minute lokal gesichert und wiederhergestellt werden. Aus diesen Gründen ist solch ein System auch besonders zur Anbindung von mehreren Standorten geeignet.

Die 2600er Version

Simplivity war bisher auf dem „HPE Proliant DL380“ verfügbar, jetzt hat HPE mit der 2600er Version eine weitere Variante seiner Hyperkonvergenz-Lösung auf den Markt gebracht. Auslöser für diese Neuentwicklung ist nach HPE-Angaben: Viele Kunden wollten mehr hyperkonvergente Leistung auf kleinstem Raum unterbringen – etwa Handelsunternehmen, die ihre Laden-IT zentral verwalten, aber Infrastruktur vor Ort betreiben; Behörden und Ausbildungseinrichtungen, die viele Desktops unterstützen müssen, aber vor Ort wenig Platz haben; oder auch Mineralölunternehmen, die an entlegenen Förderstätten lokale IT-Infrastruktur brauchen, um Latenzzeiten zu minimieren.

Der Parketthandel braucht höchste VDI-Leistung auf engstem Raum – ein typisches Anforderungsprofil für verdichtete hyperkonvergente Plattformen.
Der Parketthandel braucht höchste VDI-Leistung auf engstem Raum – ein typisches Anforderungsprofil für verdichtete hyperkonvergente Plattformen. (Bild: HPE)

Simplivity 2600 läuft auf der High-Performance-Computing-Plattform „HPE Apollo 2600“ aus der Apollo-2000-Familie und bietet damit größere Rechenleistung auf kleinerem Raum, da ein solches System auf zwei Höheneinheiten bis zu drei Server bereitstellen kann. Dies ist für virtuelle Desktop-Infrastrukturen (VDI) interessant.

Die Rechenleistung, die für die Virtualisierung der Clients zur Verfügung steht, ist dementsprechend dreimal höher als bei herkömmlichen Servern. So können bei identischem Platzverbrauch mehr Maschinen virtualisiert werden.

Software-Beschleuniger statt PCI-Karte

Da durch die hohe Verdichtung der Rechenleistung kein Platz mehr für die PCI-Karte bleibt, entwickelte HPE eine reine Software-Version der „OmniStack Accelerator Card“ (OAC). Sie übernimmt rechenintensive Aufgaben wie Deduplizierung und Kompression und entlastet damit die CPU.

Das heißt, dass nahezu die gesamte Rechenleistung des Systems für die zu betreibenden Applikationen zur Verfügung steht. Die Leistungs-Validierung durch Login VSI bestätigt, dass Simplivity 2600 mit nur vier Höheneinheiten für 700 (vier Rechnerknoten) beziehungsweise 1.000 (sechs Rechnerknoten) virtuelle Desktops Höchstleistung bietet.

Nutzer haben die Wahl zwischen zwei Server-Varianten: „XL170r“ und „XL190r“. Bei ersterem handelt es sich um einen Server mit einer Höheneinheit, der XL190r nimmt zwei Höheneinheiten ein. Dafür bietet letzterer die Möglichkeit, eine GPU zu integrieren, so dass Unternehmen, die höhere Anforderungen an die Grafikleistung haben, ebenso von den Vorteilen der neuen Plattform profitieren können. Bei einem Remote-Zugriff von grafikintensiven Applikationen werden die GPUs in den Rechenzentren auf mehrere Anwender verteilt und können je nach Bedarf skaliert werden.

Der Siegeszug der Hyperkonvergenz geht weiter – damit entsteht aber auch der Bedarf nach neuen Formfaktoren, um neue Einsatzszenarien erschließen zu können. HPE Simplivity 2600 geht dabei den Schritt in Richtung verdichteter Infrastrukturen, um VDI-Workloads auf engstem Raum zu unterstützen. Weitere Einsatzszenarien werden folgen.

* Stefan Weber ist Manager Hybrid IT Growth bei Hewlett Packard Enterprise (HPE).

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45485004 / Konvergente Systeme)