HPC-Hardware findet mit Big Data Eingang in die Unternehmensstrategie - ab 5.925 Euro

HP füttert Proliant-Server mit Big Data

| Redakteur: Ulrike Ostler

"HP Proliant SL4500" ist als Ein-Knoten-System ist ab sofort erhältlich. Der weltweite Listenpreis startet bei 5.925 Euro für die Basiskonfiguration.
"HP Proliant SL4500" ist als Ein-Knoten-System ist ab sofort erhältlich. Der weltweite Listenpreis startet bei 5.925 Euro für die Basiskonfiguration. (Bild: HP)

HP hat die erste Server-Reihe angekündigt, die speziell für Big Data entwickelt wurde: Das System „HP Proliant SL4500 Gen8“ ist ab sofort als Ein- und Zwei-Knoten-System erhältlich.

„Wir bauen, Stand heute, den einzigen Rechner, der dediziert für Big Data adressiert“, sagt Johannes Horneck, Product Manager Proliant HPC & Service-Provider Cloud bei Hewlett-Packard. „Die anderen frisieren ihre Standard-Server dorthin.“

Dass Bedarf für solche Systeme besteht, leitet er aus der Praxis ab und verweist etwa auf Beispiele aus der Zeitschrift „Havard Business Manager". Diese berichtet in der jetzt aktuellen November-Ausgabe etwa über eine amerikanische Fluggesellschaft , die in einer internen Studie festgestellt hatte, dass rund zehn Prozent der Flüge am Hauptdrehkreuz des Unternehmens mindestens um zehn Minuten abwichen zwischen der planmäßigen und der tatsächlichen Ankunftszeit. Fast ein Drittel der Flüge hatte mindestens eine Abweichung von fünf Minuten.

Zeit zu handeln: Die die Airline wandte sich an Passur Aerospace, einen Dienstleister der Aviation-Industrie, der 2001 mit „RightETA“einen eigenen Service für Schätzungen von Ankunftszeiten, aufgebaut hat. Die Zeiten kalkulierte das Unternehmen, indem es öffentlich verfügbare Daten etwa über das Wetter, Flugpläne und andere, unternehmenseigene Daten nutzt. Dazu gehörten beispielsweise Daten eines Netzwerks von Radar-Stationen rund um die Flughäfen. Nun spart die Fluggesellschaft.

Big Data ist zunäcsht ein Business-Thema

Nach Schätzungen ist diese Dienstleistung pro Flughafen mehrere Millionen Dollar im Jahr wert, da Personal und Equipment ganz genau geplant werden können. Das ist laut Horneck nur eines der eindrucksvollen Beispiele aus der Geschäftswelt, die das Potenzial von Big Data – viele und unstrukturierte Daten geschickt ausgewertet, belegen.

„HANA“, das In-Memory-Konzept von der SAP AG, nach dem viele Anbieter, auch HP, Appliances beziehungsweise Server bauen, adressiert ebenfalls erfassen, auswerten und Speichern von Big Data. Doch laut Horneck kann HANA nicht das gesamte Big-Data-Spektrum abdecken. HANA bedeutet: „Gib Memory bis der Arzt kommt“, sagt er.

Johannes Horneck ist Product Manager ProLiant HPC & Service-Provider Cloud bei Hewlett-Packard.
Johannes Horneck ist Product Manager ProLiant HPC & Service-Provider Cloud bei Hewlett-Packard. (Bild: HP)

Die Server, die HP nun vorstellt aber warten vor allem mit jeder Menge Platten auf. „Big-Data-Lösungen brauchen viele Festplatten“, sagt er. Die SL4500-Server (SL = Scaleable Line) bieten je nach Konfiguration bis zu 240 Terabyte Speicherplatz pro Server. Außerdem nutzen sie die RAID-Controller "HP Smart Array" mit der Technik "Predictive Spare Activation".

Ursprünglich für HPC-Aufgaben erdacht

Diese Technologie kommt laut Horneck aus dem High Performance Computing (HPC) und erkennt fehlerhafte Laufwerke bevor diese ausfalle. Sie verschiebt die Daten automatisch auf ein freies Laufwerk. So wird die RAID-Initialisierung umgangen, die ansonsten bei einem Plattenausfall entsteht und während der kein Schutz der Daten besteht.

HP Proliant SL4500 Gen8 kommt zunächst in zwei Ausführungen:

  • Das Ein-Knoten-System eigne sich durch seine Konfiguration mit bis zu 60 Festplatten vor allem als Object-Storage-Device für Openstack-Cloud-Anwendungen, Red-Hat Enterprise Linux, Suse Enterprise Linux und Microsoft Windows Server.
  • Das Zwei-Knoten-System mit 25 Festplatten pro Knoten hingegen eigne sich für Big-Data-Analytics und für Datenbanken wie „MongoDB“.
  • Voraussichtlich Anfang 2013 wird HP das Portfolio durch ein Drei-Knoten-System nach oben abrunden. Mit dieser Konfiguration können Kunden unter anderem Parallel-Processing- und Big-Data-Anwendungen wie beispielsweise verschiedene Distributionen von Apache Hadoop nutzen.

Weitere Ausstattungsmerkmale

Die SL4500-Server befinden sich in einem 4,3 Höheneinheiten großen Chassis. Damit passen bis zu neun Server in ein Standard-Rack.

In dem Ein-Knoten-System lassen sich bis zu 2,16 Petabyte Daten speichern. Das entspricht etwa 20 Jahren HD-Filmmaterial. Die Zwei- und Drei-Knotensysteme fassen bis zu 25, respektive 15 3,5-Zoll-Festplatten pro Knoten.

Kunden können bei allen drei Konfigurationen zwischen SAS-, SATA- und SSD-Festplatten wählen. Beim Management größerer Umgebungen steht Unternehmen neben dem Server-Management-Werkzeug HP Integrated Lights-Out (iLO) für die Fernüberwachung auch das Werkzeug "HP Insight Cluster Management Utility" (HP Insight CMU) zur Verfügung. Mit diesem Werkzeug lassen sich große Server-Cluster anhand von Parametern steuern und die Lastverteilung optimieren.

Intel oder AMD? Beides ist möglich.

HP bietet die SL4500-Server wahlweise mit Prozessoren von Intel (Xeon E5-2400) und AMD (Opteron 4200) an. Die Intel-Server nutzen die Server-Architektur der HP Proliant Gen8, die AMD-Systeme greifen auf die Architektur der Generation 7 zurück.

Im Vergleich zu konventionellen Rack-Servern mit JBODs benötigen die SL4500-Server bis zu 50 Prozent weniger Stellplatz, 61 Prozent weniger Energie, 63 Prozent weniger Kabel und sind 31 Prozent günstiger. Grundlage dieser Angaben sind interne Vergleiche zwischen „Dell-Poweredge-R510“-Servern und vier Systemen „Dell Power Vault MD1200 Direct Attach Storage“. Dieses System benötigt sieben Racks, 28 Server, 112 JBOD-Enclosures (JBOD = Just a Bunch of Disks), 14 Netzwerk-Switche, 448 Kabel und 79 Kilowatt Strom. Der Server HP Proliant SL4500 hingegen benötigt lediglich drei Racks, sechs Netzwerk-Switche, 168 Kabel und 31 Kilowatt Strom. "Über einen Dreijahreszeitraum summiert sich der Kostenvorteil auf rund 71 Prozent", führt Horneck aus, "bei 5 Petabytes, 50 Prozent weniger Platzbedarf, 63 Prozent weniger Kabel."

Die SL4500-Gen8-Server bieten außerdem bis zu sieben Mal mehr IOPS (Input/Output Operations per Second) als bestehende Architekturen. Auch hier zeihet HP Grundlage eigene Server heran: HP-Proliant-G7-Server und Standard-15K-SAS-Laufwerke und HP-Proliant-Servern mit SSD-Laufwerken.

Die Vorteile für die Kunden

Die HP-Technik „Smart Cache“ verbessert den Speicher-Datenverkehr und verringert dadurch Latenzzeiten. Außerdem greifen die SL4500-Server auf die so genannte „Pro Active Insight Architecture“ zurück.

Diese ermöglicht Kunden:

  • Ausfallzeiten zu reduzieren und Daten durch automatische Sicherheits-Funktionen zu sichern.
  • Die Produktivität der Server durch „HP Active Health“ zu maximieren. Dieses Diagnose-Werkzeug erfasst alle Veränderungen an den Servern und der System-Konfiguration. Damit hilft es bei der Fehlerdiagnose und Lösungssuche. „HP Smart Update“ spielt außerdem Firmware-Updates automatisch ein.
  • Die Kosten im Rechenzentrum durch die Technologie „HP Intelligent Infrastructure“ zu senken und die Rechenleistung pro Watt um bis zu 70 Prozent zu steigern. Die Angaben beruhen auf einem internen Vergleich zwischen HP Proliant G7 und HP Proliant G8
  • Selbstüberwachung, Selbstdiagnose und proaktiven Support für die Server durch "HP Insight Online".

HP Discover

Wer sich die Big-Data-Rechner genauer anschauen möchte, ist auf der „HP Discover“, der zentralen Kundenveranstaltung von HP richtig. Diese findet vom 4. bis 6. Dezember in Frankfurt am Main statt. Hier werden auch Jeffrey Katzenberg, Chief Executive Officer and Co-Founder sowie Director of DreamWorks Animation SKG erwartet sowie Meg Whitman, President and Chief Executive Officervon Hewlett-Packard Company.

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