HP braucht Geld für Neuinvestitionen in zukünftige Geschäftsfelder

HP entläßt 27.000 Mitarbeiter um drei Milliarden einzusparen

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Schritt in die richtige Richtung

John Madden, Principal Analyst bei Ovum bewertet die Ankündigung von HP positive: "HP’s Restrukturierung ist schmerzhaft aber notwendig, um das Vertrauen des Marktes und der Kunden wiederzugewinnen. Aber der Markt ist nach den vergangenen Wechseln skeptisch, wie diese operativen Änderungen HP helfen sich zu stabilisieren, vor allem im Enterprisesegment. Hoffnungsvoll stimmt dabei die Ankündigung, dass das eingesparte Geld vor allem in Forschung und Entwicklung reinvestiert wird, Teil des ursprünglichen HP-Vermächtnisses, das in den letzten Jahren unterbewertet war. Bisher bleibt Meg Whitmann eine langfristige Vision und Strategie für HP, die sie hoffentlich bald nachliefert. Denn auch nach der Restrukturierung bleibt die Frage offen, was für ein Unternehmen HP in den nächsten Jahren sein will."

Kritische Perspektive von IDC

Obwohl HPs Restrukturierung genau dem Schema der “Vier Kräften” der IT-Transformation nach IDC entspricht (Big Data/Analytics, Social Business, Cloud und Mobility), vergleichen die Analysten Alys Woodward, Carla Arend und Douglas Hayward HP mit der Finanzkrise in der Eurozone: gebeutelt durch Veränderungen im Markt, die das Unternehmen nicht kontrollieren kann, versucht das Unternehmen Wachstumsimpulse zu setzen bei gleichzeitiger Sparsamkeit gegen die eigene Organisation. „Sparsamkeit und gleichzeitig Innovation bei einem Unternehmen mit 354.000 Mitarbeitern ist ein riskantes Vorgehen, vor allem für ein Unternehmen, dessen Performance nicht zu den besten momentan gehört“, meinen die IDC-Analysten.

Die Analysten werfen dem ehemaligen CEO Mark Hurd vor, die Investitionen zugunsten des Nettoprofits gekürzt zu haben. Die letzten drei CEOs wurden gekündigt oder rausgedrängt. Mit dieser Historie bezweifeln sie die Umsetzungsfähigkeiten des jetzigen Regimes bei HP. HP müsse jetzt beweisen, dass es fähig sein, eine Strategie wirklich langfristig umzusetzen.

Der Einbruch bei den Softwareumsätzen von Autonomy führt zum Weggang von Lynch. Dies bewerten die Analysten positiv. HP hätte zwar seine Softwarestrategie um Autonomy herum organisiert, die Arbeit mit Lynch und die Integration von “Software-DNA” wäre schiefgelaufen und das Unternehmen hätte es nicht geschafft, einen übergreifenden Zugang zu Daten und Content an den Mann zu bringen.

Der EX- CEO Leo Apotheker hätte es in seiner kurzen Amtszeit nicht verstanden, die Software mit Hardware- und Service-Angeboten zu verbinden und richtig im Markt zu platzieren und die Frage bleibt, ob das durch den Weggang von Lynch wirklich besser wird. Die Integration von Vertica nehmen die Analysten als ein Indiz, das HP ernsthaft an einer Softwarestrategie arbeitet.

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