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Hypersprung für Rechenzentren - Hüllenlose Stromspar-Server im HP-Chassis und mit Proliant-Antrieb HP bringt Moonshot-Server für Cloud und Big Data auf den Markt

Redakteur: Ulrike Ostler

Mit den „Moonshot“-Systemen definiert HP seine neue Server-Klasse. Im November 2011 erstmalig angekündigt, sind die Stromspar- und Platzwunder nun kommerziell erhältlich. Die Rechner verbrauchen bis zu 89 Prozent weniger Energie, benötigen 80 Prozent weniger Platz und kosten 77 Prozent weniger als herkömmliche Server.

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Mit HP-Moonshot wird der Server wird zur Steckkarte.
Mit HP-Moonshot wird der Server wird zur Steckkarte.
(Bild: HP)

„Wir verändern die Wirtschaftlichkeit der IT-Infrastruktur und legen damit den Grundstein für die nächsten 20 Milliarden Geräte“, sagt Meg Whitman, President and Chief Executive Officer von HP. Schon heute seien knapp zehn Milliarden Endgeräte an das Internet angeschlossen, und die Anzahl steige weiter exponentiell.

„Denn wir sind an einem Punkt angekommen, an dem der Platz- und Energiebedarf sowie die Kosten traditioneller Technologien nicht mehr tragbar sind, so Whitman. „Mit HP Moonshot gestalten wir die IT neu.“

Überwindung der Endlichkeit

Bisher sei das Wachstum der heutigen Mega-Rechenzentren begrenzt durch die Kosten traditioneller Infrastrukturen. Die Moonshot-Server von HP seien ein erster Ansatz, diese Beschränkung zu überwinden.

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Das HP-Moonshot-System ist ein Server der zweiten Generation aus HPs Moonshot-Projekt. Beiden Servern der ersten Generation, „Redstone“, handelt es sich um eine reine Entwicklungsplattform. Die neue Server-Kategorie wurde entwickelt, um die IT-Herausforderungen durch Social Media, Cloud Computing, Mobility und Big Data zu bewältigen.

HP-Moonshot-Server arbeiten mit Chips, die sonst in Smartphones und Tablets verbaut sind. Dadurch verbrauchen sie weniger Energie, benötigen deutlich weniger Stellfläche und sind kostengünstiger in der Anschaffung.

1.800 Server für 12 x 60-Watt-Glühbirnen

Erfahrbar ist das unter anderem für den Hersteller selbst. HP Information Technology hat HP-Moonshot-Server implementiert, um die „hp.com“-Umgebung zu unterstützen. Diese Domain wird täglich rund drei Millionen Mal aufgerufen.

John Hinshaw, Executive Vice President of Technology and Operations bei HP, beschreibt die Auswirkungen: „Tests zeigen, dass wir die Website hp.com durch den Einsatz von Moonshot-Servern schätzungsweise mit der Energie betreiben können, die zwölf 60-Watt-Glühbirnen verbrauchen. Das ist bahnbrechend!

Er kündigt an: „Wir werden Moonshot für weitere Anwendungen einsetzen. Damit führen wir den nächsten Transformationsschub im Rechenzentrum an.“

Atome im Kern

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Die nun kommerzielle verfügbaren HP-Moonshot-Systeme bestehen aus dem „HP-Moonshot-1500“-Chassis und „HP-Proliant-Moonshot“-Servern, die für Anwendungen optimiert sind. Die Server sind erhältlich mit Chips verschiedener Hersteller, die jeweils auf eine spezifische Arbeitslast zugeschnitten sind.

Der erste kommerzielle HP-Proliant-Moonshot-Server allerdings enthält den Prozessor „Intel Atom S1200“ und unterstützt Arbeitslasten für Web-Hosting. Das HP-Moonshot-1500-Chassis ist 4,3 Höheneinheiten hoch und ausgestattet mit 45 Intel-basierten Servern, einem Netzwerk-Switch sowie unterstützenden Komponenten.

„Liebling, ich habe das Rechenzentrum geschrumpft!“

Der Größenvergleich: Ein hüllenloser Moonshot-Server von HP und ein Fußball
Der Größenvergleich: Ein hüllenloser Moonshot-Server von HP und ein Fußball
(Bild: HP)
Die Moonshot-Systeme nehmen bis zu 1.800 Server pro Rack auf. Damit beanspruchen sie nur ein Achtel des Raums, den herkömmliche Server benötigen. Sämtliche Vergleichangaben beruhen auf internen Vergleichen der HP-Entwicklungsabteilung von HP-Moonshot-Servern mit herkömmlicher x86-Server-Technologie.

Das löst das Problem des Platzmangels in Rechenzentren. Die einzelnen Chassis teilen sich traditionelle Komponenten wie Daten- und Speichernetzwerk, das Fernwartungssystem „HP Integrated Lights-Out“ (iLo), Energieversorgung und Lüftung. Das verringert die Komplexität und reduziert zusätzlich den Platz- und Energiebedarf.

Ein langer Weg zum Sprung in den Hyperraum

HP weist darauf hin, dass das Unternhemen seit Jahrzehnten führend in der Entwicklung zukunftsweisender Rechenplattformen ist. Vor mehr als 20 Jahren führte HP die ersten kommerziell erfolgreichen Unix-Server der Reihe „HP 9000 Series 840“ sowie den ersten x86-Server „HP System Pro“ ein. Gut zehn Jahre später erhielt HP eines der ersten Patente für Blade-Server-Architekturen. Das Unternehmen ist seit 16 Jahren ununterbrochen Marktführer bei x86-Servern wie auch der „IDC WW Q412 Worldwide Quarterly Server Tracker“ vom 18. März 2013 erneut bestätigt.

HP Moonshot ist das Resultat von HPs marktführendem Server-Know-how und zehn Jahren umfangreicher Forschung der HP Labs, der zentralen Forschungsabteilung des Unternehmens. Die Vorteile der neuen Technologie: Sie verbessert Energieeffizienz, Platzverbrauch und Wirtschaftlichkeit wesentlich und reduziert die Infrastrukturkomplexität.

Mit Moonshot hat HP hat nach eigenen Angaben einen Paradigmenwechsel eingeleitet, der den Weg für den ersten „Software Defined“ Server ebnet. Unternehmen sind damit in der Lage, ihre Server für die Bedürfnisse spezifischer Arbeitslasten zu optimieren.

Einsatzpläne

Aufgeschraubt: So sieht ein erstes kommerzielles HP Moonshot System aus; aufgenommen bei der Präsentation in München.
Aufgeschraubt: So sieht ein erstes kommerzielles HP Moonshot System aus; aufgenommen bei der Präsentation in München.
(Bild: Stefan Riedl)
Die neuen HP-ProLiant-Moonshot-Server werden voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2013 verfügbar sein. Sie unterstützen die entstehenden Web-, Cloud- und Massive-Scale-Umgebungen ebenso wie Analyse-Funktionen und die spezifischen Anforderungen von Telekommunikationsunternehmen.

Dan Sutherland, CEO beim Cloud-Service-Anbieter Carrenza, plant bereits den Einsatz der Moonshot-Systemen: „Wir als Cloud-Service-Anbieter sehen viele neue Möglichkeiten, die sich aus der Zunahme von Desktop-Virtualisierung und Smart Devices ergeben“, sagt er.

Mit der Rechenleistung und Skalierbarkeit von HP Moonshot 1500 könne das Unternehmen neue Wege entwickeln, mit den Kunden zu interagieren. „Wir können uns durch innovative neue Dienste abgrenzen und dabei noch Kosten einsparen. So können wir schneller und effizienter wachsen, ohne uns Gedanken über zusätzlichen Platz für Racks oder Energieverbrauch machen zu müssen.“

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Auch Chris Hill, Principal Research Engineer des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und Co-Chair, Research and Education Subcommittee, Massachusetts Green High Performance Computing, zeigt sich mehr als angetan: „Angesichts des Zwangs zu Energie-Effizienz und der Rechenkapazitäten, die für Geowissenschaften auf weltweitem Spitzen-Niveau nötig sind, brauchen wir dringend technologische Innovationen von führenden Unternehmen wie HP“, sagt er und setzt hinzu: „Dank Innovationen wie HP Moonshot können wir sicher sein, dass die IT-Infrastruktur weiterhin wachsen kann, um ständig steigenden Anforderungen gerecht zu werden - und das bei geringerem Energie- und Platzverbrauch, besserer Integration und niedrigeren Kosten.“

Ökosystem der Technologie-Partner

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Heute hat HP außerdem eine umfangreiche Roadmap für weitere HP-Proliant-Moonshot-Server vorgestellt, die für spezifische Arbeitslasten optimiert sind. Diese werden Prozessoren von einem großen Ökosystem an HP-Partnern enthalten, darunter AMD, Applied Micro, Calxeda, Intel und Texas Instruments Incorporated.

Geplant sind zudem weitere Server für spezifische Anforderungen, unter anderem für Big Data, High Performance Computing, Gaming, Finanzdienstleistungen, Genomik, Gesichtserkennung und Video-Analyse.

Services für die neue Ära extrem skalierbarer Rechenleistung

HP hat zudem ein verbessertes Partner-Programm und neue Dienste angekündigt, die das Innovationstempo der neuen Server-Kategorie beschleunigen werden. Dazu zählen:

  • HP Pathfinder Innovation Ecosystem - Zusammenschluss von knapp 25 Herstellern von IT-Komponenten, Entwicklern von Betriebssystemen und unabhängigen Software-Entwicklern aus dem Silicon Valley, um die schnelle Entwicklung von neuen Servern für verschiedene Arbeitslasten voranzutreiben.
  • HP Moonshot Concierge Services - Umfasst den Support und die Beratungsleistungen der HP Discovery Labs und von HP Technology Services für die Migration auf neue Plattformen und mehr Energie-Effizienz.
  • HP Financial Services will Kunden maßgeschneiderte, flexible Finanzierung und Anlageverwaltung für ihr HP-Moonshot-System bieten.

Preis und Verfügbarkeit

Das HP-Moonshot-System ist ab sofort in den USA und Kanada verfügbar. In Europa, Asien und Lateinamerika wird es ab Mai erhältlich sein.

Der Preis für das Chassis, 45 HP-ProLiant-Moonshot-Server und einen integrierten Switch beginnt bei 50.605 Euro. Der Preis ist allerdings ein für Europa geschätzter Listenpreis. Tatsächliche Preise können abweichen.

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