Angebot für „Dedicated Private Cloud“ offenbar erfolgreich

Hoster OVH baut massiv aus

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

Eins der vier Rechenzentren von OVH im französischen Roubaix
Eins der vier Rechenzentren von OVH im französischen Roubaix (Bild: OVH)

Das in Frankreich beheimatete Unternehmen OVH ist auf einem steil aufwärts gehenden Wachstumpfad. Mit neuen Rechenzentren will es erstmals in die USA expandieren. Noch energischer geht es in Europa zur Sache.

Unter den international agierenden Public-Cloud-Anbieter läuft ein Verdrängungswettbewerb, vornehmer gesagt: Konsolidierung. Und wo bleiben die kleinen und mittelständischen Hosting-Anbieter? Sie stöhnen hinter vorgehaltener Hand über die erdrückende Macht der Amazons dieser Welt. Einige halten aggressiv dagegen. Ein Beispiel ist OVH.

Rasantes Wachstum fällt international auf

Kürzlich hat VMware das 1999 in Frankreich gegründete Familienunternehmen als „Global Service Provider of the Year“ ausgezeichnet. Das war keine nette Geste, sondern widerspiegelt durchaus die Stärke von OVH im Provider-Markt. Der Dienstleister ist in 17 Ländern Europas und Nordamerikas mit Niederlassungen vertreten. 2003 begann das Geschäft mit dem ersten Rechenzentrum in Paris. Jetzt, nach 13 Jahren, betreibt OVH 14 Rechenzentren in Frankreich (Roubaix, Paris, Straßburg und Gravelines) und drei im kanadischen Beauharnois, in denen es insgesamt rund 250.000 Server betreibt. Seit Anfang 2006 hat OVH eine deutsche Niederlassung in Saarbrücken.

OVH hat offenbar früh erkannt, wo die Lücken im Cloud-Angebot sind. Das Unternehmen setzt auf Private Clouds, tritt schon dadurch in Europa und insbesondere in Deutschland verbreiteten Vorbehalten gegenüber der Public Cloud entgegen. Es greift die Befürchtung auf, in eine Lock-in-Falle zu geraten, indem es offene Systeme betont. OVH arbeitet mit OpenStack und hat zum Beispiel die Open-Source-Lösung „ownCloud“ im Angebot. Hinzu kommen im Angebot gleich dreifache Datenreplikation und die Zusage, Daten europäischer Kunden auch nur in Europa zu verarbeiten und speichern.

Zwölf weitere Rechenzentren geplant

„Dedicated Private Cloud“ heißt das Angebot, mit dem OVH auftritt. Zu den Kunden gehören unter anderem die kanadische IT-Consulting-Firma CGI, der britische Entwickler von Übersetzungssoftware XTM, der deutsche Keramikwaren-Hersteller Villeroy & Boch, die französische Eisenbahngesellschaft SNCF und die französische Mediengruppe BFM TV.

Offenbar sieht sich OVH längst nicht auf dem Höhepunkt der Nachfrage angekommen. „Wir planen umfassende Investitionen, um in den kommenden Jahren zwölf neue Rechenzentren zu eröffnen“, erklärt OVH-CEO Laurent Allard. Erstmals wird das Unternehmen auch Rechenzentren in den USA einrichten, jeweils eins an der Ost- und der Westküste. In Frankreich sind bereits zwei weitere Rechenzentren im Bau, weitere in Europa sollen folgen.

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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