Server-Leistung on demand

Hosted Server statt eigenes Rechenzentrum, ein Vergleich

| Autor / Redakteur: Frank-Michael Schlede, Thomas Bär / Andreas Donner

1&1 Cloud Server

Der in Deutschland ansässige Branchenprimus 1&1 ist etwas später als Kamp in den Markt für virtuelle Rechenzentren gestartet, bietet seinen Kunden jedoch ebenfalls ein äußerst interessantes Modell. Frühere, einzelne Server, basierten bei 1&1 auf dem Virtuozzo-Container-System, das aktuelle Angebot „Cloud Server“ nutzt als Grundlage die VMware-Virtualisierung.

Die Anzahl virtueller Maschinen ist, pro Vertrag, derzeit auf 99 Systeme begrenzt. Fertig konfigurierte Apps, wie beispielsweise für Drupal, Magento oder Wordpress, gibt es auch bei 1&1.

Pro virtueller Maschine können Administratoren bis zu 16 virtuelle CPUs zuweisen, die maximale Zuweisung für Arbeitsspeicher (RAM) liegt bei 128 GByte. Die jeweilige Mindestzuordnung liegt bei 1 vCPU bzw. 1 GB RAM. 1&1 nutzt im Rechenzentrum Speicher auf Solid-State-Disk-Basis (SSD), die derzeit neueste und gleichzeitig schnellste verfügbare Speichertechnik. Die Mindestzuordnung an Festplattenspeicher liegt bei 20 GByte.

Minutengenaue Abrechnung

Anders als bei Kamp rechnet 1&1 zum Teil minutengenau für eine Leistung ab – hier kommt der „pay per configuration“-Gedanke des Angebots sehr deutlich zum Vorschein. In welcher Ausprägung ein Modell für den Kunden wirtschaftlich sinnvoller ist, muss dieser für sich selbst, mit Blick auf das eigene Anforderungsprofil, entscheiden.

Das Login für die 1&1 Cloud Server-Umgebung ist, wie auch die anderen Angebote des Anbieters, über das Kundencenter erreichbar. Die Bedienungsoberfläche ist modern und insgesamt leicht verständlich, jedoch im Vergleich zum Marktbegleiter mitunter etwas träge.

Was die Bereitstellungsgeschwindigkeit für virtuelle Server angeht, so ist das Angebot von 1&1 ebenfalls eine Spur langsamer. Da der Administrator wohl kaum im Minutentakt virtuelle Server aus dem Boden sprießen lässt, ist das jedoch kein Qualitätskriterium. Bei anderen Betriebssystemen, so die Darstellung des Anbieters, ist eine Bereitstellung in weniger als 60 Sekunden möglich.

Geht es um Microsoft Windows, so unterscheiden sich die Anbieter deutlich. 1&1 bietet die Windows-Lizenz monatlich über eine Gebühr von 10 Euro an, oder erlaubt dem Kunden die Verwendung von eigenen Lizenzen. Die Installation eines „eigenen Windows“ wird allerdings durch den Umstand erschwert, dass ohne die Installation der VMware-Tools keine Mauszeigernutzung möglich ist.

Der Administrator quält sich somit per Tastaturkürzel durch das Setup. Nach der Installation geht es dann per RDP weiter. Alle vorbereiteten Windows-Installationsmedien und Images sind konsequent in Englisch gehalten.

Was uns recht gut im Angebot von 1&1 gefällt, ist die Möglichkeit des integrierten Load Balancers, der die Daten-/Anfragerate auf mehrere Server verteilt. Die Kapazitätenerhöhung ist, sofern sie vom virtualisierten Betriebssystem unterstützt wird, auch im laufenden Betrieb möglich.

1&1 zeigt im „Cloud Panel“ eine minimalisierte Form der Überwachung an, mit Leistungsdaten zur CPU, Prozessen und der RAM-Nutzung. Das ist gut gelungen und hilft, Probleme leicht zu entdecken. Zur Sicherung bietet der Anbieter aus Montabaur Snapshots an, mit denen Administratoren auf den gesicherten Zustand zurückkehren können. Server-Images, manuell oder automatisch erzeugt, bieten sich als Basis für neue Server an.

Fazit

Es gibt sie, die ausgereiften und finanziell attraktiven Angebote für angemietete Server-Systeme über das Internet. Entweder, wie bei 1&1, sehr genau auf die Bedürfnisse zugeschnitten, oder, wie bei Kamp, eher ein wenig pauschalisiert, dafür mit ausreichender Dimensionierung, um auch größere Projekte direkt im Web abzuwickeln. Während der Testphasen – und diese liefen über einen längeren Zeitraum – gab es keine nennenswerten Zugriffsprobleme.

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