KI-Einsatz in der Logistik

Hoher Bedarf trifft auf mangelndes Anwenderwissen

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Peter Frerichs, Leiter des Geschäftsbereichs Inventory & Supply Chain von Inform
Peter Frerichs, Leiter des Geschäftsbereichs Inventory & Supply Chain von Inform (Bild: Inform)

Wie eine Studie von Inform zeigt, ist künstliche Intelligenz (KI) für 80 Prozent der befragten Logistiker ein wichtiges Zukunfts- und Innovationsthema. Allerdings fehlt es gleichzeitig bei drei Viertel der Teilnehmer an Know-how, Investitionskraft oder IT-Infrastruktur.

Laut Inform hat die Logistik-Branche das Potenzial von KI-basierten Anwendungen durchaus erkannt. Die nötige Technologie sei aber noch lange nicht etabliert. Dies wird auch von den Ergebnissen der Studie unterstrichen, die unter 123 Mitarbeitern und Führungskräften aus verschiedenen Logistikbereichen durchgeführt wurde. So halten nur 6 Prozent KI für einen vorüberziehenden Hype ohne Relevanz, während 90 Prozent das Thema als lohnende Investition mit Chancen auf eine langfristig bessere Marktposition betrachten. Aktuell ist KI aber noch kaum in der Unternehmensrealität vertreten. Gerade einmal 26 Prozent der Betrieb nutzen schon jetzt entsprechende Prozesse.

Fehlendes Fachwissen

Als wesentlichen Hemmschuh erweist sich laut der Inform-Studie mangelndes Know-how (54 Prozent). Nur 12 Prozent der Befragten fühlen sich gut informiert, während rund drei Viertel der Teilnehmer über zu wenig Wissen verfügen oder sich zumindest Unterstützung wünschen würden. Weitere große Hindernisse bei der KI-Nutzung sind hohe Kosten (46 Prozent), unzureichende IT-Infrastruktur (44 Prozent) und ein Mangel an zeitlichen Ressourcen (38 Prozent).

Für Peter Frerichs, Leiter des Geschäftsbereichs Inventory & Supply Chain von Inform, sind diese Studienergebnisse ein Warnsignal, nicht den Anschluss zu verlieren: „Mit KI, etwa Machine-Learning-Technologie, lassen sich schon heute beispielsweise zuverlässige Prognosen zur Kundennachfrage berechnen. Diese Verfahren sind bereits in bestehende Lösungen zur Planung der Supply-Chain-Prozesse eingebettet. Der Einsatz ist innovativ, aber bedarf nicht zwangsläufig einer entsprechenden Expertise im Unternehmen. Fachwissen beim Softwareanbieter sowie Vertrauen und gute Beratung sind an dieser Stelle wichtiger für den Erfolg“, erklärt er.

Absatzplanung im Fokus

Als besonders attraktiv schätzen 62 Prozent der Befragten den KI-Einsatz im Segment Absatzplanung ein. Dort gibt es viele nachgelagerte Prozesse. KI könnte hierbei Bedarfsprognosen durch die Berücksichtigung von Markttendenzen verbessern. Als weitere wichtige Einsatzbereiche identifizierte je rund die Hälfte der Befragten die Produktions- und Transportoptimierung, beispielsweise durch autonome Systeme. Trotz der noch zögernden Umsetzung: „In Zukunft wird der Bedarf an KI-gestützten Plattformen und Dienstleistungen für die Supply Chain Optimierung speziell im Großhandel und industriellen Mittelstand steigen“, ist sich Studiensprecher Frerichs sicher.

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 45446535 / Anwendungen)