Preiswürdige Modernisierung eines Enterprise-Rechenzentrums

Hexal beschafft seiner IT ein neues Zuhause

| Redakteur: Ulrike Ostler

Alle Komponenten gibt es doppelt

Die gewünschet hohe Verfügbarkeit gewährleistet eine vollständige Redundanz von den Trafo-Anlagen bis zu den PDU´s: Dises ist durch eine durchgängige A/B Versorgung möglich: , zwei getrennten Stromkreisen, zwei Niederspannungshauptverteilern (NSHV), zwei Netzteilen für jeden Server sowie zwei USV-Anlagen und zwei Dieselaggregaten (siehe Abbildung: 11, 12, 13). „Von der höchsten Verfügbarkeitsklasse trennt unser neues Rechenzentrum lediglich der zweite Stromversorger, der am Standort nur zu exorbitanten Kosten zu realisieren gewesen wäre“, sagt Knabl.

Die USV-Anlage ist eine Besonderheit und war nicht von Anfang der Favorit. Doch die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) ist der zweitgrößte Verbraucher auf Seiten der Infrastruktur-Komponenten, hinter der Klimatisierung. Die Zielvorgabe für die beiden erforderlichen 125-kVA-Anlagen waren: unmittelbare Einsparungen durch einen hohen Wirkungsgrad im vorgesehenen Teillast-Betrieb von maximal 50 Prozent sowie Einspareffekte möglichst darüber hinaus, insbesondere beim Klimatisierungsbedarf.

Letztlich entschied sich Hexal für die Schwungrad-Technik „Flywheel“ von Active Power, obwohl das System in der Anschaffung teurer war, als eine entsprechende USV mit Batterien. Neben dem geringeren Platzbedarf sprachen auch die Auswirkungen auf den Energieverbrauch dafür:

Schwung für die USV

Die Schwungrad-USVs weisen einen hohen Wirkungsgrad auf, der sich insbesondere im Teillast-Betrieb durch den geringen Basisverbrauch für Steuerung und Lade-Erhaltung auszeichnet. Die für die Stromspeicherung in Batterien und für die Stromaufbereitung erforderlichen Energie-intensiven Wandlungsprozesse – Wechselstrom aus dem Netz in Gleichstrom für die Batterie und wieder in Wechselstrom für die angeschlossenen AC-Lasten – entfallen. Die Rotation des Flywheels lässt sich mit wenig Energie-Aufwand aufrechterhalten, keramische passive Lager und das Vakuum, in dem sie laufen, halten die Reibungsverluste gering.

Der zweite Aspekt betrifft die Klimatisierung. Beim Batteriebetrieb wird Wärme abgegeben – für die Batterien muss jedoch ein eng gefasster Temperaturbereich von 20 bis 25 Grad aufrechterhalten werden, damit sie einwandfrei funktionieren und ihre Lebenszeit nicht verkürzt wird.

Ergänzendes zum Thema
 
Die Schwungradtechnik von Active Power

Da die „Clean Source UPS“ von Active Power bis zu einer Umgebungstemperatur von 40 Grad betrieben werden kann, entfällt fast gänzlich die Notwendigkeit, die beiden getrennten USV-Räume zu kühlen. Laut Knabl lässt sich der Energiebedarf für die Klimatisierung hier rund 30 Prozent gegenüber Batterie-Systemen reduzieren. Außerdem hat eine Überschreitung der Temperatur lediglich die Umschaltung auf den Bypass zur Folge, aber keine Verkürzung der Lebensdauer der Anlage.

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Mich würde interessieren, wie sich die Schwungradtechnologie in der Praxis bewährt. Werden die...  lesen
posted am 09.07.2012 um 08:44 von Unregistriert


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