Preiswürdige Modernisierung eines Enterprise-Rechenzentrums

Hexal beschafft seiner IT ein neues Zuhause

| Redakteur: Ulrike Ostler

Neues und Altes in der IT

Die Entscheidung fiel im März 2011: „keine Möglichkeit zur Erweiterung erforderlich, aber höchst mögliche Verfügbarkeit und Energie-Effizienz“.

Anregungen über aktuelle Rechenzentrumstandarts holten sich Knabl und Schmidmeier bei Kollegen in der Schweiz. Doch während dort mit 10 Kilowatt pro Rack gerechnet wurde, legten die Holzkirchner 5 Kilowatt als Berechnungsgrundlage fest.

Doch ganz ohne Neuerungen kam auch die IT nicht aus: So wurde ein neues KVM System von Raritan verbaut und neue Cisco-Switches für die redundante Server-Anbindung in das Backbone integriert. Außerdem hat Schmidmeier in einem über ein „Tech-Refresh-Projekt“ alte Server durch aktuelle HP und IBM Server-Hardware ersetzt.

Der IT-Umzug

Den IT-Umzug schafften Hexal-Mitarbeiter an zwei Wochenenden. Um den Ablauf möglichst reibungslosen Ablauf zu gestalten, wurden vorab alle benötigen Lichtwellenleiter (LWL) neu verlegt.

Am ersten Wochenende wechselte der bestehende SAN Core einschließlich aller Fibre-Channel-Komponenten den Standort. Am zweiten bekamen die einzelnen Server ein neues Zuhause. Laut Schmidmeier ist der erfolgreiche Umzug unter anderem der neuen, strukturierten und im Rack integrierten Festverkabelung zu verdanken. Nach dem Umzug konnte er das alte Rechenzentrum abschalten.

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Im neuen Rechenzentrum setzt Hexal nun auf eine Kaltgangeinhausung. Die Luftführung durch die Einhausung der Kaltgänge und eine relativ hohe Kaltgang-Temperatur von um die 26 Grad senken im Server-Raum den Energiebedarf für die Klimatisierung.

Die Wärme ist ausgesperrt

Bei der Kälte-Erzeugung setzt Hexal primär auf indirekte freie Kühlung. Die bereits vorhandene Hauskälte-Anlage lässt sich dafür nutzen. Sie muss lediglich für das Rechenzentrum angezapft werden.

Das funktioniert durch ein hohes Temperaturniveau im Kaltgang bis zu einer Außentemperatur von 16 Grad. Die Zuluft hat eine Temperatur von 24 Grad; im Rechenzentrum außerhalb der Kaltgänge ist es 28, 29 Grad warm.

„Die Herausforderung war jedoch ein zweiter Kältekreislauf“, erläutert Knabl. Zum einen brauchen einige Sandoz-Räume Temperaturen unter 18 Grad. Außerdem sollte die Menge an Wasser im Rechenzentrum möglichst gering sein. Dafür sorgt ein Wärmetauscher mit hydraulischer Trennung (siehe: Abbildung 9).

Genügend Platz für Rohre und Kabel aller Art

Die Verrohrung befindet sich komplett im Doppelboden des 3 Meter hohen Rechenzentrums: die Kaltwasser- und die Kältemittelleitungen, aber auch die Stromversorgung. Die Kabel laufen auf Schienen mit Ableitungskästen.

Die IT Verkabelung jedoch wurde komplett über den Racks verlegt. Bis zur Oberkante sind 40 Zentimeter Platz. In dem Raum zwischen Einhausung und Decke finden auch die Löschleitungen.

Die Brandfrühesterkennung sowie die Rauchmelder sind im Doppelboden sowie an der Decke montiert. „Die merken, wenn jemand ein Streichholz anzündet“, sagt Schmidmeir. Um die empfindlichen Sensoren nicht jedes Mal die Löschanlage aktivieren zu lassen, gibt es drei Warnstufen mit unterschiedlichen Maßnahmen.

Die Brandbekämpfung

Zudem gilt die 2-Melder-Abhängigkeit. Wenn zwei Rauchmelder Alarm auslösen, wird innerhalb von 30 Sekunden die Löschanlage aktiviert und das Rechenzentrum mit Stickstoff geflutet.

Stickstoffe haben gegenüber dem Löschgas Argon etwa den Vorteil, dass es einfach zu beschaffen sei. „Stickstoff hat jeder“, und ist kostengünstiger, führt Knabl aus. Zudem habe man höhere Flaschen nehmen können, so dass weniger Stellfläche notwendig sei.

In der Überlegung war aber auch eine Oxyreduct-Anlage, die stets für einen geringeren Sauerstoffgehalt im Rechenzentrum sorgt und damit die Entstehung von Bränden verhindert. Dagegen aber habe gesprochen, dass Anschaffung und Dauerbetrieb zu teuer gewesen wären.

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posted am 09.07.2012 um 08:44 von Unregistriert


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