Indikatoren für die RZ-Infrastruktur

HCI - einfache Antwort auf komplexe Probleme

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Dietmar Müller

HCI macht komplexe NAS / SAN-Strukturen überflüssig.
HCI macht komplexe NAS / SAN-Strukturen überflüssig. (Bild: gemeinfrei-DavidZydd / Pixabay / CC0)

Unternehmen verfolgen bei der Einführung von hyperkonvergenten Komponenten oftmals eine Guerillataktik. Die Migration hin zu HCI findet Schritt für Schritt statt, beginnend mit einer Minimal-Konfiguration weniger Knoten.

Digitalisierung, Internet of Things (IoT) und Industrie 4.0 lassen keine Branche unberührt, den Rechenzentren fallen dadurch neue Aufgaben zu, auf die es zu reagieren gilt. Als Lösung für die neuen Herausforderungen werden seit geraumer Zeit immer öfter hyperkonvergente Infrastrukturen (HCI) genannt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Infrastrukturen sind sie Software-definiert und geben dem Rechenzentrum (RZ) der nächsten Generation die Chance, effizient, robust und flexibel auf neue Geschäftsanforderungen zu reagieren.

HCI stellen einen ersten großen Schritt hin zum komplett Software-definiertem Datacenter (SDDC) dar. Die Netzwerkressourcen sind dabei komplett von der zugrunde liegenden Hardware getrennt, so wie man das im Prinzip auch von virtuellen Maschinen kennt.

Der Flash-basierte Speicher kann dann beispielsweise direkt über ein Netzwerk mit hohem Durchsatz und geringer Latenz angesteuert werden, komplexe NAS / SAN-Strukturen werden überflüssig, was die Arbeit für die Administratoren deutlich vereinfacht. Und durch die Konvergenz von Rechen- und Speicherressourcen in einem Industriestandard-Server benötigen Unternehmen weniger Platz und sparen Kosten für Strom und Kühlung.

Warum HCI für Firmen

Einsparungen beim Platz und dem Stromverbrauch sind jedoch nicht die einzigen Vorteile, die HCI bietet. Einfachheit, Flexibilität und Schnelligkeit sind weitere überzeugende Gründe. Usman Chaudhry, Experte für integrierte und Converged Infrastructure bei Fujitsu, führt darüber hinaus niedrigere Gesamtkosten (TCO) und einen schnelleren Return-on-Investment (ROI) durch hyperkonvergente Infrastrukturen an, weil der Bedarf an Hardware fürs Rechnen und Kühlen deutlich abnimmt. Dazu kommt, dass die meisten HCI-Komponenten über eine einzige GUI alle Funktionen managen, was deutlich weniger Stress für die Administratoren bedeutet. Und schließlich führt die vergleichsweise einfache Architektur von HCI-Komponenten zu einer Verringerung der verlegten Kabel und zu einfacherer Maintenance.

Gunnar Menzel, Vice President & Chief Architect Officer, Infrastructure Services bei Capgemini, hat noch einen weiteren schlagenden Grund für HCI auf Lager: „Unternehmen haben es durch HCI in der Regel nur noch mit einem Anbieter zu tun und müssen sich weder in Sachen Storage noch in anderen Teilbereichen detailliertes Expertenwissen aufbauen.“

Einfachheit ist ein guter Grund

Einfachheit in der Handhabung ist also ein sehr guter Grund für HCI – komplexe IT hat IT-Teams lange genug in Atem gehalten und Anwender verzweifeln lassen. Die vielen einzelnen Server, Speichergeräte und Netzwerkprodukte in einem Rechenzentrum erforderten eine breite Palette an Systemsoftware mit den üblichen Updates und Patches. Komplexität entstand auch aus der Vielzahl an Möglichkeiten, Geräte und Software kurzzuschließen. Das wiederum machte unzähligen Überwachungs- und Management-Tools nötig, die nicht selten Probleme im Zusammenspiel bereiteten, vor allem, wenn eine neue Komponente eingeführt werden sollte.

HCI soll Installation und Betrieb im Rechenzentrum vereinfachen.
HCI soll Installation und Betrieb im Rechenzentrum vereinfachen. (Bild: gemeinfrei - DavidZydd / Pixabay / CC0)

Hyperkonvergente Architekturen kommen dagegen als fertige Appliances ins Rechenzentrum und können dort in Standard-Racks eingesetzt werden. Ein solches System kann als eine Art "Datacenter in a Box" betrachtet werden, mit Server, Netzwerk, Speicher sowie Backup und Desaster Recovery in einer einzigen Hardware zusammengefasst. Administratoren schätzen die „Plug and Play“-Erfahrung beim Einsatz solcher Systeme. Der Implementierungs- und Konfigurationsaufwand von HCI-Komponenten ist im Vergleich zum Aufbau einer komplett eigenen vergleichbaren Architektur lachhaft gering.

Zusammengefasst sind die Vorteile von integrierten Systeme vielfältig: Die Komplexität wird reduziert, Unternehmen brauchen weniger Zeit für die Planung, sie beschleunigen die Bereitstellung, man vermeidet Probleme durch Tests und minimieren das Risiko von Downtimes durch Wartungen. All diese Aspekte helfen, Kosten zu senken, sowohl bei den Investitionen als auch beim Betriebsaufwand. Und schließlich führt dies alles dazu, dass sich IT-Teams endlich auf die wirklich wichtigen Aspekte des Unternehmens konzentrieren können.

Wann Sie auf HCI verzichten sollten

Machen wir uns aber nichts vor – HCI passt nicht zu jedem Unternehmen. Nicht immer passt eine Lösung von der Stange, wie HCI-Komponenten sie darstellen. Unternehmen können spezifische Bedürfnisse erfüllen oder bestimmte Arbeitslasten schultern, man denke hier an HPC, SAP oder auch Big Data/AI, für die vorkonfigurierte HCI-Systeme keine überzeugende Antwort liefern können. Hier müssen CIOs genau hingucken. Zum anderen macht HCI den Anwender ein klein wenig unfreier, da sie an die Spezifikationen des Herstellers gebunden sind. Es besteht in der Regel keine Möglichkeit, die Lösung zu optimieren. Braucht es eigentlich auch nicht, denn damit wären die Vorzüge der geschlossenen Architektur obsolet.

Schritt für Schritt

Um herauszufinden, ob HCI in ein Rechenzentrum passt, hat Fujitsu „Indikatoren“ für ein RZ-Infrastruktur-Strategiegespräch entwickelt. Die Berater fragen nach dem Selbstverständnis und der Stellung des Unternehmens, nach der Struktur des bestehenden RZ, nach den drängendsten Problemen und den für die Zukunft geplanten Hauptaufgaben. IT-Entscheider müssen angeben, welche der fünf folgenden Schwerpunkte für sie von Bedeutung sind: Elastic Workloads, Software Entwicklung, Agilität & Performance, Simplicity & Consolidation oder die Datacenter Automation. Nach der Analyse der Antworten kann eine Handlungsempfehlung erstellt werden, etwa für eine Converged Infrastructure (Classic 3-Tier), für ein Software Defined Storage (SDS) oder für Software Defined Datacenter (SDx)-Infrastrukturen.

HCI ist für Fujitsu die Antwort auf die Herausforderungen im Rechenzentrum: Elastic Workloads, Software Entwicklung, Agilität & Performance, Simplicity & Consolidation und Datacenter Automation.
HCI ist für Fujitsu die Antwort auf die Herausforderungen im Rechenzentrum: Elastic Workloads, Software Entwicklung, Agilität & Performance, Simplicity & Consolidation und Datacenter Automation. (Bild: gemeinfrei / CC0)

HCI reitet ins RZ nicht über Nacht ein, und schon gar nicht im großen Stil. Michael Homborg, Category Manager Primeflex Solutions bei Fujitsu Technology Solutions, hat eine ausgesprochene Guerillataktik bei der Einführung entsprechender Komponenten ausgemacht. Oftmals findet die Migration hin zu HCI Schritt für Schritt statt, beginnend mit einer Minimal-Konfiguration weniger Knoten und dem dann schrittweisen Hinzufügen zusätzlicher Knoten.

Die „Primeflex-Serie“ von Fujitsu bietet verschiedene konvergente- & hyperkonvergente Kombinationen aus RZ-Komponenten wie Server, Speicher, Netzwerkkonnektivität und Management-Software. Die verschiedenen Lösungen etwa für Virtualisierung, Private Cloud, Big Data oder High Performance Computing werden entweder als sofort einsatzbereit oder als anpassbare Referenzarchitekturen ausgeliefert, die einfach an kundenspezifische Anforderungen angepasst werden können. Zusätzliche Sicherheit bieten die Fujitsu Deployment und Integration-Services, welche eine reibungslose Integration in jede Umgebung vor Ort sicherstellen.

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posted am 19.07.2018 um 15:33 von Unregistriert


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