Windows 10 und Windows Update for Business

Hat der Patch-Dienstag ausgedient?

| Autor / Redakteur: Chris Goettl* / Ulrike Ostler

Wie kommen Updates ins System?

Mit Windows 10 verändert Microsoft auch die Art und Weise, wie Updates an Systeme ausgeliefert werden. Das Unternehmen integriert dazu neue Funktionen in eine Anwendung, die künftig den Namen „Windows Update for Business“ (WUB) tragen wird. Diese neuen Funktionen geben Unternehmen die Möglichkeit, die Geschwindigkeit zu kontrollieren, mit der sie Aktualisierungen auf ihre Systeme aufspielen.

Eine der wesentlichsten Neuerungen stellen so genannte „Update-Ringe“ dar. Es handelt sich um variable Zeiträume, in denen Updates geliefert werden. Über diese Ringe können Unternehmen vor allem selbst bestimmen, zu welchem Zeitpunkt ihre Software aktualisiert wird.

Erste Ankündigungen von Microsoft Anfang des Jahres sowie Aussagen auf der Hausmesse „Ignite 2015“, lassen vermuten, dass drei oder mehr Ringe geplant sind, die sich in WUB konfigurieren lassen. Ein „Current Branch“, also ein aktueller Pfad, sowie ein „Long Term Servicing Branch“, ein langfristiger Service-Ring, wurden bereits bestätigt. Auf der Ignite wurde zudem ein so genannter „Ludicrous Branch“ angekündigt. Dieser „aberwitzige Zweig“ soll Updates in einer – entsprechend seines Namens – irrsinnig hohen Geschwindigkeit bereitstellen.

Beispiel für Update-Ringe im Blog: http://images.google.de/imgres?imgurl=http://az648995.vo.msecnd.net/win/2014/10/Ring1.png&imgrefurl=https://blogs.windows.com/windowsexperience/2014/10/21/were-rolling-out-our-first-new-build-to-the-windows-insider-program/&h=748&w=2145&tbnid=XBuhJaJEzkmQMM:&docid=BNjQUUJ9EMuHPM&ei=E4RYVsuBJIWEPs2cgvgK&tbm=isch&iact=rc&uact=3&page=1&start=0&ved=0ahUKEwiL18-qgrHJAhUFgg8KHU2OAK8QrQMILTAE
Beispiel für Update-Ringe im Blog: http://images.google.de/imgres?imgurl=http://az648995.vo.msecnd.net/win/2014/10/Ring1.png&imgrefurl=https://blogs.windows.com/windowsexperience/2014/10/21/were-rolling-out-our-first-new-build-to-the-windows-insider-program/&h=748&w=2145&tbnid=XBuhJaJEzkmQMM:&docid=BNjQUUJ9EMuHPM&ei=E4RYVsuBJIWEPs2cgvgK&tbm=isch&iact=rc&uact=3&page=1&start=0&ved=0ahUKEwiL18-qgrHJAhUFgg8KHU2OAK8QrQMILTAE (Bild: Microsoft)

Ergänzendes zum Thema
 
Das Fazit des Autoren

Für Privatanwender der Windows 10 Home Editionen wird ausschließlich nur eine Update-Variante für das entsprechende System verfügbar sein. Diese Heimanwender Editionen dürften sich dabei, gemäß dem Current Branch (CB), ziemlich schnell aktualisieren. Dieser erhält neue Funktionen, Bugfixes und Sicherheits-Updates, sobald sie über Windows Update zur Verfügung stehen. Für die Mehrheit der Privatnutzer dürfte dies die ideale Einstellung sein.

Windows 10 für Unternehmen

Die Windows 10 Professional Editionen für Unternehmensanwender werden dagegen bereits Möglichkeiten für die Nutzung mehrerer Ringe enthalten: einen Current Branch beziehungsweise einen Current Branch for Business (CBB).

Fenster aus Windows 10, das den Admins erlaubt, weitere Ringe hinzuzufügen.
Fenster aus Windows 10, das den Admins erlaubt, weitere Ringe hinzuzufügen. (Bild: Microsoft)

Die zusätzliche Variante CBB bietet Unternehmen eine höhere Flexibilität, wann die neuen Funktionen, Bugfixes und Sicherheits-Updates auf ihre Systeme angewendet werden sollen. Unternehmen, die Microsofts kostenfreie Lösungen Windows Update for Business (WUB) oder Windows Server Update Services (WSUS) einsetzen, erhalten zudem die Möglichkeit, Funktionsupdates für Windows 10 für einen bestimmten Zeitraum zu verschieben.

Microsoft wird neben dem Current auch einen „Previous Branch“ (vorausgegangenen Zweig) anbieten. Kunden können über diese Option ihre aktuelle Konfiguration beibehalten und werden über eine gewisse Zeit mit Updates unterstützt. Nach dieser Zeit, sobald der nächste Update-Branch gestartet wird, müssen Unternehmen auf den nächsten Current oder den dadurch entstehenden neuen Previous Branch migrieren. Detaillierte Informationen darüber, wie lange es dauert, bis Unternehmen auf diesem Weg zu einem Update aufgefordert werden, gibt es von offizieller Seite bislang noch nicht.

Mixen und auswählen

Für diejenigen Unternehmen, die Windows 10 Enterprise nutzen, werden zusätzliche Optionen verfügbar sein. So werden diese Kunden künftig die Möglichkeit erhalten, CB und CBB miteinander zu mischen und abzugleichen. Auch sollen sie Zugriff auf einen Long Term Servicing Branch erhalten. Dieser erlaubt es, nur Sicherheits-Updates zu übernehmen. Neue Funktionen sowie nicht auf Sicherheit bezogene Fixes können auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Alles Microsoft Security Bulletins finden sich unter: https://technet.microsoft.com/de-de/security/bulletin
Alles Microsoft Security Bulletins finden sich unter: https://technet.microsoft.com/de-de/security/bulletin (Bild: Vogel IT-Medien GmbH)

Letztlich haben Kunden von Windows 10 Enterprise damit die Auswahl aus verschiedenen Update-Zweigen, damit sie den individuellen Eigenschaften ihrer Systemlandschaft Rechnung tragen können.

  • Der Current Branch eignet sich dabei beispielsweise für Anwender, deren Arbeit von neuen Funktionen nicht beeinflusst wird. Der Current Branch for Business lässt sich demgegenüber für Nutzergruppen anwenden, die spezifischere Anforderungen an ihre Applikationen haben und daher sensibler auf neue Funktionen, Änderungen und Verhaltensweisen eines Programms reagieren.
  • CBB gibt IT-Administratoren mehr Zeit, die Anwender auf künftige Funktionsänderungen vorzubereiten und auf eventuell auftretende Probleme zu reagieren.
  • Der Long Term Servicing Branch wiederum eignet sich ideal für Server und andere geschäftskritische Systeme, die zwar die entsprechenden Sicherheits-Updates benötigen, aber vor allem eines erfüllen müssen – schlicht ohne Unterbrechung zu funktionieren. Änderungen an diesen Systemen werden traditionell eher konservativ durchgeführt.

Administratoren, die sich über die verschiedenen Optionen informieren möchten, sollten einen Blick auf eine gute und vollständige FAQ-Liste der Microsoft Community werfen, die die beschriebenen Möglichkeiten und Informationen detailliert beschreibt.

* Chris Goettl ist Product Manager bei Shavlik.

Inhalt des Artikels:

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43754858 / Software)