Es muss nicht alles und immer neu sein

Handeln wie Google - Refurbishment im Datacenter

| Autor / Redakteur: Chris Pooley* / Ulrike Ostler

Hätten Sie gedacht, dass Google sein Equipment nicht einfach entsorgt, sondern zu einem Großteil aufbereitet und dann erneut verwendet?
Hätten Sie gedacht, dass Google sein Equipment nicht einfach entsorgt, sondern zu einem Großteil aufbereitet und dann erneut verwendet? (Bild: Techbuyer)

Führende auf dem Gebiet der Forschung zum Thema Kreislaufwirtschaft, Kosten- und Energie-Einsparungs-Innovationen, scheint momentan Google zu sein, insbesondere wenn es um Nachhaltigkeit im Tech-Bereich geht. Glauben Sie Ihr Unternehmen ist zu klein in punkto Personal und Umsatz, um diese Ideale zu erreichen? Umdenken! Es gibt verschiedene Möglichkeiten…Und so können Sie diese finden.

Was bedeutet Kreislaufwirtschaft überhaupt?

Eine Kreislaufwirtschaft ist die Bewegung zu einem System , das sich hinsichtlich Energie- und Materialverbrauch selber tragen kann. Der Fokus beim Betrieb von Rechenzentren lag hier bisher beim Engergieverbrauch, Ob Senkung des PUE-Werts (Power Use Effectiveness) oder die Verwendung von Solar, Wind- und Bio-Kraftstoff - die meisten Unternehmen konzentrierten sich überwiegend auf den Kohlenstoffausstoß der täglichen Tätigkeit Ihrer Anlagen. Jedoch sind effiziente Kühlung und Gebäudeplanung nicht alles, wenn es um Kohlenstoffausstoß – oder Kosten – in einem Rechenzentrum geht.

Die unwirtschaftliche Nutzung von Computer-Ressourcen hat einen größeren Effekt auf die Effizienz als PUE. Server mit Software-Defined-Storage (SDS) sind daher eine ausgezeichnete Möglichkeit den Kohlenstoffausstoß zu vermindern und Geld zu sparen.

Unternehmen wie Google haben ihre eigene Netzwerkarchitektur entwickelt, um Applikationen zu planen und verwalten. Doch kann jeder, der will, eine große Auswahl an Software auf dem Markt finden, die Ihnen ähnliche Ergebnisse bringen kann.

Wie macht Google das?

Wenn es darum geht, Systeme zu aktualisieren, bieten ältere Server und Komponente eine kostengünstige Lösung. Google lässt seine Upgrades nicht von Berechnungen der Lebenszyklen diktieren, sondern verwendet so genannte "refurbished" Komponenten für Reparaturen und Upgrades in seinen Datacenter.

Es gibt zwei Möglichkeiten, runderneuertes Datacenter-Equipment erneut zu verwenden: Zum einen lassen sich Einzelkomponenten erneut verwenden. Zum anderen lassen sich etwa Server aufmöbeln und neu konfigurieren.
Es gibt zwei Möglichkeiten, runderneuertes Datacenter-Equipment erneut zu verwenden: Zum einen lassen sich Einzelkomponenten erneut verwenden. Zum anderen lassen sich etwa Server aufmöbeln und neu konfigurieren. (Bild: Techbuyer)

Ergänzendes zum Thema
 
Über Techbuyer

Im Jahr 2015 stammten 75 Prozent aller verwendeten Ersatzteilkomponenten aus einem wiederaufbereiteten Bestand. Im gleichen Jahr kamen die Komponenten für Upgrades zu 52 Prozent aus wiederaufbereitetem Material und 19 Prozent aller Server waren refurbished.

Auf Grund der Unternehmensgröße Größe hat Google die Kapazität für die Lagerung von Ersatzteilen. Kleinere Unternehmen mit weniger Lagerkapazität können jedoch gleichwertige Komponente kaufen. Es gibt eine ganze Reihe von Unternehmen, die sich auf die Wiederaufbereitung von IT Hardware spezialisieren haben. Sie verfügen häufig zudem über ein großes Inventar und bieten oft die Lieferung am Werktag der Bestellung. Global agierende Unternehmen bieten die weltweite Lieferung zumeist am darauffolgenden Werktag, da sie über viele Standorte verfügen. Und: Häufig bieten sie Garantien wie der Hersteller selbst.

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Was bedeutet „refurbished“?

Refurbishment oder Aufbereitung bedeutet Geräte wieder auf Werkseinstellungen zurückzubringen, so dass diese anderweitig wiedereingesetzt werden können. Wenn man in Betracht zieht, wie schnell sich die IT Industrie verändert, sind Ausrüstungs-Upgrades oder -Änderungen meist öfter nötig und noch bevor die Produkt-Lebensdauer abgelaufen ist. Aufbereitete Produkte werden oft im Edge Computing, in der Ausfallsicherung und als Backup eingesetzt.

Hier wird Rechenzentrumsausrüstung wiederaufbereitet, um sie zum Wiederverkauf anzubieten.
Hier wird Rechenzentrumsausrüstung wiederaufbereitet, um sie zum Wiederverkauf anzubieten. (Bild: Techbuyer)

Wie funktioniert der Refurbishing-Prozess?

Dies hängt vom Produkt oder der Komponente ab. Festplatten zum Beispiel werden einer kompletten Datenlöschung mit spezieller Software unterzogen. Alle Geräte werden optisch überprüft, gründlich gereinigt und auf Funktionsfähigkeit getestet. Server werden in die einzelnen Komponenten zerlegt und diese dann nach Artikelnummer und Spezifikation protokolliert sortiert. Die Einzelteile können dann entweder einzeln verkauft werden oder nach Wünschen des Käufers neu zusammengestellt oder als bestehender Rechner neu konfiguriert werden.

Auf was sollte man achten?

Die Antwort ist einfach: Qualität, Verfügbarkeit und Garantie. Wiederaufbereitete Hardware zu kaufen sollte wirtschaftlich und zugleich zuverlässig sein.

  • Suchen Sie sich deshalb ein Unternehmen, welches eine Drei-Jahres-Garantie bietet.
  • Erfragen Sie, wie hoch der Vorrat das Unternehmen ist, damit Sie abschätzen können, wie schnell Sie Ihre Bestellung erhalten können.
  • Achten Sie auf Kompetenz - eine ISO Zertifizierung ist ein guter Hinweis für Qualitätskontrolle, aber Extras, zum Beispiel ein Service, der Ihnen individuelle Konfigurationen bietet (CTO), sind weitere Anzeichen für fachliche Kompetenz.

* Chris Pooley ist Group Sales Director bei Techbuyer, siehe: Kasten.

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