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SDN kommt und Cavium verleibt sich Xpliant ein Halbleiter-Fabrikant kauft Experten im Datacenter-Switching

| Redakteur: Ulrike Ostler

Xpliant besitzt keine eigene Fertigungsstätte, dafür aber Know-how in Sachen programmierbare Switches, die in Rechenzentren zum Einsatz kommen. Nun kauft Halbleiter-Hersteller Cavium das privat gehaltene, in San José ansässige Unternehmen für insgesamt 90 Millionen Dollar.

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Um SDN gerecht werden zu können, kauft Cavium das Xpiant-Know-how.
Um SDN gerecht werden zu können, kauft Cavium das Xpiant-Know-how.
(Bild: Cavium)

Die Cavium, Inc., deren Produkte etwa in Funk- und Kabel-Netzen zum Einsatz kommen, insbesondere in Rechenzentren von Cloud- und Service-Providern hatte im Juni dieses Jahres ohnehin bereits Xpliant gesteckt. Jetzt wird das Unternehmen weitere 75 Millionen Dollar investieren: Davon 40 Millionen Dollar cash und 35 Millionen Dollar in Aktien.

Das kalifornische Unternehmen ist bekannt für seine Switching-Anwendungen, die eine hohe Dichte und ein Hight-Performance-Umgebung ermöglichen, wie sie künftig verstärkt in Cloud-, Provider- und Enterprise-Rechenzentren vorgefunden werden. Treiber sind hier vor allem mobile Applikationen und Social Networking, so die beteiligten Firmen.

Denn der globale Traffic, der durch mobile Anwendungen hervorgerufen wird, wächst derzeit durchschnittlich (von 2013 bis 2018) um 61 Prozent. Der IP-Traffic in den Rechenzentren allein soll sich in den Jahren von 2014 bis 2017 pro Jahr im Schnitt verdoppeln, so der „Visual Networking Index and Global Cloud Index“ von Cisco.

Andere Architekturen erforderlich

Diese Last ist durch herkömmliche Infrastruktur kaum noch zu decken. Es braucht mehr Bandbreite und Intelligenz im Switching, um den enormen Anstieg an Daten in einer effektiven Art und Weise und zu verträglichen Kosten sowie Stromverbrauch in den Griff zu bekommen. Ohnehin spiele Software Defined Networking (SDN) als Architekturprinzip eine zunehmend wichtige Rolle, heißt es von Cavium.

Ethernet-Switches seien heue quasi Standard, um Komponenten in einem System zu verbinden, aber auch um verschiedene Systeme wie Server, Server-Racks und Networking-Appliances in Rechenzentren und Provider-Netzen miteinander zu verknüpfen. Darüber hinaus kommen Ethernet-Switches im gesamten Unternehmensnetz zu Einsatz, etwa um WLAN-Zugänge, Desktops und Netzwerk-geräte mit Servern zu verbinden.

Der adressierbare Gesamtmarkt wird auf 1 Milliarde Dollar pro Jahr geschätzt. Außerdem rechnet Cavium damit, dass SDN schon bald dafür sorgen wird, dass verstärkt neue Switching-Plattformen eingekauft werden.

Was nicht mehr passt

Denn den bisherigen Geräten und sei gemein, dass sie jeweils auf Legacy-Architekturen basieren, in denen wenig variable Funktionen verankert sind. Sie könnten daher die neuen Herausforderungen an Skalierbarkeit und Flexibilität in der IT-Infrastruktur nicht mehr erfüllen.

Cavium nennt das „hart codiertes Networking-Silizium mit einem sehr begrenzten Funktionsumfang.“ Wenn neue Features notwendig würden, müsse jedes Mal die Silizium-Komponente ausgetauscht werden, was die Verteilung verschleppe. Außerdem ständen die quasi fixierten Funktionssets der Flexibilität entgegen, wie sie programmierbare Netze, SDN, benötigten und seine daher extrem ineffizient.

Selbst den Ansprüchen der Hersteller stehe eine starre Architektur im Wege. Sie verhindere, dass sich die Produkte verschiedener Hersteller voneinander unterschieden; Features und Funktionen, die verschiedene Anwendungen und ein breiteres Marktspektrum bedienen könnten, fehlten indes.

Das Angebot von Xpliant

Xpliant wiederum vereine ein Weltklasse-Team an Industrie-Veteranen und habe bereits mehrere Generationen an besten Switching-Systemen hervorgebracht mit 10G/40G/100G Port-Geschwindigkeit und einer Port-Dichte, die von vielen Multi-Gigabit bis zu Multi-Terabit reicht. Außerdem sind sie von Grund auf für SDN-Anforderungen konzipiert.

Der Multi-Core-Prozessor Octeon III bietet 100 Gbit/s und mehr
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(Bild: Cavium)
Die programmierbare Architektur eigne sich somit bestens für OEMs, die die Produkte gezielt für ihre Kundengruppen anpassen können. Damit fülle das Xpliant-Portfolio das Cavium-eigene auf, zu dem etwa „ThunderX“, „Octeon“ und „LiquidIO“ gehören.

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