Intel Server-CPUs: Gegenwart, Konkurrenten und Zukunft

Großes Orchester: Zukunftsmusik bei Intel

| Autor / Redakteur: Klaus Länger* / Klaus Länger

AMD Xen: Neuer Anlauf mit x86

Unter der neuen Führung hat offensichtlich auch ARM generell keine so hohe Priorität zu besitzen. Der selbst entwickelte „K12“-ARM-Core wird auf der Roadmap ein Jahr nach hinten geschoben und kommt nun frühestens 2017. Und vom Projekt „Skybridge“, das Pin-kompatible x86- und ARM-SoCs bringen sollte, ist nun gar keine Rede mehr.

Stattdessen setzt AMD primär auf die neue x86-Prozessorgeneration „Zen“, mit der man wieder konkurrenzfähig werden will. Bei „Bulldozer“ und dessen Ableger „Piledriver“ liegt AMD ja inzwischen mit weiten Abstand zurück. Das hat sich auch auf das Geschäft mit Server-Prozessoren ausgewirkt. Nach einem Höchststand von mehr als 20 Prozent in 2006, hier hatte AMD mit der Einführung von 64 Bit die Nase vorn, ist der Marktanteil für die Opteron-Prozessoren laut den Zahlen von Trefis auf unter zwei Prozent gesunken.

Für die Zen-Architektur verspricht AMD einen um 40 Prozent höheren IPC-Wert (Instructions per Clock). Damit könnte AMD wieder auf Intel aufschließen und vor allem wieder höhere Preise für die eigenen Prozessoren verlangen. Von dem Bulldozer-Ansatz mit zwei Integer-Cores, die sich eine FPU teilen, wird sich AMD mit Zen auf jeden Fall verabschieden.

Wie bei Intel: Simultaneous Multithreading

Stattdessen folgt man dem Vorbild von Intel und setzt auf Simultaneous Multithreading (SMT). Zudem sollen die Caches bei Zen schneller werden und die Prozessoren sollen in einem FinFET-Design produziert werden. Das macht Intel mit „Tri-Gate“ bereits seit 2012 mit der Einführung der 22-Nanometer-Ivy-Bridge-Prozessoren.

Ob Zen in einem 14- oder einem 20-Nanometer-Prozess hergestellt wird und ob das bei TSMC, Samsung oder Globalfoundries passieren wird, ist noch nicht klar. Auf jeden Fall plant AMD die Markteinführung für 2016: Zunächst als FX-Prozessor für PCs, dann wohl als Opteron für Server.

In einem nächsten Schritt plant AMD dann die Einführung von Server-APUs, die dann mit verschiedenen Anteilen von CPU- und GPU-Cores sowie auch zusätzlichen Custom-Cores an unterschiedliche Einsatzbereiche angepasst hergestellt werden.

Intel kauft zu

Bei der Integration von Custom-Cores in die eigenen Prozessoren ist auch Intel aktiv. Auf dem Intel Developer Forum im September 2014 hatte Intel angekündigt, auch kundenspezifische Field Programmable Gate Arrays (FPGAs ) in die eigenen Xeon-Dies zu integrieren und arbeitete dafür mit Altera zusammen, dem weltweit zweitgrößten FPGA-Hersteller hinter Xilinx.

Nun übernimmt Intel Altera für 16,7 Milliarden Dollar. Das ist die bei weitem größte Übernahme in der Firmengeschichte. Intel bezahlt für Altera das Doppelte dessen, was die Übernahme von McAfee 2010 gekostet hat.

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