Umweltschutz im Rechenzentrum: Die Experton-Group zum Status Quo

Green RZ – Prognose für 2011 und die Realität

| Autor / Redakteur: Wolfgang Schwab / Ulrike Ostler

Für so manchen RZ-Betreiber sind Green-IT-Maßnahmen noch ein Fremdkörper im Datacenter.
Für so manchen RZ-Betreiber sind Green-IT-Maßnahmen noch ein Fremdkörper im Datacenter.

Viele IT-Verantwortliche wissen, dass sich Nachhaltigkeit wirtschaftlich auszahlen kann. Doch für eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung von Energiespar- und Effizienzmaßnahmen muss ein solider Business-Case her.

Umweltschutz in Rechenzentren sollte laut Prognosen der Experton Group im vergangenen Jahr ein wichtiges Thema werden, insbesondere im Hinblick auf Kosteneinsparungen im Energieverbrauch. Jetzt stellt das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen seine Thesen auf den Prüfstand. Was wurde 2011 tatsächlich erreicht?

Nachhaltigkeits-Initiativen beträfen den effizienten Einsatz von Rohstoffen und Wasser sowie den Umgang mit anfallenden Abfallprodukten, so die damalige Aussicht auf 2011. Dabei läge der Fokus auf der effizienten Energienutzung. Im Rahmen solcher Initiativen ginge es in der IT-Abteilung um die Rückgewinnung, das Recycling, die Reduktion, Beseitigung, Wiederverwendung und Entsorgung von Produkten, die direkt oder indirekt im Rechenzentrum oder von anderen IT-Ressourcen verbraucht werden.

Bei den meisten „grünen“ Investitionen in umweltfreundlichere Technologien, die die Betriebskosten senken sollten, wäre allerdings auch nach wie vor eine Amortisierung innerhalb von höchstens einem Jahr gefordert, damit die benötigten Gelder auch wirklich bewilligt würden. Kürzere Aktualisierungszyklen würden mehr und mehr akzeptiert und in der ROI-Analyse entsprechend berücksichtigt, schrieben Experton-Analysten vor einem Jahr.

Strompreise erhöhen den Druck

Durch die hohen Energiekosten wäre zudem der Druck gestiegen, die so genannte Power Usage Effectiveness (PUE), den international anerkannten Messwert für die Energie-Effizienz von Rechenzentren, zu verbessern und entsprechend mehr und mehr Server, Speichertechnologie und diverse Virtualisierungs-Technologien einzusetzen, die diesen Energie-Effizienzwert erhöhen könnten.

Effizienzstandards hätten an Akzeptanz gewonnen und würden von den meisten IT-Herstellern auch im Marketing entsprechend genutzt. In vielen IT-Abteilungen hätten sich Effizienzmetriken entwickelt, die standardmäßig als Evaluierungs-Kriterien eingesetzt werden könnten.

Für viele sollte 2011 die Transaktion-pro-Watt- (TPW-) Kennzahl zum „Heiligen Gral“ der Leistungsbewertung werden. Zugleich aber sollte die Entwicklung eines vereinbarten und abgestimmten Standards und einer Methodik wird im Laufe des Jahres aber dennoch nur langsam vorangehen.

Die Automatisierung der RZ-Umgebungen

Die Automatisierung und die Verwaltung von virtuellen Rechenzentrumsumgebungen würden bei so manchem Unternehmen zu Schlüsselfaktoren für die IT-Effizienz und –Effektivität. Des Weiteren spielten das Energie-Management für Server sowie die Drehzahlreduktion und das so genannte Auto-Tiering für Storage Arrays eine Rolle, also das automatische Verschieben von Daten entsprechend ihrer Klassifizierung auf schnellere beziehungsweise langsamere Speicherlaufwerke.

So mancher IT-Entscheider triebe aggressiv den Aufbau eines neuen Rechenzentrums der nächsten Generation voran. Das Jahr 2012 würde ein Jahr der Rechenzentrumsmigrationen, und in den neuen Rechenzentren der nächsten Generation würden sich neue Effizienz- und Automatisierungs-Standards etablieren.

Dennoch sollte, wie die Experton Group für 2011 prognostizierte, die Umweltplanung im Rechenzentrum sich für die meisten Unternehmen zu einer Kernkompetenz entwickeln. Dabei spielt die Abstimmung und die Integration des Gebäude-Managements und der Rechenzentrumsverwaltung eine zunehmend bedeutsame Rolle.

Mehr Geld für Modersinsierungen

Auch bei den Systemintegratoren sollten nach Prognosen der Experton-Analysten die Themen Umweltplanung und Rechenzentrumsarchitektur großgeschrieben, ebenso das Outsourcing von Standard-IT-Funktionen ohne zusätzlichen Mehrwert an Offshore-Dienstleister; das betrifft insbesondere Helpdesk- und 1st-Level-IT-Support.

Das alles hätte 2011 dazu führen sollen, dass für die Modernisierung und Rationalisierung des Applikations-Portfolios mehr Geld bereitgestellt werden sollten. Doch, wer es versäumte, die Umweltplanung im Bereich der Gebäudeverwaltung und der Rechenzentrumsverwaltung miteinander zu integrieren, würde es auch nicht schaffen, ROI- und TCO-Analysen zu erarbeiten, in denen alle Einsparungen, die durch die Modernisierung generiert würden, tatsächlich Berücksichtigung fänden.

Wenn nicht alle Parameter mit und Kosten und Vorteile wirklich in voller Höhe einbezogen wären, käme es oftmals zu Technologie-Entscheidungen, die nicht auf einer fundierten Basis fußten. Die integriert planenden Unternehmen sollten schon 2011 weniger reaktiv vorgehen, um mit Änderungsmaßnahmen die PUE-Rate zu verbessern (angestrebt würde ein Wert zwischen 1,20 und 1,05), sondern verfolgten verstärkt eine eher langfristige Nachhaltigkeitsplanung und die Entwicklung von umweltfreundlichen Komponenten für das Rechenzentrum der nächsten Generation.

weiter mit: Die Realität im Rechenzentrum von 2011

Inhalt des Artikels:

Was meinen Sie zu diesem Thema?
guter Bericht, der sich auch mit unseren Erfahrungen deckt, folgender Satz ist allerdings nicht...  lesen
posted am 01.02.2012 um 15:55 von martin.hintringer@x-tention.at


Mitdiskutieren
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 31560540 / Green IT)