Meilenstein im Embedded Computing

Green Hills Software – Spezialist für hochzuverlässige Systeme

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Multi - die erste grafische Embedded-IDE

Vielseitigkeit: Mit der integrierten Entwicklungsumgebung MULTI lässt sich die Entwicklungszeit verkürzen und gleichzeitig die Qualität verbessern.
Vielseitigkeit: Mit der integrierten Entwicklungsumgebung MULTI lässt sich die Entwicklungszeit verkürzen und gleichzeitig die Qualität verbessern.
(Bild: Green Hills Software)

Das Ergebnis dieser Anstrengungen war „Multi“, die erste grafische integrierte Entwicklungsumgebung (Integrated Development Environment, IDE) für Embedded-Systeme, die 1993 erschien. MULTI erhielt ihren Namen aufgrund der Vielzahl an Funktionen, die sie ermöglichte - etwa das erwähnte Mehrsprachen, Multicore- und Multi-Thread-Debugging.

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Multi wurde schnell zum Flaggschiff des Unternehmens. Allerdings zeichnete sich die nächste Herausforderung bereits am Horizont ab. Im Austausch mit Firmen, die Embedded-Software entwickelten, hatte Firmenchef O'Dowd auch das Geschäftsfeld der Echtzeitbetriebssysteme (RTOS) kennengelernt. „Damals beherrschten RTOS-Produkte mit flachen Speichermodellen den Markt: VxWorks, pSOS, VRTX und dergleichen.“

„Wir wussten damals schon, dass moderne Mikroprozessoren mit ihren Speichermanagement-Funktionen die bestmöglichen Betriebssysteme und Systemarchitekturen beherbergen konnten: Modulare Systeme mit einem High-Assurance-Mikrokernel als Grundlage, streng gegeneinander abgegrenzten Komponenten und wohldefinierten Schnittstellen dazwischen. Mich wundert es, dass viele Embedded-Produkte immer noch monolithische Architekturen benutzen, sogar solche, bei denen Millionen Codezeilen in einem einzigen Adressraum laufen - ein Bug genügt, und das ganze System geht zum Teufel!“

Das Echtzeitbetriebssystem von Green Hills Software sollte diese Fehler vermeiden. Integrity, das 1997 auf den Markt kam, war das erste kommerzielle partitionierende RTOS. Der Vorteil, einzelne Programme streng gegeneinander isolieren zu können, spielte vor allem in Anwendungsfeldern eine Rolle, in denen es naturgemäß auf hohe Zuverlässigkeit ankommt, zum Beispiel in der Luft- und Raumfahrt.

Integrty: technischer und unternehmerischer Meilenstein

Dan O'Dowd erinnert sich an ein Gespräch mit dem Leiter der Software-Entwicklung für den amerikanischen Interkontinentalbomber „Rockwell B-1B“. O'Dowd fragte den Entwicklungsleiter: „Was wird passieren, wenn einer Ihrer 160 Entwickler Mist baut?“ Der antwortete: „Mir graut vor dieser Vorstellung.“

Der Green-Hills-Chef legte dem Entwicklungsleiter daraufhin die Vorteile eines Systems dar, das über Speicherschutz verfügte und das die einzelnen Prozesse streng gegeneinander abschirmte. Sicherheit, Verlässlichkeit und die Tatsache, dass das Betriebssystem nicht zu hacken ist, führten zum Vertragsabschluss.

Das Betriebssystem Integrity markierte nicht nur einen technischen Meilenstein, sondern war auch eine Wasserscheide für das Unternehmen. „Integrity hat die Company tiefgreifend verändert, indem es unsere Lösungstiefe vergrößert und unseren Kundenkreis verbreitert hat. Wir konnten dadurch neue Märkte erschließen, zum Beispiel Automotive oder die Bereiche Desktop, Laptop und Mobile in Unternehmen.“

„Dort wird häufig eine umfangreiche Funktionalität, wie etwa Multimedia und Internet-Zugang, mit kritischen Diensten gepaart - etwa funktionale Sicherheit und Datensicherheit oder Echtzeitanwendungen, für die universelle Betriebssysteme nicht geeignet sind.“

Moderne Hardware-Trends, zum Beispiel Multicore-Architekturen, eignen sich sehr gut für solche Systeme mit gemischter Kritikalität. Das Integrity-System kann hier als vertrauenswürdiges Software-Fundament für die unterschiedlichen Workloads dienen.

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