Huawei-Studie „The Global Connectivity Index 2015“

Grad und Wirkung von IT - ein Vergleich nationaler Ökonomien

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Der Anteil am Brutto-Inlandsprodukt

Betrachtet man den Anteil der IKT-Ausgaben am Brutto-Inlandsprodukt (BIP), so liegt Deutschland mit etwas mehr als vier Prozent auf oberen Niveau. Die USA und Japan liegen schon knapp unter sechs Prozent. Noch einmal deutlich höher liegen die IKT-Ausgaben-Anteile in Dänemark, Schweden, der Schweiz, Großbritannien, Australien und Kanada.

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Dabei fällt auf, dass Länder Länder wie China, Indien, Russland, Brasilien, Indonesien und Mexiko ein hohes bis sehr hohes BIP vorweisen. Aber nur Brasilien befindet sich mit einem IKT-Anteil von mehr als fünf Prozent in der Spitzengruppe, noch weit vor Deutschland! Von China erwarten die Autoren der Studie innerhalb der nächsten fünf Jahre einen mächtigen Sprung nach oben.

Mit 38 Variablen hat die Studie in einem (nicht detailliert beschriebenen) Scoring-System die einzelnen Länder bewertet. Dabei führen die USA mit 85 Punkten vor Schweden und Singapur mit 82 beziehungsweise 81 Punkten.

Platz 11 für Deutschland

Deutschland bekommt 71 Punkte und findet sich dadurch auf Platz 11 wieder. Dies ist ein Rang in der unteren Hälfte der Spitzengruppe („Leaders“) die bis Platz 16 (Kanada mit 65 Punkten) reicht. In dieser Gruppe finden sich mit Singapur (Platz 3, 81 Punkte) und Südkorea (72) zwei Länder, die man lange zu den Schwellenländern gerechnet hat. Beide liegen vor Deutschland.

Nach unten folgt ein deutlicher Sprung zu den „Followers“, die von Spanien (55 Punkte), Italien (51) und Portugal (49) angeführt werden. Über Chile (48), China (47), Russland (46) und Brasilien (44) reicht diese Gruppe bis zu Kolumbien, Türkei und Argentinien mit je 39 Punkten auf den Plätzen 37 bis 39.

Nochmals ein deutlich schlechteres Scoring weist die Gruppe der „Beginners“ auf. Die Philippinen haben 35 Punkte, Algerien, Indien, Vietnam und Kenia je 33. Das Schlusslicht ist Pakistan mit 26 Punkten.

Bestand, Nachfrage, Wissensstand und Potenzial

Diese drei Gruppen bewertet die Studie nun anhand ihrer durchschnittlichen Scoring-Ergebnisse bezüglich Bestand, Nachfrage, Wissensstand und Potenzialen. Unter allen Einzelfaktoren klaffen beim Thema Rechenzentren die Ergebnisse am weitesten auseinander.

Am deutlichsten ist das bei der Beurteilung des Angebots an Computerpower. Hier kommt die Gruppe der „Leaders“ auf einen Durchschnitt von 4,1 Punkten, während sich die mittlere und die untere Ländergruppe mit 1,6 beziehungsweise 1,1 Punkten kaum unterscheiden. Ganz ähnlich, wenn auch nicht ganz so krass, ist es bei der Nachfrage, im speziellen nach Servern. Sie ist bei den „Leaders“ fast dreifach höher als bei den beiden anderen Gruppen.

Beim Faktor „Experience“, als Fachwissen, zeigt sich in Sachen RZ schon eine deutlichere Differenzierung zwischen den „Followers“ und den „Beginners“ ab. Erstere kommen auf 2,3 Punkte letztere auf 1,3. Weit voraus sind wieder die Leaders mit 4,4 Punkten. Nur in Sachen „Potenziale“ bewertet die Studie – warum auch immer – die Chancen für alle drei Gruppen mit 3,8 bis 3,4 Punkten ziemlich gleich.

Belegen die Bewertungen nun ein „Digital Devide“ zwischen High-Tech-geprägten Industrieländern und – IT-technisch zu verstehenden Schwellen- und Entwicklungsländern oder nicht?

Bei Betrachtung des Bestands kann sicher von großen Unterschieden die Rede sein. Bei der Nachfrage könnte Cloud Computing theoretisch als der große Gleichmacher wirken. „Fachwissen ist zum Schlüsselfaktor für IKT-Entwicklung geworden“, zieht die Studie ein Fazit. Sie kommt zu einem optimistischen Bild: „In den nächsten zehn Jahren werden Entwicklungsländer wie China, Indonesien, Brasilien und andere eine schnellere digitale Transformation genießen als entwickelte Ökonomien.“

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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