CERN und Universität Marburg gewinnen Ideenwettbewerb

„Gottesteilchen“ bei der Software AG

| Redakteur: Jürgen Sprenzinger

Durch die Kollision von Protonen und Blei-Kernen entstehen enorme Datenmengen, die mit Hilfe von etwa 10.000 Server-Applikationen ausgewertet werden
Durch die Kollision von Protonen und Blei-Kernen entstehen enorme Datenmengen, die mit Hilfe von etwa 10.000 Server-Applikationen ausgewertet werden (Bild: CERN)

Studenten der Universität Marburg stellen ein Big-Data-Szenario zur Auswertung riesiger Datenmengen vom weltweit größten Teilchenbeschleuniger mit dem Produkt Apama der Software AG vor.

Der Bereich „University Relations“ der Software AG mit ihrem dritten CeBIT-Ideenwettbewerb Universitäten und Forschungseinrichtungen im In- und Ausland eröffnete die Möglichkeit, sich für die Entwicklung eines Exponats für die CeBIT 2014 zu bewerben. Die Gewinner stehen jetzt fest: Eine Kooperation des CERN, der Europäischen Organisation für Kernforschung in Genf, Schweiz, mit der Universität Marburg wird die Realisierung eines Vorzeigeprojektes durchführen. Dafür wird die Universität eine Fördersumme von 10.000 Euro erhalten.

Das Modell wird die Software zur intelligenten Analyse von Ereignisströmen in Echtzeit der Software AG (Apama) in einem anschaulichen Szenario aus der realen Umgebung des CERN auf der CeBIT 2014 am Stand der Software AG zeigen.

Das Forschungsziel des CERN am „Large Hadron Collider“ (LHC), dem weltgrößten Teilchenbeschleuniger mit 26,7 Kilometern Umfang, sind die Erzeugung und die genaue Untersuchung bekannter und noch unbekannter Elementarteilchen.

Große Datenmengen – in Echtzeit simuliert

Als bisher größter Erfolg gilt der experimentelle Nachweis eines neuen Elementarteilchens, bei dem es sich um das sogenannte „Gottesteilchen“ (Higgs-Boson-Teilchen) handelt.

Im LHC entstehen durch Kollision von Protonen und Blei-Kernen enorme Datenmengen, die mit Hilfe einer IT-Infrastruktur ausgewertet werden: etwa 10.000 Server-Applikationen analysieren die physischen Daten und erzeugen wiederum Log-Datenströme und Überwachungs-Daten. Dabei handelt es sich beispielsweise um Zustandsinformation dieser Anwendungen oder um Befehle, die diese Applikationen steuern. Als Gewinner des CeBIT-Ideenwettbewerbes werden nun Studenten der Universität Marburg in Kooperation mit dem CERN ein System mit dem Produkt Apama der Software AG für Complex Event Processing (CEP) aufsetzen, um diese großen Datenmengen in Echtzeit zu simulieren, weiterzuverarbeiten und persistent zu halten.

Engagement im Hochschulsektor

Mit der finanziellen Unterstützung dieses Ideenwettbewerbs in Höhe von 10.000 Euro unterstreicht die Software AG ihr Engagement im Hochschulsektor. Professor Dr. Bernhard Seeger vom Fachbereich Mathematik und Informatik an der Philipps-Universität Marburg und seine Studentengruppe sind sehr gespannt auf das Projekt. „Ich freue mich über den Gewinn des diesjährigen CeBIT-Ideenwettbewerbes und darüber, dass die Studenten ihr Fachwissen in Complex Event Processing an einem solch spannenden Projekt mit unserem Partner CERN erweitern können. Wir haben hier eine hervorragende Möglichkeit, den Leistungsumfang der CEP-Technologie gemeinsam mit der Software AG zu demonstrieren.“

Neue Option der bestehenden IT-Infrastruktur

Matthias Bräger, Mitarbeiter am CERN in Genf, Schweiz, ist ebenfalls hocherfreut über die Kooperation mit der Universität Marburg, die eine sehr starke Kompetenz im Bereich CEP mitbringt. „Ich bin sehr gespannt darauf, welche neuen Mustererkennungen sich möglicherweise aus diesem Vorzeigeprojekt ergeben werden. Und das Produkt Apama der Software AG könnte für uns eine neue Option unserer bestehenden IT-Infrastruktur sein.“

Jürgen Powik, Leiter des Bereichs University Relations der Software AG, ist sehr zufrieden über die Resonanz, die der diesjährige Wettbewerb mit der hohen Zahl der Einreichungen gefunden hat. „Die Kooperation mit der Universität Marburg und dem CERN eröffnet uns die Möglichkeit, die Verarbeitung von „Big Data“, dem Top-Thema der CeBIT 2014, in einem realen Szenario zu veranschaulichen. An unserem Stand kann man sehen, wie aus enormen Datenmengen und komplexen Ereignissen nützliche Erkenntnisse gewonnen und visualisiert werden.“

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