Google Cloud Next ‘18

Google setzt auf Kubernetes und Serverless Computing

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Weniger Administration, mehr Cloud: Google baut an der Zukunft.
Weniger Administration, mehr Cloud: Google baut an der Zukunft. (Bild: Google)

Ende Juli trafen sich zum zweiten Mal zahlreiche Partner und Kunden zur internationalen Konferenz „Google Cloud Next ’18“ in San Francisco. Führende Mitarbeiter von Google stellten in Vorträgen, Diskussionsrunden und Workshops ihre Visionen für die Zukunft von „Google Cloud“ vor. Über hundert Ankündigungen für neue Produkte und Services sowie Partnerschaften und Kunden zeugen davon, wie Google sein Cloud-Geschäft vorantreiben will.

Eingeführt wurde unter anderem die „Cloud Services Platform“. Sie umfasst eine Palette an Cloud-Services, die Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit erhöhen sowie die Sicherheit und Verwaltbarkeit verbessern soll. Anwendungen müssen so nur einmal erstellt werden und können dann sowohl in GPC-, als auch lokalen Umgebungen zum Einsatz kommen. Dadurch können alle Unternehmen die Google Cloud nutzen, unabhängig davon, wo und wie die IT-Infrastruktur aufgebaut ist.

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Möglich wird das unter anderem durch die Google-eigene Kubernetes-Technologie (GKE), die die nahtlose hybride Kombination verschiedener Infrastrukturen unterstützt. Denn entgegen vieler Voraussagen hat sich der Aufwand – auch finanziell – trotz Cloud und vielversprechender Ansätze für eine leichtere Applikationsentwicklung sowie automatischer Anwendungsverwaltung für die IT-Administration kaum verringert.

Ganz im Gegenteil. Glaubt man Urs Hölzle, Vice President of Engineering bei Google, dann sind die Kosten für firmeneigene IT-Infrastrukturen, insbesondere für Server innerhalb zehn Jahren bis 2015 um 15 Prozent gesunken. Gleichzeitig sei aber der Aufwand für Administration um 83 Prozent gestiegen.

Der Administrationsaufwand

Für Björn Böttcher, Analyst bei Crisp Research, ist diese Entwicklung wenig überraschend. In der Praxis würden weiter lokale IT-Infrastrukturen, von einzelnen Servern bis zu kompletten Rechenzentren, neben einer oder mehrerer Cloud-Plattformen betrieben. In Zeiten von Multi- und Hybrid-Cloud-Modellen sei der Aufwand auf Seiten der Administration also deutlich gestiegen.

„Um die Komplexität ´runterzubekommen, muss eine neue Abstraktionsebene eingezogen werden. Dies ist durch die Container und Kubernetes möglich geworden“, erklärt Böttcher. Er bewertet die Ankündigung, Google Kubernetes jetzt auch für die On-Premise-Welt verfügbar zu machen, als großen evolutionären Schritt: Damit werde Kubernetes durch On-Premise-Nutzung sowie neue Analysefähigkeiten und Management-Funktionalität mit „Istio“ und „Stackdriver“ für Unternehmen auf ein neues Level gehoben.

Neben Kubernetes stehen aber auch hinsichtlich Serverless Computing wichtige Verbesserungen an, um die Anwendungsentwicklung zu beschleunigen. Mit Einführung der App Engine vor mehr als zehn Jahren bis zur Cloud-Plattform hat Google als Technologievorreiter mit Serverless Computing die Anwendungsentwicklung verändert und den Schwerpunkt auf die Anwendungslogik statt auf die Infrastruktur gelegt. Das jetzt angekündigte Open-Source-Projekt „Knative“ (ausgesprochen kay-nay-tiv) vereint Komponenten der gleichen Technologie, die das GKE Serverless Add-on ermöglicht.

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In Partnerschaft mit Pivotal, IBM, Red-Hat und SAP soll Knative das Kubernetes-basierte Computing vorantreiben. Knative stellt Bausteine für die Entwicklung container-basierter, Server-loser Anwendungen bereit. Darüber hinaus führt Google Server-lose Container ein, damit Nutzer container-basierte Workloads in einer vollständig verwalteten Umgebung ausführen können und trotzdem nur das zahlen müssen, was sie verwenden.

Google hat hierfür seinen Cloud-Functions-Dienst erweitert, der nun nicht nur allgemein zur Verfügung steht, sondern zusätzlich weiter Sprachen unterstützt sowie um weitere Leistungs-, Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen ergänzt wird. Langfristig will Google ein umfassendes Angebot für ein serverless Ökosystem schaffen.

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