Google Cloud Platform Live: Die Preise fallen um bis zu 80 Prozent und Docker-Container sind portierbar Google-Cloud wird privater als je zuvor

Autor / Redakteur: Dipl. -Ing. Thomas Drilling / Ulrike Ostler

Google hat auf seiner Konferenz „Cloud Platform Live“ seine „Container Engine“ zum Verwenden von „Docker“ mit der eigenen Cloud-Plattform sowie weitere, vor allem private Dienste angekündigt. Außerdem verspricht der Internet-Konzern Preissenkungen und höheres Tempo für seine bisherigen Cloud-Services.

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Am vergangenen Dienstag fand in San Franzisko die Veranstaltung "Google Cloud Plattform Live" statt. Es gibt einiges zu berichten.
Am vergangenen Dienstag fand in San Franzisko die Veranstaltung "Google Cloud Plattform Live" statt. Es gibt einiges zu berichten.
(Bild: Google)

Googles neuer Cloud-Dienst Container Engine basiert auf „Google Kubernetes“. Deshalb können Unternehmen Docker-Anwendungs-Container künftig sowohl auf Googles Cloud Pattform Compute Engine nutzen, als auch auf die PaaS-Angebote anderer Anbieter verschieben, beispielsweise „Microsoft Azure“.

Brian Stevens bei Google Vizepräsident für Product Management
Brian Stevens bei Google Vizepräsident für Product Management
(Bild: Google)

Der frühere CTO von Red Hat Brian Stevens, jetzt bei Google Vizepräsident für Product Management hat auf der Google Cloud Platform Live in San Francisco darauf hingewiesen, dass Googles neue Container Engine, die das Verwenden der Container-Technik Docker mit Googles Compute Engine erlaubt, ab sofort verfügbar ist. Darüber hinaus hat Google in San Francisco weitere neue Cloud-Dienste, höhere Geschwindigkeit und kräftige Preissenkungen für viele Cloud-Dienste angekündigt.

Die Google Container Engine

Bei Googles Container Engine, die derzeit noch Alpha-Status hat, handelt es sich um einen Cloud-Service, der das Verwendung der Container-Technologie von Docker, mit der sich Anwendungen einschließlich ihrer Abhängigkeiten in Container verpacken lassen, in mit Googles Compute Engine betriebenen Clustern erlaubt. Damit lassen sich Docker-Container jetzt schnell in virtuellen Maschinen starten und mit Hilfe von Google Andromeda-Virtual-Networking-Stack untereinander verbinden, wobei der Konfigurationsaufwand dank des Kubernetes-Framework möglichst gering sein soll.

Das Schema der Google Container Engine.
Das Schema der Google Container Engine.
(Bild: Google)

Docker an allen Fronten

Nicht nur Google arbeitet seit einiger Zeit an der Integration von Docker mit den eigenen Cloud Diensten; auch Red Hat, VMware und Microsoft kooperieren inzwischen mit Docker. Die Redmonder haben erst im vergangenen Monat die Zusammenarbeit mit Docker bekannt gegeben.

Im Rahmen der Partnerschaft arbeiten Microsoft und Docker Inc. daran, die Docker-Technologie auch nativ unter Windows nutzen zu können. Gleichzeitig kooperieren auch Google und Microsoft mit dem Ziel, dass das Kubernetes-Framework auch in Microsofts Azure-Cloud funktioniert, was seit August dieses Jahres der Fall ist.

Managed VMs für die App Engine

Dank dem maßgeblich von Google vorangetriebenen Kubernetes-Projekt läuft Docker zudem nicht nur in den virtuellen Maschinen der Compute Engine. Brian Stevens wies in San Francisco ebenfalls darauf hin, dass Googles im März diesen Jahres vorgestellte Managed VMs für die App Engine jetzt Beta-Status haben. Google App Engine ist ein Platform-as-aService für „ge-sandboxed-te“ Apps.

Die App Engine unterstützt automatische Skalierung. Dabei können Programmierer auf alle Funktionen der Compute Engine zurückgreifen, in der der Dienst selbst läuft. Ferner unterstützen die Managed VMs mit Docker-Containern erstellten Laufzeitumgebungen und wurden um Googles Cloud SDK erweitert. Auf diese Weise lassen sich beliebige Programmiersprachen oder Libraries verwenden. Auch ein Austauschen der vollständige Laufzeitumgebung soll problemlos möglich sein.

Brian Stevens sieht die technische Details geklärt.
Brian Stevens sieht die technische Details geklärt.
(Bild: Google)

Das Verschieben von Apps in Hybrid-Cloud-Umgebungen

So vereinfacht der Managed Service Entwicklern ein Verschieben von Apps zwischen Systemen im eigenen Rechenzentrum und den Servern eines Public-Cloud-Anbieters. Kunden müssen sich daher bei der Apps-Entwicklung nicht mehr auf die Google-Cloud beschränken und können Ihren Anwendungen beispielsweise auch zu Azure verschieben.

Laut Stevens habe man erst jetzt die technischen Details geklärt und strebe nun an, verstärkt Unternehmenskunden adressieren zu wollen. Darüber hinaus wies Google in San Francisco auf die Verfügbarkeit der Beta-Version von „Cloud Debugger“ und den neuen „Autoscaler für die Compute Engine“ hin. Ferner gab es einige aktualisierte Informationen zur bereits Ende Oktober bekannt gemachten Übernahme von „Firebase“.

Deutliche Preissenkungen

Google nutzte die Gunst der Stunde auch, um auf einige im umkämpften Cloud-Business drastische Preissenkungen für seine Cloud-Dienste von bis zu 80 Prozent hinzuweisen. Die Preise für die Compute Engine hatte Google bereits Anfang Oktober um 10 Prozent gesenkt. Jetzt sollen auch die Preise für weitere Dienste erheblich reduziert werden.

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So sollen etwa die Kosten für „Persistent Disk Snapshots“ bei der Compute Engine um satte 79 Prozent fallen und Storage bei „Big Query“ verbilligt sich um 23 Prozent. So kostet 1 Gigabyte Speicherplatz bei Big Query ab sofort lediglich noch 0,02 Dollar pro Monat. Ferner werden virtualisierte MySQL-Instanzen („Cloud SQL“) 25 Prozent günstiger.

Google privat

Zudem hat der Internet-Konzern die Möglichkeiten zur Anbindung erheblich erweitert. So wies Google in San Francisco darauf hin, dass sich Anwender in naher Zukunft an 70 Orten in 33 Ländern via „direct peering“ in die Google Cloud einklinken können.

Darüber hinaus wies Google auf die Verfügbarkeit von VPN-Verbindungen ab Dezember 2014 diesen Jahres hin, allerdings ohne weitere Details zu nennen. Schließlich werden Googles Cloud-Dienste auch schneller, weil einige Backbone-Betreiber künftig so genannte Carrier Interconnects anbieten wollen. Diese sollen die Latenz verringern, was letztendlich den Durchsatz erhöht.

Der Konkurrenzkampf im Cloud-Business tobt an allen Fronten. Nichtsdestotrotz ist Amazon noch immer unangefochtener Marktführer. Laut US-Berichten hat Amazon mit seinen Amazon Web Services (AWS) 2013 mehr Umsatz generiert als Googles Cloud Platform und Microsoft Azure gemeinsam. In der Tat liegt der Fokus im Konkurrenzkampf des Internet Riesen schon lange nicht mehr bei „Google gegen Apple“ oder „Google gegen Microsoft“. Das wirkliche Kampfgeschehen konzentriert spürbar auf Amazon.

*Thomas Drilling ist freier Autor und Blogger von "Drillings OpenSource-Eck" Hier finden sich unter anderem zahlreiche Beiträge zu Docker.

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