Wachstumschancen im Rechenzentrumsmarkt

Gold- und Totengräber in der Datacenter-Branche

| Autor / Redakteur: Filipe Pereira Martins und Anna Kobylinska* / Ulrike Ostler

In der Entwicklung und Bereitstellung von Anwendungen, welche sich mehrere Clouds zu Nutze machen, stelle Co-Location zudem ein unverzichtbares Bindeglied dar. Co-Location-Anbieter müssten sich ihrer strategischen Marktposition bewusst werden, um die Bedürfnisse ihrer Nutzer adäquat adressieren zu können.

Das Internet der Dinge, 5G und das (sterbende) Geschäftsmodell der traditionellen Telekommunikationsanbieter

Die Bedeutung der Edge-Standorte käme auch der IoT-Revolution zu Gute. Konservativen Prognosen von Gartner zu Folge seien in den nächsten fünf Jahren weltweit schätzungsweise 21 Milliarden IoT-fähiger Endgeräte zu erwarten. Cisco rechnet dagegen mit satten 50 Milliarden IoT-fähiger Endgeräte bis 2020. Rechenzentren in Edge-Standorten seien notwendig, um die entstehenden Datenströme zu bereinigen, zu konsolidieren und in aufbereiteter Form kosteneffizient weiterzuleiten.

Hyper-Konnektivität für Unified Communications und das Internet der Dinge (IoT) bauen auf neuen Datacenter-Topologien mit Edge-Standorten, LoRaWAN und 5G auf (
Hyper-Konnektivität für Unified Communications und das Internet der Dinge (IoT) bauen auf neuen Datacenter-Topologien mit Edge-Standorten, LoRaWAN und 5G auf ( (Bild: lora-alliance.org)

Gerade die Telcos müssten sich im Hinblick auf die IoT-Datenflut warm anziehen. Einige Anbieter von IoT-Endgeräten wollen die Infrastruktur der Telekommunikationsdienstleister umgehen, indem sie ihrer Elektronik keine SIM-Karte vergönnen und stattdessen auf eine alternative Technologie der Vernetzung wie LoRaWAN, einen offenen Standard für ein Low Power Wide Area Network (LPWAN) für IoT-Kommunikation - setzen lora-alliance.org-Initiativen wie The Things Network [] wollen alternative Vernetzungsmöglichkeiten zum klassischen Mobilfunk schaffen.

In Konkurrenz zu UCC und IoT

Im direkten Wettbewerb mit der IT-Industrie um die IoT-Datenflut, den Markt für Unified Communications und digitale Unterhaltung steht die Telekommunikationsbranche vor monumentalen Herausforderungen. Auf Grund der explodierenden Kosten und der steigenden Umsätze stoßen Telekommunikationsanbieter mit ihren bestehenden Geschäftsmodellen bereits heute auf ihre Grenzen. Die bestehende Infrastruktur lässt sich kaum skalieren, auf Grund mangelnder Interoperabilität und der vielen Unzulänglichkeiten vorherrschender Standards nur umständlich integrieren und ist zudem auch noch wartungsintensiv.

Die Margen für Telekommunikationsausrüstung erreichen nicht selten hohe zweistellige Zahlen. Zudem steht die Branche vor einem Rüstungswettlauf: Die für das Jahr 2020 eingeplante Einführung von 5G, des mobilen Breitbands der nächsten Generation, im breiten (aggregierten) Frequenzspektrum verspricht eine Datenübertragungsrate von mehreren Gigabit pro Sekunde bei sehr niedrigen Latenzen.

Die Telekommunikationsbranche erhofft sich hierbei Möglichkeiten zur Bereitstellung von Echtzeit-Anwendungen mit virtuellen Welten und erweiterter Realität (Virtual Worlds und Augmented Reality) und holographischem Video. Auch wenn die Entwicklungsphase der Industrie größtenteils noch bevorsteht, scheint sich dies zu bestätigen:

1 Terabit pro Sekunde

Forscher an der britischen Universität von Surrey konnten dem Mobilfunk in empirischen Experimenten eine Bandbreite von bis zu 1 Terabit pro Sekunde entlocken (vergleichbar in etwa mit der Faseroptik-Technologie). Die Gewinner in diesem Rüstungswettlauf sind Anbieter von Enterprise-IT und die Betreiber von Rechenzentren.

Die Münchner Unify GmbH, ein Spezialist für Unified Communications, stellte auf der diesjährigen CeBIT in Halle 13 am Stand D40 aus.
Die Münchner Unify GmbH, ein Spezialist für Unified Communications, stellte auf der diesjährigen CeBIT in Halle 13 am Stand D40 aus. (Bild: Deutsche Messegesellschaft/Unify)

Im Wettbewerb rund um Unified Communications stoßen „alte Hasen“ der Telekommunikations- und IT-Branchen und querdenkende Innovatoren aufeinander. Zu den führenden Anbietern zählen neben Alcatel-Lucent, Cisco Systems Inc., IBM, Microsoft Corp., der Deutschen Telekom, der Swisscom, Vodafone und der NEC Corp. Disruptoren wie die Münchner Unify GmbH (Teil der Atos SE) und die kalifornische Avaya. Die Märkte der Telekommunikation und der Enterprise-IT beginnen zu konvergieren.

Traditionellen Telekommunikationsunternehmen bleibt wohl kaum etwas anderes übrig als die benötigten Datencenter-Kapazitäten zu beschaffen, IT-Kompetenzen anzuheuern, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, die eigenen Dienste über moderne APIs (kostenpflichtig) zu öffnen und sich – langfristig - in die IT-Industrie einzugliedern, die sie einerseits mit Lösungen beliefert, mit der sie aber andererseits auch konkurrieren.

*Das Autorenduo

Das Autoren-Duo Filipe Pereira Martins und Anna Kobylinska arbeitet bei der Beratungsgesellschaft McKinley Denali Inc. (USA).

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