Neuer Thunder-X-Server geht in Produktion

Gigabyte und Cavium bauen 64-Bit-ARM-Herkules

| Autor: Ulrike Ostler

Im vergangenen Monat wurde das Ergebnis der Zusammenarbeit von Cavium und Gigabyte Technology offiziell vorgestellt.
Im vergangenen Monat wurde das Ergebnis der Zusammenarbeit von Cavium und Gigabyte Technology offiziell vorgestellt. (Bild: Cavium)

Die Zusammenarbeit von Gigabyte Technology, Hersteller von Motherboards sowie anderer Server-Hardware, und Halbleiterhersteller Cavium Inc., der Ausrüstung für Cloud-Computing und Rechenzentren liefert, haben sich zusammengetan, um unter der Marke „Thunder X“ eine Familie ARM-Server SoCs auf den Markt zu bringen. Die Datacenter-Systeme sollen dem x86-Markt das Fürchten lehren.

Bereits im vergangenen Monat stellen die Hersteller 14 Server-SKUs, Modelle, vor. Sie forderten zudem ihre Partner wie ARM, Innodisk, Linaro, Qlogic, Red Hat und Suse dazu auf, ARM-basierende Server für den Mainstream—Enterprise-Markt zu entwickeln. Unter anderem soll das eine höhere Performance pro Dollar erlauben sowie zugleich die Bandbreite möglicher neuartiger Anwendungen erhöhen.

Fertig zum Einbau: der Dual-Socket-Server von Gigybyte mit ARM-technik von Cavium an Bord.
Fertig zum Einbau: der Dual-Socket-Server von Gigybyte mit ARM-technik von Cavium an Bord. (Bild: Gigabyte Technology)

Insbesondere adressieren die Partner Anbieter von Public- und Private Clouds und Telco-rechenzentren, die mit High-Performance-Volumina zu kämpfen haben. Die für Rechenzentren entwickelten Modelle seien sowohl für rechenintensive Workloads, als auch Speicher- und Security-Aufgaben sowie verteilte Datenbanken geeignet. Die Gigabyte-Thunder-X-Server leisteten so viel wie traditionelle x86er Server, allerdings zu unschlagbarem Total Cost of Owenership (TCO).

Gigabyte hat rund 20 Jahre Erfahrung im Computerbau, während das Cavium-Design als revolutionär gilt. Nun ist Gigabyte der erste und einzige Server-Hersteller, der daraus ein durchaus disruptive und produktionsreifes Produkt gemacht hat. Hier sind ein paar technische Details:

  • Die Server werden die erste Dual-Socket ARM-basierte SOC-Architektur besitzen, die bis zu 48 Kernen pro Prozessor skaliert und bis zu 2 Gigahertz Core-Frequenz
  • Die Server werden die derzeit höchste I/O-Kapazität besitzen, was die Bandbreite auf 160 Gigabit anschwellen lässt.
  • Die Server werden mit vier DDR4 72-Bit Memory-Controller ausgestattet sein, also bis zu 1 Terabyte Memory untestützen – in einer Dual-Socket Konfiguration bei 2133 Megahertz.
  • Zudem sind diese Server auch noch genügsam, was den Stromverbrauch angeht: derzeit kommen die Entwickler auf die höchste Performance pro Watt und Dollar, sowohl in Speicher als auch Compute-Anwendungen.
  • Schließlich lässt dich die Technik in verschiedenen Designs variieren, so dass sowohl Server für ein Einstiegssegment gebaut werden können als auch für eine sehr hohe Dichte.

Das Server-Board “MT70-HD0”past in das auf zwei Höheneinheiten Rack-mount-System “H270-T70“ von Gigabyte.
Das Server-Board “MT70-HD0”past in das auf zwei Höheneinheiten Rack-mount-System “H270-T70“ von Gigabyte. (Bild: Gigabyte Technology)

Die Resonanz von den angesprochenen Geschäftspartnern ist positiv. So sagt Andy Jiang, Vice President für die Region Asia Pacific und General Manager in Japan, für Suse: Die Zusammenarbeit mit Gigabyte und Cavium habe bei der Entwicklung von „AArch64“ geholfen, der 64-Bit-ARM-Architektur, aber auch bei der Entwicklung von Cloud-Lösungen. Und das sei bedeutsam für die gesamte Industrie. Mit der hyper-scale Hardware von Gigabyte könne Suse den Kunden nun „Suse Linux Enterprise“, das hauseigene Enterprise Storage sowie eine OpenStack-Cloud zur Verfügung stellen. „Cavoum und Gigabyte haben ihre llang anhaltende Führerschaft im ARM-Server-Markt eindrucksvoll demonstriert und Suse wird weiterhin eng mit beiden zusammenarbeiten“, so Jiang.

Hardware-Lieferant Innodisk weist darauf hin, dass die Serien „Mini DIMM“ und „RDIMM“, die insbesondere den Telekommunikationsmarkt adressieren, bereits für die Server zertifiziert seien.

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