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Erträge und ausgelieferte Systeme stark rückläufig Gartner verzeichnet zweistelligen Rückgang auf dem Servermarkt

| Redakteur: Nico Litzel

Der Servermarkt ist im vierten Quartal 2008 stark eingebrochen. Den Marktforschern von Gartner zufolge wurden weltweit rund 11,7 Prozent weniger Server ausgeliefert als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Ebenfalls rückläufig, mit einem Minus von 15,1 Prozent, haben sich die Erträge der Hersteller entwickelt.

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Laut den Analysten von Gartner hat sich der Servermarkt 2008 rückläufig entwickelt. Besonders stark war der Einbruch im vierten Quartal.
Laut den Analysten von Gartner hat sich der Servermarkt 2008 rückläufig entwickelt. Besonders stark war der Einbruch im vierten Quartal.
( Archiv: Vogel Business Media )

„Das schwächelnde wirtschaftliche Umfeld hatte im vierten Quartal große Auswirkungen auf die Server-Erträge, da viele Unternehmen ihre Investitionen in den meisten Marktsegmenten auf Eis legten“, erklärt Heeral Kota von Gartner. „In nahezu allen Marktsegmenten ist die gleiche Reaktion zu beobachten, da Anwender ihre Kosten und Ausgaben reduzieren, indem sie Projekte aufschieben, wann immer das möglich ist.“

Blade Server entwickelten sich laut Gartner dem allgemeinen Trend gegenläufig. Unix Server auf der anderen Seite fielen das vierte Quartal in Folge auf nun 10,5 Prozent bei den Auslieferungen und 13,7 Prozent bei den Umsätzen.

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Abgesehen von Japan (plus 4,7 Prozent) gingen die Server-Erträge der Hersteller in allen Wirtschaftsregionen zurück. Für EMEA (Europa, der Nahe Osten und Afrika) verzeichnet Gartner mit 20,6 Prozent den größten Ertragseinbruch. Auch in den beiden Wachstumsregionen Lateinamerika sowie Asien und der pazifische Raum gingen die Erträge um 12,5 beziehungsweise 14,8 Prozent zurück. Für Nordamerika vermelden die Marktforscher ein Minus von 14,6 Prozent bei den Erträgen. Neben einer schwachen Nachfrage, so die Analysten, hätten auch starke Schwankungen bei den Wechselkursen einen deutlichen Effekt auf den Servermarkt gehabt, besonders in der Eurozone.

Hersteller-Ranking nach Erträgen

Gemessen am Ertrag liegt IBM nach wie vor an erster Stelle. Das Unternehmen hat das vierte Quartal des Vorjahres mit 4,3 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Den weltweiten Marktanteil beziffert Gartner mit 33,4 Prozent. Zwar bleibt eine IBM auf dem Spitzenplatz, allerdings musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahresquartal ein Minus von 17,4 Prozent verkraften. Nahezu alle Geschäftsbereiche hätten sich dabei negativ entwickelt, mit Ausnahme des System z.

Ranking nach ausgelieferten Systemen

Gemessen an ausgelieferten Einheiten bleibt Hewlett-Packard (HP) trotz eines Rückgangs von 1,6 Prozent mit rund 691.000 ausgelieferten Systemen auf Platz eins. Die Erträge mit Proliant-Systemen waren den Analysten zufolge am stabilsten, die Erträge mit anderen Marken des Unternehmen gingen deutlicher zurück.

Das schwache wirtschaftliche Umfeld hatte auch Auswirkungen auf die Nachfrage nach x86-Servern. Rund 11,4 Prozent weniger Systeme dieses Typs wurden ausgeliefert. Die Erträge gingen dabei um 18,1 Prozent zurück, so die Analysten.

Das Gesamtjahr 2008

Für das Jahr 2008 vermeldet Gartner einen „dramatischen Umschwung“ von „ziemlich soliden Ergebnissen” im ersten Halbjahr hin zu „massiven Rückgängen“ – sowohl bei den Stückzahlen als auch bei den Erträgen. Den Analysten zufolge gingen im Vergleich zum Gesamtjahr 2007 die ausgelieferten Stückzahlen um 2,6 Prozent und die Erträge um 4,1 Prozent zurück.

Blade Server haben sich allerdings 2008 positiv entwickelt: Die Erträge legten den Marktforschern zufolge um 30,6 Prozent zu. Bei den ausgelieferten Stückzahlen verzeichnet Gartner ein Plus von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Marktführer war 2008 HP mit einem Anteil von 47,3 Prozent, gefolgt von IBM mit einem Anteil von 26,2 Prozent.

Ausblick

„Das anhaltend schwache wirtschaftliche Umfeld wird dafür sorgen, dass Anwender extrem zurückhaltend bei den Ausgaben bleiben. Das wird zu einer besonderen Herausforderung für die Hersteller. Auf dem Servermarkt gibt es bereits Konsolidierung in einem hohen Ausmaß, aber die Bedingungen 2009 werden dafür sorgen, dass die Gefahr einer weiteren Konsolidierung weiter zunimmt“, fasst Kota zusammen.

(ID:2020019)