Großrechner und offene Systeme wachsen zusammen

Fujitsu treibt Entwicklung von x86-Mainframes voran

07.07.2011 | Autor / Redakteur: Michael Hase / Ulrike Ostler

Auch heute im Herzen verteilter DV-Strukturen vieler Unternehmen: der Mainframe. Bild: Gerd Altmann/Pixelio
Auch heute im Herzen verteilter DV-Strukturen vieler Unternehmen: der Mainframe. Bild: Gerd Altmann/Pixelio

Die Mainframe-Zukunft bei IBM

Allerdings passt auch IBM die Mainframe-Strategie an. Bei der neuen zEnterprise-Serie hat der IT-Konzern die Architektur so erweitert, dass sich über „BladeCenter Extensions“ auch Power-(Unix-) und x86-Systeme in die Großrechner integrieren lassen.

Die Blade-Chassis sind direkt mit dem Mainframe verbunden. Über den „zEnterprise Unified Resource Manager“ lassen sich alle drei Systemwelten zentral verwalten. Das Tool fasst die Ressourcen der verschiedenen Plattformen zu einem einzigen virtualisierten System zusammen, auf dem Tausende virtueller Maschinen betrieben werden können.

Laut Andreas Zilch, Lead Advisor der Experton Group, öffnet IBM mit „zEnterprise“-Server den Mainframe für andere Systemplattformen.
Laut Andreas Zilch, Lead Advisor der Experton Group, öffnet IBM mit „zEnterprise“-Server den Mainframe für andere Systemplattformen.

Nach Einschätzung von Experton-Analyst Zilch macht IBM damit „den Mainframe zum Steuerkopf für sämtliche Systemplattformen“. Zugleich binde der Hersteller seine Power- und x86-Systeme „wesentlich näher an das Mainframe System“ an. Das ist dem Analysten zufolge vor allem dann hilfreich für Anwender, wenn Applikationen über mehrere Server-Architekturen verteilt sind.

Laut Zilch will Big Blue auf diese Weise „eine leistungsfähige Integration der verschiedenen Server-Typen gewährleisten und damit seine Marktstellung im Data Center stärken“. Alles in allem öffne IBM damit aber den Mainframe, resümiert der Experte: „De facto vollzieht der Hersteller mit dem zEnterprise-Konzept einen Paradigmenwechsel.“

Mainframe for ever!

Ein ähnliches Management-Konzept hat Fujitsu für die nächste Generation seiner /390-Systeme, die für 2014 angekündigte „SE-Linie“, unlängst auf dem BS2000 Summit in Dresden vorgestellt. Mit dem „SE Manager“ können klassischer Mainframe, SQ-Server und andere x86-Systeme samt Peripherie zentral verwaltet werden.

Über Extensions wird außerdem die Administration von Applikationen und Back-up-Systemen unterstützt. Darüber hinaus lassen sich Management-Produkte von Drittanbietern, sofern sie auf offenen Standards basieren, in den SE Manager einbinden.

Kein Zweifel, der Mainframe und die offenen Systeme wachsen enger zusammen. Auf diese Weise steht der Produktkategorie wohl noch eine lange Zukunft bevor. Stewart Alsop hat seine Prognose übrigens später revidiert. Was blieb ihm übrig!

Der Autor:

Michael Hase ist freier Autor in München.

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