Cloud Fusion als Antwort auf die IT-Megatrends Fujitsu Forum: Big Data, Cloud und Apps im Mittelpunkt

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Wilfried Platten

Auf der größten IT-Konferenz Europas mit rund 10.000 Besuchern aus 83 Ländern präsentierte Fujitsu auf dem Münchner Messegelände die Zahlen des ersten Halbjahrs 2012, seine mittelfristige Strategie, und dazu passende neue Produkte und Lösungen.

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Stolze Gewinner: Die ausgezeichneten Partner des Fujitsu Select Programs
Stolze Gewinner: Die ausgezeichneten Partner des Fujitsu Select Programs
(Bild: Fujitsu)

Wer in der Eröffnungsrede des Fujitsu Forums für die europäische Presse ein Statement zum überraschenden Rücktritt von Rolf Schwirz in der Vorwoche erwartet hatte, sah sich enttäuscht. Der Name des kürzlich retirierten CEO von FTS fiel betont beiläufig und kurz nur in einem Nebensatz am Ende.

Rod Vawdrey, der als Interims-CEO die Nachfolge von Schwirz angetreten hat, konzentrierte sich in seinem Vortrag auf die Megatrends, mit denen sich die Fujitsu-Kunden konfrontiert sehen: Cloud, Big Data und die wachsende Flut von Applikationen für Endgeräte – und auf das Angebot, das sein Unternehmen genau dafür bereitstellt.

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Fujitsu Partner of the Year: Die Bechtle AG

Erstmals wurde in diesem Jahr ein internationaler Partner des Jahres im Rahmen des Select Partner Programs gekürt. Für die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika räumte die Bechtle AG als erste Firma überhaupt diesen Preis ab. Ein Gewinner, der sich für Jörg Brünig, Senior Director Channel and Retail bei FTS, logisch abzeichnete: „Die Bechtle AG ist mit großem, oder besser sehr großem Abstand unser bester Partner weltweit. Wir sind ein seit vielen Jahren eingespieltes Team, das in allen Produkt-, Lösungs- und Kundensegmenten eng und erfolgreich zusammen arbeitet.“

Dagegen war Gerhard Marz, Bereichsvorstand der Bechtle AG, über die Auszeichnung doch etwas erstaunt: „Natürlich haben wir uns aufgrund unseres Engagements und der vielen gemeinsamen Projekte etwas ausgerechnet. Aber eine gewisse Überraschung war schon dabei. Es entspricht unserer Kultur, mit unseren Partnern durch dick und dünn zu gehen. Das hat jenseits des reinen Zahlenwerks sicher auch eine Rolle gespielt.“ Das passt zu den acht Bewertungskriterien, nach denen die Ermittlung des Siegers erfolgt. Neben der finanziellen Leistungsfähigkeit, den Umsatzzahlen, dem Wachstumsraten und der Innovationskraft zählen dazu auch eher weiche Faktoren, wie etwa die größte nachgewiesene Loyalität zu Fujitsu.

Kundenwandel

Wichtiges Thema war und ist auch die grenzüberschreitende Aufstellung vieler Kunden und die wechselnde Kunden-Demographie. Fujitsu reagiert darauf mit einer stärkeren internen Vernetzung über Landesgrenzen hinweg und einer weiteren weltweiten Standardisierung des Portfolios.

Das traditionell stark dem japanischen Markt verhaftete Unternehmen macht aktuell rund 40 Prozent seiner Umsätze außerhalb Japans. Die operative Marge liegt bei circa fünf Prozent. In der Konsequenz will Fujitsu sein Hardware-lastiges Angebot zu einem, wie Vawdrey formulierte, „more balanced portfolio“ ausbauen.

Nackte Zahlen

In Bezug auf das Zahlenwerk von Fujitsu Technology Services gab Vawdrey einen Umsatz von 1,95 Milliarden Euro für das erste Halbjahr 2012 bekannt. Das sei zwar keine Steigerung gegenüber dem Vorjahrszeitraum, aber die Marktposition von FTS habe sich verbessert – und die Pipeline mit konkreten Projekten im Leadzyklus sei vielversprechend.

Lesen Sie auf der folgenden Seite mehr zum Vier-Säulen-Modell, das dem Portfolio zugrunde liegt.

Vier Säulen

Und was wurde an konkreten Neuigkeiten präsentiert? Fujitsu orientiert sich an einem vierstufigen, oder besser viersäuligen Bereitstellungsmodell: On-premise, On-premise managed, Off-premise hosted und Cloud. Damit sollen alle potenziellen Darreichungsformen für IT-Services abgedeckt werden.

Mit Flexframe for SAP HANA und Flexframe Orchestrator for SAP wurden zwei Appliances für komplexe SAP-Infrastrukturen vorgestellt, die alle vier Kanäle unterstützen. Mit dem Orchestrator können ERP und HANA in einem einzigen System sowohl in virtuellen, als auch nicht-virtuellen Umgebungen verwaltet werden.

Der Appliance-Ansatz bietet sich für SAP HANA quasi systemimmanent an, könnte aber auch für andere Themen eine interessante Option sein. Rupert Lehner, Senior Vice President Solution Business Group bei Fujitsu, denkt da beispielsweise an den in der Eröffnungsrede schon angeklungenen Bereich Big Data.

„Der große, durch den Einsatz unserer Flexframe-Appliances zu realisierende Vorteil, liegt in dem massiven TCO-Einsparpotential. Kunden wie Rehau oder die Lufthansa berichten von Einsparungen in der Größenordnung von 80 Prozent.“

Säule vier

Besonderes Augenmerk gilt natürlich der vierten Säule, der Cloud. 30 Prozent der Erlöse sollen 2015 aus dem Geschäft mit Cloud Services kommen. Folgerichtig lag hier auch ein Schwerpunkt bei den konkreten Neuigkeiten, die in München präsentiert wurden. Ergänzend zu dem im September eröffneten Cloud Store wurde in München die Personal Cloud vorgestellt, laut Fujitsu ein neuer Ansatz für komplexes Device Management (BYOD) bei gleichzeitiger Senkung der Kosten pro Nutzer.

Die Personal Cloud soll den Zugang zu der unternehmensinternen IT-Umgebung mit Desktop, Daten und Anwendungen herstellen, unabhängig von Ort, Zeit, Gerät und Betriebssystem. Wie ein guter Homöopath traditionell Heilmittel zuerst am eigenen Leib ausprobiert und beobachtet, so testet Fujitsu die Personal Cloud aktuell intern für die eigenen Bedürfnisse. Feldtests bei Endkunden sollen Anfang 2013 starten.

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Erstmals wurde in diesem Jahr ein internationaler Partner des Jahres im Rahmen des Select Partner Programs gekürt. Für die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika räumte die Bechtle AG als erste Firma überhaupt diesen Preis ab. Ein Gewinner, der sich für Jörg Brünig, Senior Director Channel and Retail bei FTS, logisch abzeichnete: „Die Bechtle AG ist mit großem, oder besser sehr großem Abstand unser bester Partner weltweit. Wir sind ein seit vielen Jahren eingespieltes Team, das in allen Produkt-, Lösungs- und Kundensegmenten eng und erfolgreich zusammen arbeitet.“

Dagegen war Gerhard Marz, Bereichsvorstand der Bechtle AG, über die Auszeichnung doch etwas erstaunt: „Natürlich haben wir uns aufgrund unseres Engagements und der vielen gemeinsamen Projekte etwas ausgerechnet. Aber eine gewisse Überraschung war schon dabei. Es entspricht unserer Kultur, mit unseren Partnern durch dick und dünn zu gehen. Das hat jenseits des reinen Zahlenwerks sicher auch eine Rolle gespielt.“ Das passt zu den acht Bewertungskriterien, nach denen die Ermittlung des Siegers erfolgt. Neben der finanziellen Leistungsfähigkeit, den Umsatzzahlen, dem Wachstumsraten und der Innovationskraft zählen dazu auch eher weiche Faktoren, wie etwa die größte nachgewiesene Loyalität zu Fujitsu.

Die Personal Cloud bietet auch Zugang zum Cloud Store. Der entwickelt sich nach Angaben von Andre Kiehne, Vice President Cloud Solutions bei Fujitsu, prächtig: „Mittlerweile haben wir 50 ISVs, 60 Apps, 300 Kunden und 1.400 Anwender im Cloud Store. Tendenz steigend. Das spricht dafür, dass unser Multi-Channel-Modell mit seiner offenen Plattform greift.“

Lesen Sie auf der folgenden Seite mehr zur Fujitsu-Strategie bei Windows 8 und Consumer Electronics

Für Windows 8

Natürlich durfte auch der Schwenk auf Windows 8 nicht fehlen. Für den Umgang mit dem neuen touch-basierten Betriebssystem wurde die X-Line entwickelt, mit gleichaussehenden Desktop-PCs, Thin Clients und Displays. Fujitsu bezeichnet sie als erste einheitliche Produktfamilie für Desktop Computing, mit dem Esprimo X913-T als Flaggschiff.

Gemeinsam ist allen Modellen das höhenverstellbare, rahmenlose HD-Touch-Display mit 23 Zoll Diagonale. Es kann beliebig gedreht, geschwenkt oder abgewinkelt werden. Je nach Typ ist im Fuß des Displays die Hardware für den Einsatz als PC oder Thin Client untergebracht. Für Virtual- oder Server Based Computing erhält der Thin Client seinen Strom per Ethernet-Kabel gereicht.

Ein Ultraschall-Sensor bietet Gesichtserkennung und schaltet automatisch in den Niedrigenergie- oder Sleep-Modus, wenn der Anwender den Schreibtisch verlässt. Kehrt er an seinen Rechner zurück, wird dieser automatisch entsperrt.

Die Preise für den PC Esprimo X913/X913-T beginnen bei 1.499 Euro, für den Thin Client Futro X913/X913-T sind mindestens 669 Euro zu bezahlen.

Kein CE

Bei so viel optischer Finesse könnte man glatt auf den Gedanken kommen, Fujitsu wolle auch wieder in das Consumer-Geschäft einsteigen. Konkurrenten wie Lenovo sehen hier, beim privaten Anwender, in der Konsequenz der viel zitierten BYOD-Szenarien mehr und mehr die Entscheidungsgewalt über die Wahl eines bestimmten Anbieters und investieren deshalb massiv in diesem Kundensegment.

Für Fujitsu kommt das nicht in Frage. Dazu nochmals Rupert Lehner: „Wir haben uns aus guten Gründen vor fünf Jahren dazu entschlossen, das CE-Geschäft aufzugeben. Unsere Bottom Line sind und bleiben die Tablets. Und auch die sehen wir ausschließlich im B2B-Bereich. Da gibt es keine strategische Änderung.“

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Fujitsu Partner of the Year: Die Bechtle AG

Erstmals wurde in diesem Jahr ein internationaler Partner des Jahres im Rahmen des Select Partner Programs gekürt. Für die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika räumte die Bechtle AG als erste Firma überhaupt diesen Preis ab. Ein Gewinner, der sich für Jörg Brünig, Senior Director Channel and Retail bei FTS, logisch abzeichnete: „Die Bechtle AG ist mit großem, oder besser sehr großem Abstand unser bester Partner weltweit. Wir sind ein seit vielen Jahren eingespieltes Team, das in allen Produkt-, Lösungs- und Kundensegmenten eng und erfolgreich zusammen arbeitet.“

Dagegen war Gerhard Marz, Bereichsvorstand der Bechtle AG, über die Auszeichnung doch etwas erstaunt: „Natürlich haben wir uns aufgrund unseres Engagements und der vielen gemeinsamen Projekte etwas ausgerechnet. Aber eine gewisse Überraschung war schon dabei. Es entspricht unserer Kultur, mit unseren Partnern durch dick und dünn zu gehen. Das hat jenseits des reinen Zahlenwerks sicher auch eine Rolle gespielt.“ Das passt zu den acht Bewertungskriterien, nach denen die Ermittlung des Siegers erfolgt. Neben der finanziellen Leistungsfähigkeit, den Umsatzzahlen, dem Wachstumsraten und der Innovationskraft zählen dazu auch eher weiche Faktoren, wie etwa die größte nachgewiesene Loyalität zu Fujitsu.

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