Optimierung der virtuellen Infrastrukturen unternehmenskritischer Applikationen

Für virtuelle Maschinen sind Server und Storage wie Hund und Katz

23.06.2010 | Autor / Redakteur: Jan-Ulrich Maue und Len Rosenthal, Virtual Instruments / Rainer Graefen

Die Messstation von Virtual Instruments.
Die Messstation von Virtual Instruments.

Die Fähigkeit, virtuelle Maschinen sehr schnell von einem physikalischen Server auf den nächsten zu verschieben und die damit verbundene Dynamik bei der Ressourcen-Zuteilung verursachen bislang unbekannte Engpässe und erhebliche Kapazitätsprobleme. Ohne Messtechnik sind die instabilen und kritischen Zustände weder zu erkennen noch zu beseitigen.

Die neuen Herausforderungen virtualisierter Umgebungen werden durch vorhandene Werkzeuge, die eher auf statische Umgebungen ausgelegt sind, nicht oder kaum adressiert.

Bei Virtualisierungsprojekten sind insbesondere Probleme im Storage und mit der I/O-Performance die größten Hinderungsgründe für eine erfolgreiche Umsetzung. Es treten neue Fragestellungenn bei der Konfiguration sowie beim Lösen von Konflikten und Engpässen auf, die das Fehlen einer tiefergreifenden Sicht über Server-, Netzwerk und Storage-Schicht erkennen lassen.

Virtualisierung trifft auf unternehmenskritische Applikationen

In den letzten zehn Jahren wurde die Servervirtualisierung fast ausschließlich in Entwicklungs-, Test- und unkritischen File-Serving-Umgebungen eingesetzt. Heutzutage werden Virtualisierungslösungen wie VMware als ausgereift angesehen und vermehrt für den professionellen Einsatz in kritischen Umgebungen gewählt.

Nachdem IT-Organisationen virtuelle Server auch für ihre Produktionsumgebungen einsetzen, müssen sie zwangsläufig erkennen, dass sich das Design und die Einführungsstrategien für unternehmenskritische Anwendungen immens von denen für Entwicklungs- und Testumgebungen unterscheiden.

Durch die Serverkonsolidierung in Entwicklungs- und Testumgebungen erfahren die Endanwender meistens dieselbe oder sogar leicht verbesserte Performance.

Der Server ist ausgelastet, beim Speicher wird auf größere Reserven gesetzt

Dies kommt hauptsächlich durch den Einsatz größerer und leistungsfähigerer Serverhardware sowie zentraler Speichersysteme und dadurch, dass die restlichen virtuellen Maschinen, mit denen die Hardware geteilt wird, häufig „idle“ sind.

Die Einführung von zentralen, gemeinsam genutzten Systemen hat tatsächlich zu besserer Auslastung geführt, da die Ressourcen typischerweise überprovisioniert sind.

Die Konsolidierungsraten, die dabei erzielt wurden - hauptsächlich durch die effizientere Ausnutzung der vorhandenen CPU-Leistung - waren akzeptabel und haben genügend Einspareffekte erzeugt, sodass kleinere Verschwendungen im Storage oder beim Memory leicht hinnehmbar war.

Migrieren, bis es passt?

Als Folge daraus haben Optimierungsansätze für die Servervirtualisierung bislang hauptsächlich die Speicherkapazitäten im Blickfeld. Zudem sind die Performancegewinne, die die Endanwender sehen, positive Nebeneffekte - bewusst geplant wurden sie nicht.

Falls es zu Engpässen kommt, werden sie meist manuell und reaktiv behoben, indem virtuelle Maschinen verschoben oder die zugeteilten Ressourcen vergrößert werden.

Dieser reaktive und auf Speicherkapazitäten ausgelegte Ansatz für die Verwaltung von virtualisierten Produktionsumgebungen kann nicht nur ernsthafte Architekturprobleme der Infrastruktur verdecken, sondern auch schnell den Betrieb stark gefährden.

Unternehmen, die frühzeitig auf Virtualisierungstechnik für ihre Produktionsumgebung gesetzt haben, sehen auf einmal bisher nicht bekannte und komplexe Performanceprobleme in ihrer Infrastruktur. Da sich die Virtualisierung auch für Unternehmenskritische Applikationen immer mehr etabliert, werden dringend neue Werkzeuge für die Performanceplanung und Verbesserung der Ressourcenausnutzung benötigt.

weiter mit: Was nicht meßbar ist, kann auch nicht optimiert werden

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