Misten Sie das Rechenzentrum aus

Frühjahrsputz für IT-Profis

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Ulrike Ostler

Die Experten von SolarWinds unterbreiten zehn Vorschläge, wie Admins ihre Umgebungen aufräumen können.
Die Experten von SolarWinds unterbreiten zehn Vorschläge, wie Admins ihre Umgebungen aufräumen können. (Bild: gemeinfrei, mrganso / Pixabay / CC0)

Der Karneval ist vorüber, der kalendarische Frühlingsanfang nicht mehr weit - Deutschland packt Kostüme und Anoraks zurück in den Schrank und geht den Frühjahrsputz an. Auch IT-Profis sollten sich aufraffen.

Die Experten von SolarWinds unterbreiten zehn Vorschläge, wie Admins ihre Umgebungen aufräumen und so für mehr Produktivität und Sicherheit im Unternehmen sorgen können.

1. Active Directory prüfen: Verlassen Mitarbeiter ein Unternehmen, bleiben ihre Nutzerkonten trotzdem oft aktiv. Damit stellen sie ein Sicherheitsrisiko dar, denn Cyberkriminelle könnten sie kapern. Stellen Sie – am besten mithilfe eines Managementsystems für Zugriffsrechte – sicher, dass Sie solche Konten zeitnah deaktivieren. Nach sechs Monaten Inaktivität können die Konten dann endgültig gelöscht werden.

2. Sonderfall Servicekonto: Diese werden häufig genutzt, um Anwendungen Zugriff auf andere Anwendungen zu geben. IT-Administratoren nutzen darin häufig Passwörter, die nicht den Aktualisierungsregeln des Unternehmens, etwa wie es bei Endnutzern der Fall ist, unterliegen. Erneuern Sie diese Passwörter, um unnötige Risiken zu vermeiden.

3. IP-Adressen aufräumen: Virtuelle Maschinen (VM) werden nach Abschluss von Tests meist schnell gelöscht. Die dazugehörige IP-Adresse bleibt aber oft bestehen. Geben Sie sie frei, um wieder Ordnung in den IP-Adressdschungel zu bringen.

4. VMs mit Tools identifizieren: Eine ungenutzte oder gar nicht mehr aktive VM ist genauso hinfällig wie der oben benannte IP-Adresswirrwarr. Bauen Sie sie ab, insofern die Kollegen sie nicht mehr nutzen und kein künftiger Bedarf absehbar ist.

5. Daten verwalten: Dateien, die zuletzt im Jahr 2015 geöffnet oder verändert wurden, werden offenbar im Tagesgeschäft nicht mehr gebraucht. Verschieben Sie sie auf ein langsames Backup-Medium, ehe schnelle und damit teure Server und Speicherkapazitäten belastet werden.

6. Mailboxen der Kollegen prüfen: Wo keine Obergrenze für E-Mail-Größen vorhanden ist, laufen Postfächer schnell voll. Hier sollten IT-Profis nicht mehr verwendete Anhänge entfernen – natürlich nach Rücksprache mit dem Nutzer. Eine Monitoring-Lösung hilft, um Speicherfresser wie Cat Content zu identifizieren und entfernen.

7. Lokale Computer aufräumen: Die Pflege des digitalen Arbeitsplatzes ist genauso wichtig wie die des physischen. Beides ist nicht Aufgabe des Endnutzers, manche Systeme sind aber mit Programmen geliefert, die mit nur zwei Klicks den Computer säubern. Eine proaktive Erinnerung seitens des Administrators reicht oft, um Endnutzer zu den Klicks zu bewegen. Schließlich wollen alle IT-Probleme möglichst vermeiden.

8. Browser-Cache löschen: Proaktivität ist ein gutes Stichwort – die Aufklärung über den Browser-Cache und dessen einfache Beschleunigung bewirken oft Wunder. Denn das einfache Löschen von Cookies und unnötigen Plug-ins hilft nicht nur dabei, für höhere Geschwindigkeit und produktivere Nutzerumgebungen zu sorgen, sondern auch für weniger Support-Tickets für die IT.

9. IT-Inventarisierung: Wissen Sie wirklich, was auf welchem System in Ihrem Netzwerk installiert ist? Wenn beispielsweise laut Firmenrichtlinien eigentlich Firefox genutzt werden sollte, es aber hunderte Chrome-Nutzer gibt, sollten Sie das wissen. Zum einen, um die Einhaltung der Vorgaben einzufordern, zum anderen um diese vielleicht zu überdenken und an den Nutzerbedarf anzupassen.

10. Private Endgeräte: Administratoren sollten immer auch prüfen, ob private Endgeräte im Unternehmensnetz genutzt werden. Falls ja, sind sie Fehlerquelle und Sicherheitsrisiko gleichermaßen und damit nicht zulässig. Bei essenziellem Bedarf ist das Angebot eines Firmengeräts die sicherere Variante.

Die Möglichkeiten, die IT-Umgebung in Rechenzentren und Unternehmen sicherer, übersichtlicher und damit letztlich auch produktiver zu gestalten, sind vielfältig wie die IT selbst. Manche sind schnell nutzbar, andere bedürfen langfristiger Planung. Der Frühling ist auch für IT-Profis eine gute Gelegenheit, um ihre Umgebungen mithilfe der zehn genannten Punkte zu prüfen – und bei Bedarf zu handeln.

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