Netzlink gestaltet energieeffizienten Server-Raum mit Vorbildfunktion

Frische Luft für Lüneburger Server

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Zur Server-Kühlung dienen so genannte Rear Door Heat Exchangers (RDHx), spezielle Lamellen-Einsätze in den rückwärtigen Türen der Server-Schränke. Diese kühlen die im Server erwärmte Luft direkt wieder herunter, sodass die Abwärme der Geräte die Server-Schränke selbst praktisch nicht verlässt und sich die Raumluft nicht aufheizt.

Wärmetauscher im Schatten

Ein weiteres Element des Kühlsystems ist die frische norddeutsche Luft: Sie kühlt mittels eines Wärmetauschers im Außenbereich die erhitzte Kühlflüssigkeit aus dem Server-Raum herunter, das Verfahren der indirekte Kühlung. Darüber hinaus erhöht die Verlegung der Außengeräte vom Dach in den ebenerdigen Gebäudeschatten zusätzlich den Wirkungsgrad der Klimatisierung.

Die eingesetzte Lösung ist in dieser Art bemerkenswert. Das System bietet Ausfallsicherheit und eine Verfügbarkeit von 99,99 Prozent. Das entspricht der Größenordnung, die die Kreisverwaltung Lüneburg benötigt. Die Lösung verfügt über Wachstumspotenzial und hat überzeugende Green-IT-Kennzahlen vorzuweisen.

Erstklassige Effizienzwerte

Der PUE-Wert des neuen Server-Raums liegt bei 1,18. Als hervorragend gelten Werte zwischen 1,0 und 1,3. Ebenfalls ausgezeichnet sind der DCiE-Wert, der den Wirkungsgrad der im Rechenzentrum eingesetzten Energie bezeichnet. Er liegt in diesem Fall bei 91 Prozent. Der CADE-Wert zur Beschreibung der Gesamteffizienz beträgt 55,4 Prozent; als exzellent gelten Werte über 40 Prozent. Dank der sehr effizienten Energienutzung wird ein Einsparpotenzial von 20.000 Kilowattstunden pro Jahr mit einer jährlichen Reduktion von CO2-Emissionen um mehr als zehn Tonnen erwartet.

Beim Blick auf die Haupt-Kontrollmonitore zeigt sich der aktuelle PUE-Wert.
Beim Blick auf die Haupt-Kontrollmonitore zeigt sich der aktuelle PUE-Wert.
(Foto: Netzlink)

Stefan Domanske, IT-Service Landkreis Lüneburg, erklärt: „Unser neuer Server-Raum ist schlicht – sachgerecht aber gleichzeitig modern und zukunftssicher. Und durch das durchdachte Klimakonzept reduzieren wir unseren CO2-Ausstoß pro Jahr um mehr als zehn Tonnen, einfach mit unserer frischen norddeutschen Außenluft.“

Diese eigens für die Kreisverwaltung Lüneburg entwickelte Lösung bietet sich als Vorbild für andere Verwaltungen oder kleine und mittelständische Unternehmen an, die sich in einer vergleichbaren Situation gefinden: In dicht bebautem Gebiet angesiedelt, mit einer Server-Leistungsaufnahme zwischen 10 und 20 kW/h, einer gegebenen, nicht änderbaren Gebäudestruktur und dem Wunsch nach einer leistungsfähigen, energieeffizienten IT-Lösung.

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Über den Autor

 Ludger Schmitz

Ludger Schmitz

Freiberuflicher Journalist