Netzlink gestaltet energieeffizienten Server-Raum mit Vorbildfunktion

Frische Luft für Lüneburger Server

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

Server-Schränke im RZ des Landkreises Lüneburg
Server-Schränke im RZ des Landkreises Lüneburg (Foto: Netzlink)

Bei der Konzipierung des neuen Server-Raums für die Kreisverwaltung Lüneburg wurde größten Wert auf eine energieeffiziente Infrastruktur gelegt. Zu einem erstklassigen PUE-Wert verhilft die frische norddeutsche Luft.

Schon seit den 1990er Jahren legt der Landkreis Lüneburg bei der Ausstattung von Arbeitsplätzen großen Wert auf Energieeffizienz. Bereits damals erhielt die Kreisverwaltung ThinClients anstelle von PCs. Diese kleinen Endgeräte am Arbeitsplatz greifen auf Server zurück und haben einen deutlich geringeren Energiebedarf als PCs.

Umzug in bestehende Räumlichkeiten genutzt

Allerdings war der bisherige Haupt-Server-Raum der Kreisverwaltung bereits seit 1992 in Betrieb. Er war in Bezug auf Brandschutz, Sicherheitssysteme sowie Energieversorgung und -effizienz nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Auch räumlich war er an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. Als alternative Räumlichkeiten frei wurden, ergab sich nun die Möglichkeit, einen neuen und flexiblen Server-Raum von Grund auf zu planen. Dieser sollte zum einen allen Ansprüchen an eine moderne digitale Infrastruktur entsprechen, zum anderen aber auch Green-IT-Kriterien erfüllen.

Wärmetauscher sind ebenerdig im Schatten des Gebäudes platziert.
Wärmetauscher sind ebenerdig im Schatten des Gebäudes platziert. (Foto: Netzlink)

Ziel war es, einen ausfallsicheren und hochverfügbaren Server-Raum zu entwerfen, der Migrationen in kürzester Zeit ermöglicht, hinsichtlich seiner IT-Kapazitäten erweiterbar ist und sich zugleich durch extreme Energieeffizienz und das damit einhergehende Einsparpotenzial auszeichnet. Dabei galt es außerdem, die (verglichen mit klassischen Rechenzentren) verhältnismäßig geringe Leistungsaufnahme der Server-Infrastruktur sowie die Lage der Kreisverwaltung in der dicht bebauten Lüneburger Innenstadt zu berücksichtigen.

Modernen Standards entsprochen

Für den neuen Server-Raum gemäß Bitkom-Kategorie C und mit Brandschutzklasse F90 wurde ein umfassendes Raumkonzept inklusive Sicherheitszone und Löschanlage mit Novec 1230 erstellt. Zur Optimierung der Stromversorgung wurde diese komplett, also vom Hausanschluss über die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) bis hin zu den Power Distribution Units (PDUs) in den Server-Schränken, neu errichtet. Das macht eine ständige Überwachung des gesamten Energiebedarfs ebenso möglich wie die gezielte Steuerung der Energieversorgung bis hinunter zum einzelnen Server-Netzteil.

Überwachung per Icinga

Redundante Leitungswege und ein integriertes Notstromaggregat ermöglichen das Weiterarbeiten des Systems auch bei Ausfall des Energieversorgers. Mithilfe der Open-Source-Monitoring-Software Icinga werden Betriebszustände, Temperaturen und Energieverbrauch aller Komponenten, Luftfeuchtigkeit, Außentemperatur sowie weitere Messwerte ständig erfasst, protokolliert und analysiert. Bei Schwellwertüberschreitungen wird automatisch ein Alarm ausgelöst.

Real Time Dashboard for Icinga, ein eigens entwickeltes, leicht lesbares Frontend für Icinga, ermöglicht dem IT-Service die Überwachung aller Systeme und Funktionen sowie des aktuellen Stromverbrauchs und der Wärmeentwicklung auf eigenen Bildschirmen. Somit kann auch im Falle neuer Server-Hardware immer der jeweils ideale Standort gewählt werden.

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posted am 05.11.2015 um 08:32 von Unregistriert


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