Thema: Risikofaktor Mainframe

erstellt am: 20.12.2018 16:40

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Diskussion zum Artikel


LzLabs und Microsoft veröffentlichen Großrechner-Umfrage
Risikofaktor Mainframe


In Zusammenarbeit mit Microsoft hat LzLabs das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne mit der Befragung von 500 Führungskräften aus Unternehmen beauftragt, die Mainframe-Technologie einsetzen. Die Befragten zeigten sich dabei besorgt insbesondere in Bezug auf die abnehmende Mainframe-Kompetenz im Markt allgemein sowie die Hindernisse für die Modernisierung von Kernanwendungen und des damit verbundenen Geschäftsrisikos, das diese mangelnde Agilität mit sich bringt.

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Kommentar zu: Risikofaktor Mainframe
20.12.2018 16:40

Sven Schuetz, Technical Account Manager & DevOps Evangelist bei Compuware:

Ja, was ist davon zu halten?
Die abnehmende Mainframe Kompetenz ist sicher nicht zu leugnen. Der Sponsor der Studie folgert also, der Mainframe muss weg - und zufällig hat man da auch was im Portfolio. Ein Schelm, wer hier Böses denkt
So einfach ist es halt meistens nicht. Der bessere Weg ist meiner Meinung nach, die fehlenden Mainframe Skills dadurch zu kompensieren, dass man die Tool-Chain auf dem Mainframe modernisiert. Wenn man Entwicklern und Admins vernünftige Tools an die Hand gibt und Schnittstellen zu etablierten Prozessen abietet, reduziert sich die Abhängigkeit nach tiefen Mainframe und z/OS Skills dramatisch.
Seit wir auf Standard Tools wie Eclipse, Jenkins, SonarQube, XebiaLabs, Atlassian usw setzen, haben wir keine Probleme mehr damit Nachwuchs zu finden. Die Neuen finden sich sofort zurecht und am Ende ist der Mainframe dann nur noch eine Plattform von vielen, die mit den gleichen Tools gemanaged wird - und dabei aber trotzdem seine altbekannten Stärken ausspielt.

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DSNALI390





dabei seit: 21.12.2018

Beiträge: 1

RE: Risikofaktor Mainframe
21.12.2018 09:02

Vor mehr als 30 Jahren schrieb ich mein erstes PL/I-Programm für MVS (aka heute. z/OS). Und war seitdem schwerpunktmäßig (d.h. zu ca. 70 %) in diesem Umfeld aktiv.
Dabei habe ich bei diversen Betreibern mitbekommen, wie versucht wurde, den Mainframe los zu werden – was mir natürlich nicht gefallen hat (Man schätzt immer das, was man so einigermaßen kann).
Ein (nach der Einschätzung von mir und meinen Fachkollegen) nicht unwesentlicher Aspekt dabei ist auch, dass die Wertschätzung dieser Art von Arbeit durch das Management in den letzten 20 Jahren deutlich abgenommen hat – was sich nicht nur in den Gehältern und Honoraren widerspiegelt.
Dies hat auch damit zu tun, dass die Zunahme der Komplexität der IT-Verfahren für das Management immer weniger verständlich war – worauf diese Berufsgruppe mit Ablehnung und Misstrauen reagierte.

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RE: Risikofaktor Mainframe
21.12.2018 12:35

Enno Richter, Software-Entwicklung: RPG to Cobol!

Es gibt sie noch - die IBM-Anwender die die alte Programmiersprache RPGII einsetzen !

Aber die Wartung und Weiterentwicklung dieser Programme wird immer schwieriger...

* der RPG-Compiler wird praktisch nicht mehr weiterentwickelt.

* gibt es (altersbedingt) kaum noch RPG-Programmierer

* die Schnittstellenverbindung zu anderen Softwaresystemen
und relationalen Datenbanken ist nicht gewährleistet.

uswuswusw

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RE: Risikofaktor Mainframe
21.12.2018 14:44

Ich halte diese Hau drauf-Argumentation für vollkommen unausgewogen. Viele Anwender werden auch weiter bewusst an ihren Legacy-Kernanwendungen festhalten, um meines Erachtens u.a. drei unternehmenskritische Anforderungen zu erfüllen. Das sind die Minimierung der Betriebsrisiken, die Betriebssicherheit und die Performance der Massendatentransaktion. Hier ist der Mainframe den offenen Systemen immer noch haushoch überlegen. Deshalb lebt der Totgesagte immer noch. Es geht nicht darum, den Mainframe abzuschaffen sondern ihn in die hybride Welt zu integrieren und mit modernen Tools weiterzuentwickeln. Anders ist es, wenn man auf der grünen Wiese anfängt und freie Hand in der Applikationsarchitektur hat.

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RE: Risikofaktor Mainframe
28.12.2018 18:51

Philipp Brune,Professor at Hochschule für angewandte Wissenschaften - Fachhochschule Neu-Ulm | University of Applied Sciences

Na ja, das ist eine eine bezahlte Studie zu Marketingzwecken, da kommt das heraus, was die Auftraggeber haben wollen.
Eine Softwareemulation a la LzLabs wird immer nur eine Emulation mit dem entsprechenden Overhead bleiben, so dass sich das aus meiner Sicht bestenfalls für kleinere Installationen bzw. solche mit geringeren Transaktionszahlen als Option anbietet.
Der Fachkräftemangel im Mainframe-Bereich ist sicher eine Herausforderung, aber den gehen wir ja (gemeinsam mit Mainframe-Anwenderunternehmen) an den Hochschulen zunehmend an, dafür haben wir z.B. das Academic Mainframe Consortium gegründet.
Ansonsten scheint mir die Modernisierung und Öffnung von Bestandsanwendungen auf der Mainframe-Plattform der sinnvollere Weg zu sein, den ja viele Unternehmen auch eingeschlagen haben. Hier wird Open Source Software m.E. zukünftig eine große Rolle dabei spielen, Anwendungen im Prinzip unabhängiger von proprietären Komponenten zu machen, gerade auch auf der Mainframe-Plattform selbst. Das QWICS-Framework ist z.B. eine Möglichkeit in diese Richtung, siehe https://qwics.org

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